Mittwoch, 25. Mai 2016

Zofingen

6 bis 21°C

Nachricht von Gestern, 11:13 Uhr

Mehr als 20 Gigabyte Daten bei RUAG entwendet

Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. Darunter dürften auch Daten aus dem sogenannten Admin-Verzeichnis sein, nicht jedoch private persönliche Daten.

Die laufende Untersuchung versuche das abgeflossene Datenvolumen zu rekonstruieren, heisst es in einer Mitteilung des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass darin Daten aus dem sogenannten Admin-Directory, welches das Outlook der Bundesverwaltung speist, enthalten sind.

Gemäss VBS-Sprecher Renato Kalbermatten handelt es sich dabei um eine Art Telefonverzeichnis, mit Namen, Vornamen, Funktion und Arbeitsplatz, also um rein geschäftliche Daten. Eine Agenda sei nicht enthalten. Auch gebe es darin keine persönlichen Daten. So sei beispielsweise nicht ersichtlich, wo jemand wohne.

Vermutlich Wirtschaftsspionage

Alles deute in Richtung Wirtschaftsspionage hin, sagte Pascal Lamia, Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI), der Nachrichtenagentur sda. So sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe und was die RUAG genau tue.

Nach wie vor sei unbekannt, wie die Angreifer ins System der RUAG gelangt seien. Vermutlich sei der Angriff mit gezielten E-Mails erfolgt, aber erhärtet sei dies nicht.

Die MELANI hat einen technischen Bericht zum Spionagefall verfasst. Der Bundesrat hat entschieden, diesen Bericht zu veröffentlichen, damit andere Organisationen ihre Netzwerke auf ähnliche Infizierungen prüfen können und um die Vorgehensweise der Tätergruppe aufzuzeigen.

Die Angreifer benutzten demnach eine seit mehreren Jahren im Umlauf befindliche Schadsoftware der Turla-Familie. Die im Netzwerk der RUAG beobachtete Variante habe auf Tarnung gesetzt, um unerkannt zu bleiben. Die Angreifer hätten viel Geduld bei der Infiltration und dem weiteren Vordringen gezeigt, heisst es.

Sie hätten nur Opfer angegriffen, an denen sie Interesse gehabt hätten. Einmal im Netzwerk seien sie seitwärts vorgedrungen, indem sie weitere Geräte infiziert und höhere Privilegien erlangt hätten.

Laut Lamia gingen die Angreifer mit ihrer Schadsoftware "sehr leise" vor. Und die verwendete Software habe keine Programmierfehler aufgewiesen, weshalb sie lange unerkannt geblieben sei.

Keine Angaben zu Täterschaft

Die Urheber des Cyber-Spionage-Angriffs sind nach wie vor unbekannt. Spekulationen rund um die Urheberschaft der Angriffe bestätige der Bundesrat nicht. Angesichts der laufenden Untersuchung werde er sich nicht über die Urheberschaft des Angriffs äussern, heisst es in der Mitteilung vom Montag.

Der Nachrichtendienst des Bundes hatte im Januar 2016 die Bundesanwaltschaft über den Angriff auf die RUAG informiert. Gemäss nachrichtendienstlichen Erkenntnissen begann dieser aber bereits im Dezember 2014.

Die Bundesanwaltschaft hat am 25. Januar 2016 eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt eingeleitet. Verteidigungsminister Guy Parmelin habe nach Bekanntwerden des Spionage-Angriffs den Bundesrat und die zuständlichen politischen Instanzen unverzüglich informiert.

Der Bundesrat beauftragte seinen Sicherheitsausschuss unter der Führung des VBS, alle notwendigen Sofortmassnahmen zu ergreifen. So wurden von der Landesregierung 14 Sofortmassnahmen verabschiedet, die allerdings nicht öffentlich bekannt gemacht wurden. Diese sollen die Risiken von Datendiebstahl "eliminieren", wie es hiess.

sda, 23.05.2016 11:13


Weitere News von Heute:

05:07 | Euro-Partner und IWF verständigen sich auf Griechenland-Paket
04:31 | Hacker in Nacktfoto-Skandal um US-Promis bekennt sich schuldig
03:44 | Amnesty: EU-Staaten ignorieren Lieferstopp für Waffen nach Ägypten
02:58 | Rom startet Aufruf für Erhalt seiner Kulturgüter
01:44 | "Zweite Halbzeit": Boliviens Präsident will neues Referendum
01:23 | Fitch senkt Kreditwürdigkeit von Credit Suisse um eine Stufe
00:42 | Auch US-Regierung fordert Todesstrafe für Attentäter von Charleston

Weitere News von Gestern:

23:33 | Erneut 3000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet
23:23 | Burkhalter besucht im Libanon von der Schweiz unterstützte Projekte
22:29 | Franzosen an Heim-EM ohne Varane
21:26 | Fabian Schär fällt mit Sprunggelenksverletzung aus
20:20 | Bill Cosby muss wegen Sex-Vorwürfen vor Gericht
19:50 | Favre neuer Trainer von Nice
19:34 | Internet-Ausfall bei vielen Swisscom-Geschäftskunden
19:23 | Andy Murray stand zwei Punkte vor dem Out
18:38 | Ban kritisiert geringe Teilnahme reicher Staaten an Nothilfegipfel
18:20 | Branche kündigt Verzicht auf Wegwerf-Plastiksäcke an
17:24 | Doch keine Explosion an Bord des Egypt-Air-Flugzeugs
17:08 | Leader Kruijswijk vergrössert Vorsprung - Etappensieg für Valverde
16:56 | Gotthard-Erbe verbindet Schweiz und Italien
16:46 | Bonbonherstellerin Ricola 2015 mit weniger Umsatz
16:18 | Fedpol verzeichnet mehr Geldwäscherei-Meldungen
16:14 | Villa in Bellinzona verschoben statt abgerissen
16:01 | Zehntausende Belgier protestieren gegen Arbeitsrechtsreform
15:57 | Valartis-Gruppe dämmt Jahresfehlbeträge nur leicht ein
15:29 | Mehr als 12 Tote bei erneutem Erdrutsch in Jade-Mine in Myanmar
15:09 | Räumung des Flüchtlingscamps von Idomeni hat begonnen
14:49 | Luxussportwagen auf A2 bei Gurtnellen zu Schrott gefahren
14:47 | Schweizer Team 2017 gegen den Weltmeister in Paris
14:42 | Palästinenser wollen internationalen Rahmen für Friedensgespräche
14:12 | Initiative für Vaterschaftsurlaub setzt Parlament unter Zugzwang
14:05 | Französische Polizei geht gegen Streikende bei Raffinerien vor
14:03 | Anteil nicht berufstätiger Mütter halbiert
13:50 | Autoren aus acht Nationen lesen beim Bachmann-Preis
13:47 | Timea Bacsinszky in der 1. Runde ungefährdet
13:36 | Obama kritisiert Einschränkung der Meinungsfreiheit
12:56 | Embolo will nächste Woche wieder mit dem Team trainieren
12:36 | Adele unterschreibt Rekord-Vertrag über 130 Millionen Franken
12:08 | Eine der grössten Banksy-Ausstellungen überhaupt in Rom eröffnet
11:36 | Designierter türkischer Ministerpräsident stellt neues Kabinett vor
11:07 | Spotify gewinnt noch mehr Nutzer und vergrössert seinen Verlust
10:58 | Jedes siebte kontrollierte elektrotechnische Erzeugnis beanstandet
10:43 | Schweizer Solarflieger muss Start verschieben
10:29 | Schweizer Firmen unterschätzen Cyberrisiken beim Internet der Dinge
08:56 | Schweizer Firmen exportieren im April mehr
08:54 | Drohnen vermessen die Schneedicke
08:35 | Finma: "BSI hat schwer gegen Geldwäschereibestimmungen verstossen"
08:10 | Der "Picasso des Songs" Bob Dylan wird heute 75
07:53 | WEKO büsst Swisscom mit 72 Millionen Franken
06:36 | San Jose vor erstmaligem Einzug in den Stanley-Cup-Final
05:30 | Kein Zucker mehr: Coca-Cola-Produktion in Venezuela gestoppt


Sie befinden sich hier: 

Home / ERSTE SEITE Mobile-Website anzeigen


Verlag

Zeitungen





Copyright 2013 © Zofinger Tagblatt AG