Unterirdisch von einem Haus zum anderen gelangen

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Margrith Humbel blickt auf die Baustelle vor den Seniorenwohnungen, wo sie schon seit Jahren lebt. ZVG
 

Ein Verbindungsgang zum Haupthaus soll für die Mieter der Seniorenwohnungen die Wohnqualität erhöhen.

Schaufel um Schaufel hebt der Bagger im Garten des Seniorenzentrums Falkenhof die Erde aus. Wo jetzt noch eine Baugrube ist, verläuft ab Ende Oktober ein unterirdischer Gang, der das Haupthaus des Heims mit den 21 Seniorenwohnungen verbindet. Der Aushub soll bald abgeschlossen werden.

«Es gibt bislang keine geschützte Verbindung zwischen den beiden Gebäuden», begründet Marlise Egger Andermatt, Vizepräsidentin des Stiftungsrats Falkenhof, das Bauvorhaben. Die Mieter der Seniorenwohnungen sind zwar selbstständig, können aber die Dienstleistungen im Haupthaus mitbenutzen. Dazu zählen Beratung, Anlässe, das Essen in der Cafeteria sowie das Aktivierungsangebot. Der Weg zwischen den beiden Gebäuden über den Vorplatz beträgt je nach Lage der Wohnung 60 bis 100 Meter. Die Gehwege zum Hauptgebäude sind zwar alle rollstuhlgängig, bieten aber keinen Schutz vor Regen oder Kälte.

Kein Tunneleffekt
Als der Wohnkomplex zwischen 1998 und 2000 gebaut worden war, sei ein Verbindungstrakt noch kein Thema gewesen, sagt Egger Andermatt. Erfahrungen und Rückmeldungen im Lauf der Jahre hätten aber gezeigt: Gerade für Bewohner mit eingeschränkter Mobilität ist es umständlich, wenn sie sich im Winter wetterfest anziehen müssen, nur um den kurzen Weg ins Haupthaus zurückzulegen. Ein Essen in der Cafeteria ist so mit viel Zeit und Organisation verbunden. Der Gang soll es den Bewohnern ermöglichen, bei jeder Witterung oder bei Dunkelheit bequem von einem Gebäude ins andere zu wechseln.

Der Verbindungstrakt wird etwa 35 Meter lang sein. Das Projekt, das vom Architekturbüro Morf Architekten in Aarburg realisiert wurde, kostet rund 800000 Franken. Fenster, Oblichter und eine zusätzliche künstliche Beleuchtung sollen für Helligkeit sorgen, um einen Tunneleffekt zu vermeiden. Der Zugang zu den Gebäuden geschieht über die Liftanlagen. «Die Investition lohnt sich», ist Egger Andermatt überzeugt. Für den Stiftungsrat Falkenhof und den Verwaltungsrat der Seniorenwohnungen AG sei bei der Diskussion des Problems vor einem Jahr klar gewesen: «Der Verbindungsgang bedeutet mehr Wohnqualität.» Zudem könnten die Bewohner mehr Serviceleistungen in Anspruch nehmen.

Im Notfall schneller handeln
Der Verbindungstrakt soll auch die Sicherheit der Bewohner im Alltag erhö- hen. Einige der Mieter nutzen den Pflegenotruf des Seniorenzentrums. Im Notfall können sie dabei über einen Knopf, den sie mit einem Armband am Handgelenk tragen, sofort Hilfe beim Personal anfordern. «Die Angestellten gelangen über den Verbindungsgang schneller und direkter in die Wohnungen», sagt die Vizepräsidentin. Der Trakt sei breit genug, um im Bedarfsfall auch ein Bett verschieben zu können. Der Falkenhof will das Bauvorhaben nutzen, um gleichzeitig auch die Gartenanlagen zu verschönern. «Dort, wo spä- ter der Verbindungsgang verläuft, hat der Garten jetzt noch Hinterhofcharakter», sagt Egger Andermatt. Dieser Bereich soll aufgewertet werden.

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