Ein total falsches Zeichen gesetzt

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Michael Wyss

Es läuft die 79. Minute in der 2.-Liga-inter-Partie zwischen dem SC Schöftland und dem FC Muri. Wiederholt kommt es zum Duell zwischen Muri-Verteidiger Shpend Matoshi und Schöftland-Stürmer Miroslav Kral. Der grossgewachsene Kral wird hoch angespielt und versucht, mit dem Körper den Ball abzuschirmen. Wie schon mehrmals zuvor wird er dabei vom Gegenspieler in den Rücken gestossen. Wie fest, ist nicht die Frage. Kral geht zu Boden, der Schiedsrichter pfeift. Und jetzt fängt das Theater an. Matoshi verwirft die Hände, gestikuliert wild und sagt zum Referee: «Geb mer doch no die gälb Charte.» Gesagt, getan. Daraufhin flippt der Murianer aus, lacht dem Unparteiischen ins Gesicht und applaudiert länger in seine Richtung. Von den Zuschauerrängen ist zu hören: «Das könnte theoretisch auch Rot sein.» Theoretisch? Egal, ob Fussball oder eine andere Sportart, das ist ein Armutszeugnis, nicht nur für den Spieler, sondern vor allem für den Unparteiischen. In dieser Situation nicht den Platzverweis auszusprechen, ist unverständlich und sorgt für ein total schlechtes Zeichen. Ein solches Gehabe zeugt von Unsportlichkeit und fehlendem Respekt und muss hart sanktioniert werden. Emotionen gehören zweifellos zum Sport, aber die Grenze wandert immer weiter in die falsche Richtung und das ist gefährlich.

 

Die Achillesferse stammt als Begriff aus der griechischen Mythologie: Sagenheld Achilleus war nur an der rechten Ferse verwundbar. Verletzliche Stellen im System sind auch Thema dieser Kolumne.

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