«Attelwil muss den Steuerfuss auch ohne Fusion erhöhen»

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Am 21. September können die beiden Bevölkerungen an der Gmeind darüber abstimmen, ob sie fusionieren wollen. TIZ
 

Vier Arbeitsgruppen haben während Monaten die beiden Gemeinden durchleuchtet und Grundlagen für die Entscheidungsfindung zur Fusion erarbeitet.

Das Fusionsprojekt Attelwil-Reitnau erklimmt die nächste Stufe. Die vier Arbeitsgruppen haben ihre nun rund sechs Monate dauernden Analysen in den Bereichen Organisation, Infrastruktur, Gesundheit, Soziales, Bildung und Finanzen abgeschlossen und die Resultate der Gesamtarbeitsgruppe vorgestellt. «Es wurde sehr gut und diszipliniert gearbeitet», freut sich Martin Hitz, Leiter des Fusionsprojekts. Im Bereich Organisation gaben vor allem die Projekte Hochwasserschutz und Melioration viel zu reden. Es ist vorgesehen, dass beide Gemeinden unabhängig voneinander über die Melioration entscheiden können, wie es in diesem Bereich weitergehen soll.

Die neue Gemeindeordnung sieht bei der ersten Wahl für den neuen Gemeinderat der fusionierten Gemeinde zwei Wahlkreise vor. Das heisst: Reitnau könnte drei Gemeinderäte stellen, Attelwil zwei. Ein emotionaleres Thema dürften Ortsnamen, Wappen und Postleitzahl sein. Die fusionierte Gemeinde sollte Reitnau heissen, da waren sich alle in der Arbeitsgruppe einig. Der Name Attelwil würde aber nicht verschwinden. Auf dessen Gebiet würde es auf dem Ortseingangsschild «Attelwil, Gemeinde Reitnau» heissen. Die Postleitzahlen würden ebenfalls bestehen bleiben, «und auch unser Adler auf den Strassenschildern», sagt Roger Lehner, Gemeindeammann von Attelwil. «Natürlich darf auch weiterhin die Attelwiler Fahne gehisst werden.» Im Falle der Fusion würde der Sozialdienst Kölliken anhängen und im Abfallbereich käme die gewichtsabhängige Abfallgebühr, wie sie in Reitnau praktiziert wird, zum Tragen. Beide Gemeinden behalten ihre jeweiligen Schiessstände, wie auch ihre jeweiligen Sammelstellen. Mit grossem Interesse verfolgten die Arbeitsgruppenteilnehmer die Präsentation zum Thema Finanzen. Regina Lehmann: «Das kantonale Gesetz über den Finanzausgleich zwingt die kleinen Gemeinden zum maximalen Steuerfuss, ansonsten bekommen sie keinen Finanzausgleich.» Sollten Attelwil und Reitnau aber fusionieren, so rechnen die Verantwortlichen des Kantons Aargau für die neue Gemeinde mit einem Steuerfuss von 114 Prozent. «Dieser soll zwischen vier bis fünf Jahren Bestand haben», betont Martin Hitz. «Attelwil muss den Steuerfuss auch ohne Fusion erhöhen», sagt Roger Lehner. «Die momentanen 98 Prozent sind für uns bald Geschichte.»

Das weitere Vorgehen ist wie folgt vorgesehen: Nach der Information der Bevölkerung am 18. Mai, erfolgen eine Auswertung und eine Absprache mit dem Departement des Innern (DVI) des Kantons Aargau. Danach wird der Fusionsvertrag und -Bericht bearbeitet, sodass beide Gemeindeversammlungen am 21. September darüber befinden können. Stimmen beide Gemeinden Ja, kommt es am 26. November in beiden Gemeinden zur Urnenabstimmung über den Fusionsvertrag.

Reitnau, Mehrzweckhalle, Donnerstag, 18. Mai, 20 Uhr, Infoveranstaltung zum Fusionsprojekt Attelwil-Reitnau

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