Der Herr der Ordner

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Reiner Schmitt mit einem Teil seines imposanten TVZ-Archivs, das insgesamt mehr als 50 Ordner umfasst. (Bild: Michael Wyss)

Aus dem TVZ-Archiv (1/6) Der gebürtige Deutsche Reiner Schmitt hat zwischen 1958 und 2001 alles rund um die Handballer des TV Zofingen in über 50 Ordnern archiviert.

«Nach 43 Jahren im Handball-Geschäft habe ich auf Ende der Saison 2000/01 den Hut genommen», fängt der Brief an, den Reiner Schmitt am 21. Mai 2001 verschickte, «ich tat dies mit der Gewissheit, meinen Teil zur Popularisierung des Handballs im kleinen (Regionalberichterstattung) und grossen (überregional und Länderspiele) beigetragen zu haben. So verlasse ich nun die offizielle Handball-Bühne und bleibe mit meinem umfangreichen Privat-Archiv alleine. Es erinnert mich an viele Ereignisse auf dem Feld und in der Halle.»

Mittlerweile hat der 84-jährige gelernte Schriftsetzer die mehr als 50 Ordner dem Zofinger Tagblatt vermacht. «Es ist mir nicht schwer gefallen, das Archiv abzugeben», erklärt der Zofinger, «meine Verbindung zum Handball ist nicht mehr dieselbe wie früher.» Zwar gehört Reiner Schmitt immer noch dem Männerturnverein an und trifft sich oft mit alten Turn- und Handballkameraden, aber die aktive Beteiligung am Handball-Geschehen in der Thutstadt hat seit 2001 stetig abgenommen. «Früher habe ich noch alle persönlich gekannt und hatte deshalb eine enge Beziehung zum Verein», sagt Reiner Schmitt, «in den letzten Jahren war das aber nicht mehr so.» Trotzdem wünscht sich das Ehrenmitglied, dass der in die 2. Liga «abgestürzte» TVZ dereinst wieder an Glanz gewinnt: «Es wäre schön, wenn die einstige Hochburg TV Zofingen in der Handballschweiz wieder eine gewisse Bedeutung erlangen würde.»

Integration durch den Sport
So wie zu den erfolgreichsten Zeiten Ende der 70- und anfangs der 80-Jahre, als die Thutstädter zweimal Schweizer Meister wurden und dreimal im Europacup antreten durften. «Ich durfte viele schöne Dinge miterleben», sagt der ehemalige Nationalliga-Feldhandballer. Unter anderem ist der TV Zofingen auch verantwortlich dafür, dass Reiner Schmitt seit über 60 Jahren in der Schweiz lebt. Im Jahr 1957 zog es den Schriftsetzer der Arbeit wegen in die Thutstadt. «Der Turnverein hat mir die Integration deutlich einfacher gemacht», sagt Reiner Schmitt, «er hat diesbezüglich sogar die entscheidende Rolle gespielt.» Nach dem Umzug in die Schweiz fand Reiner Schmitt eine Unterkunft bei der Turnerfamilie Gloor-Scheurer. Heinz und Ruth Baltisberger-Gloor stellten die Verbindung zum Turnverein her und es war nichts als logisch, dass der Feldhandballer alsbald für den TVZ auflief. «Ich habe so sehr viele Zofinger und später im Skiclub auch noch meine Ehefrau Ursula kennengelernt», erzählt Reiner Schmitt. Schon bald nach seinem Beitritt zum TVZ begann der Zofinger Ortsbürger auch mit dem Verfassen von Matchberichten. «Das Schreiben war mein grosses Hobby», sagt Reiner Schmitt. Fortan war er praktisch auch jedes Wochenende für seinen Arbeitgeber «Zofinger Tagblatt» unterwegs. So entstanden in 43 Jahren – meist auf der Schreibmaschine und auf Seidenpapier – mehr als 1000 Artikel, welche fein säuberlich immer archiviert wurden. So lassen sich auch heute noch sämtliche Spiele der Zeit zwischen 1958 und 2001 nachlesen. Hinzu kommen viele Fotos, Zeitungsausschnitte und sogar der eine oder andere Briefverkehr.

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