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Welt ist nicht genügend vor tödlichen Erregern geschützt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wappnet sich für die Zukunft. An der 69. Vollversammlung hat sich die WHO das Ziel gesetzt, mit Reformen besser auf Notlagen reagieren zu können.

Der derzeitige grosse Zika-Ausbruch in Südamerika ist nach Einschätzung der WHO auch Folge eines vernachlässigten Kampfes gegen die Ausbreitung von Moskitos. Es sei ein "schwerer politischer Fehler" gewesen, entsprechende Programme in den 70er Jahren zurückzufahren, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Montag in Genf.

Zugleich appellierte sie bei der Eröffnung der 69. Weltgesundheitsversammlung an alle Staaten, mehr für den Schutz der Menschen vor Erregern gefährlicher Infektionskrankheiten wie Zika, Ebola und Gelbfieber zu tun.

"Was wir derzeit beobachten, sieht wie ein dramatischer Anstieg der Bedrohung durch neue und wieder auferstehende Infektionskrankheiten aus", warnte Chan. "Die Welt ist nicht genügend vorbereitet, um damit fertig zu werden."

Nach der anfangs unzureichenden Reaktion auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika mit mehr als 11'300 Toten zwischen 2014 und 2016 sei man kurz darauf durch den Zika-Ausbruch "erneut überrascht worden, ohne Impfstoff und ohne dass genügend zuverlässige Tests für die Diagnose vorhanden waren".

Chan warb für die in Gang gesetzte umfassende Reform der WHO. Sie müsse die Organisation unter anderem in die Lage versetzen, rasch und umfassend auf Gesundheitskrisen zu reagieren. Die WHO war kritisiert worden, bei der Ebola-Epidemie zu wenig entschlossen reagiert zu haben. Eine Reform wurde angestossen, um das Funktionieren der Behörde zu verbessern.

Berset für Reformen

Innenminister Alain Berset sprach sich bei seiner Rede für eine stärkere Rolle der Weltgesundheitsorganisation in Notfalllagen aus. Auch er rief die Nationen zudem auf, die Reform der Organisation abzuschliessen.

Bei humanitären Notlagen wie dem Zika-Virus oder der Flüchtlingskrise sollten die Synergien zwischen den Sektoren für humanitäre Hilfe, Entwicklung und Gesundheit genutzt werden, sagte der Bundesrat.

Er wünsche sich aber, dass die WHO auch an anderen Fronten "stark und einig" handeln könne, sagte Berset weiter. Als Beispiele nannte der SP-Bundesrat die Antibiotika-Resistenz, nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Demenz. Die Schweiz strebt einen Aktionsplan gegen Demenz bis 2017 an.

Um die Gesundheitsaspekte innerhalb der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDG) einzuhalten, sei eine Zusammenarbeit mit nicht-staatlichen Akteuren notwendig, sagte der Gesundheitsminister weiter. Die SDG - für die englische Bezeichnung "Sustainable Development Goals" - sind in diesem Jahr Hauptthema der WHO-Jahresversammlung, die noch bis am Samstag dauern soll.

Mehr als 3000 Politiker, Mediziner, Forscher und weitere Experten aus 194 Staaten sind in Genf vertreten. Berset plant zahlreiche bilaterale Treffen. Mit seinen Amtskollegen will er unter anderem auch über Drogenpolitik sprechen. Auf dem Programm der 69. Tagung des höchsten Entscheidungsorgans der WHO stehen bis zum Wochenende insgesamt fast 70 Themen.

Nachfolge für Margaret Chan gesucht

In Genf wurde im weiteren die Nachfolge von WHO-Direktorin Margaret Chan besprochen, die bei der für 2017 geplanten Wahl nicht mehr kandidieren wird.

Letzte Woche hatte der Franzose Philippe Douste-Blazy seine Kandidatur bekannt gegeben. Douste-Blazy ist Kardiologe, stellvertretender Generalsekretär der UNO, UNITAID-Präsident und Professor an der Universität Paris VII und in Harvard. Er war unter anderem zwei Mal Gesundheitsminister Frankreichs.

Am Dienstag wollen mehrere Verantwortliche aus Afrika die Kandidatur des äthiopischen Aussenministers Tedros Adhanom unterstützen. Weitere Kandidaten sind noch nicht bekannt.

sda, 23.05.2016 18:07


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