Samstag, 19. August 2017

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Zecken: klein, aber gar nicht fein


Der Facharzt Michael Trummler informierte über die heimtückischen Insekten.

BILDER
Referent Michael Trummler brachte eine Zecke mit. HEIDI BONO

«Ich habe euch eine echte Zecke mitgebracht», sagte Referent Michael Trummler, Facharzt für innere Medizin, vor seinem informativen Referat über die Risiken bei einem Zeckenbefall im Naturlehrgebiet Buchwald in Ettiswil. Nachdem das winzige und nicht ungefährliche Tier eingehend betrachtet und sogar mit einem warmen Hauch zur Fortbewegung animiert werden konnte, gab es eine Fülle von Informationen. «Zuerst möchte ich aber etwas relativieren, wenn in den Medien allzu dramatisch über die Thematik Zecken und die Gefahren berichtet wird», sagte Trummler. Er zeigte Zeitungsberichte als schlechte Beispiele.

Michael Trummler richtete sein Augenmerk vor allem auf die beiden Hauptkrankheiten, hervorgerufen durch Zeckenbisse. Mit interessanten Bildern und vielen Fachausdrücken wurden die Besucher informiert. «Die Borrelia ist ein schraubenförmiges Bakterium und es gibt davon viele Subtypen.» Nicht alle seien aber krankmachend und nur im Schnitt 25 bis 50 Prozent der Zecken seien davon befallen. Die Übertragung finde nach etwa 12 Stunden statt und vor allem könnten mehrere Organe davon krank werden. «Ganz wichtig ist es mir zu erwähnen, dass die Behandlung mit Antibiotika wirksam ist – und dies in den meisten Fällen.» Es gebe aber für diese Krankheiten keine Impfung.

FSME mit drei Subtypen
Das Flavivirus FSME bestehe aus drei Subtypen und sei vor allem in zentraleuropäischen Gebieten, dann aber auch fernöstlich und in Sibirien zu finden. Regional könne man bei zwei bis fünf Prozent der Zecken dieses Virus feststellen. Die Übertragung bei einem Stich auf den Menschen geschehe innert weniger Stunden und dabei werde vor allem das Nervensystem betroffen. «Eine Behandlung ist unmöglich, aber eine überaus wirksame Impfung gibt es seit Jahren», unterstrich Trummler. Als Puzzlespiel bezeichnete der Arzt die Abklärungen, Diagnosen und auch die Behandlungen. Bei der Lymeborreliose seien, neben den Laboruntersuchungen, auch andere Tests notwendig und vor allem seien diese Erkrankungen in der Regel behandelbar. Nach einem Zeckenbefall sei es wichtig, das Tier so bald als möglich zu entfernen. Mit einer spitzen Pinzette sollte die Zecke auf dem Hautniveau erfasst und langsam senkrecht herausgezogen werde. Es gelte vor allem die Stichstelle zu beobachten und bei länger anhaltenden Entzündungen einen Arzt zu konsultieren. Als Prä- vention sei es ratsam, für die Spaziergänge und Wanderungen sich vor allem auf der Wegmitte aufzuhalten und nicht am Rand oder sogar im Gebüsch. Lange Hosen seien wichtig im Wald und auf den Feldern und einmal mehr unterstrich Trummler: «Ich kann nicht verstehen, warum sich immer noch so viele Menschen gegen das Impfen wehren.»

Kommentare zu diesem Artikel (2)

M.Trummler, 25.04.2017, 18:03 Uhr

Da hat Jost Jürg vollkommen recht, im Artikel wird das falsch wiedergegeben. Zecken sind Spinnentiere, haben ja auch 4 Beinpaare, wobei das vordere ähnliche Funktionen wahrnimmt wie die Fühler bei den Insekten.


Jost Jürg, 18.04.2017, 16:17 Uhr

Zecken sind keine Insekten sondern gehören in die Klasse der Spinnentiere und dort wiederum in die Unterklasse der Milben und bilden eine Ordnung: nämlich Zecken...


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