Samstag, 25. März 2017

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Es brodelt: Das Kostensüppchen kocht bald über


Integration kostet. Die meisten Flüchtlinge in der Region Zofingen leben in Aarburg. Eine Analyse zeigt aber: Auch Gemeinden wie Oftringen, Strengelbach oder Murgenthal droht vielleicht schon bald eine Kostenexplosion.

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Viel haben Flüchtlinge nicht für ihren Lebensunterhalt. Arbeit zu finden ist schwer. Die Frage ist: Wer soll das alles zahlen? ZT Archiv

Über 170 Flüchtlinge leben in Aarburg. So viel wie in keinem anderen Ort der Region. Rund 2 Millionen Franken gibt die Stadt laut Sozialchefin Martina Bircher (SVP) jährlich für deren Sozialhilfe aus. Die Streitfrage ist: Wer soll zahlen? Für die Gemeinden wird es nämlich immer teurer, weil der Bund die Finanzierung ab fünf (anerkannte Flüchtlinge) und sieben Jahren (vorläufig aufgenommene) den Gemeinden überlässt.

Acht von zehn Flüchtlingen im Bezirk gehen gemäss einer Alayse des Regionalverbands zofingenregio auf Kosten der Gemeinden Aarburg und Oftringen. Zwar leben in Aarburg 172 Flüchtlinge. Doch mit 140 liegt etwa Oftringen nicht weit dahinter. Es folgen Zofingen (36), Strengelbach (›29), Safenwil (22), Murgenthal (21). Die Agglomeration Zofingen hat durch seine gute Verkehrslage, die Durchmischung und Leerwohnungsbestände eine Sogwirkung.

Teuer für die Region

Oftringen bezahlte 2016 im Flüchtlingsbereich bereits 530 000 Franken Sozialhilfe, rechnet man gemäss SKOS-Richtlinien rund das Dreifache. FDP-Sozialvorsteher Hanspeter Schläfli ssgt: «Wir wissen, dass sich dieser Betrag weiter erhöhen wird.» Sogar das kleine Murgenthal zahlt jährlich 300 000 Franken, wobei in den nächsten zwei Jahren ein Kostenanstieg um fast ein Drittel prognostiziert wird. Mögliche Folgen: Schuldenanstieg. Defizite. Unerwünschte, aber notwendige Steuererhöhung.

Schlecht für die Integration

Gerade wenn Flüchtlinge in Liegenschaften wie ehemaligen Gasthöfen zusammengepfercht werden, kommt es gemäss Bircher zudem zu Szenenbildung, Drogen- und Alkoholproblemen. «Die Bildung von Parallelgesellschaften steht dem Integrationsgedanken entgegen», mahnt die Grossrätin. Das alles könne – in Kombination mit der Gefährdung der Schweizer Sozialwerke – längerfristig den sozialen Frieden beeinträchtigen.

 

Weitere Hintergrundinformationen und warum nur 16 der 500 Flüchtlinge vom RAV vermittelt werden können im ZT/LN vom Dienstag, 21. März

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