Lichterlöschen im Gedächtnis

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Pascal Kamber

Es ist wieder passiert. Als ich morgens die Wohnung verliess, hielt ich bereits auf den ersten Treppenstufen inne und stellte mir die Frage: «Habe ich das Licht im Badzimmer ausgemacht?». Obwohl ich die Antwort eigentlich kannte, kehrte ich um und warf nochmals einen Blick in unsere vier Wände. Wenig überraschend war es im Zimmer dunkel und ich ärgerte mich ein bisschen über das scheinbar nachlassende Gedächtnis.

Allem Anschein nach handelte es sich um den ersten Vorboten meines fortgeschrittenen Alters, immerhin «darf» ich bald den 30. Geburtstag feiern. Viel plausibler klingt für mich jedoch eine mögliche Zwangsstörung, die sich an jenem Tag offenbart hat. Weil mir später im Büro meine Arbeitskollegen ebenfalls von solchen Erlebnissen erzählten, beunruhigte mich die Episode nicht weiter. Ich scheine bei weitem nicht der einzige Mensch zu sein, der sich vergewissern will, ob die Fenster geschlossen sind, die Herdplatte ausgeschaltet oder die Wohnungstür nicht doch versehentlich noch offen ist.

Eine Recherche im Internet bestätigt mir zudem, dass es deutlich schlimmere Fälle von Verhaltensanomalien gibt. Etwa den Reinlichkeits-, Ordnungs- oder Berührzwang. Mir schaudert beim Gedanken daran, mich ständig waschen zu müssen, verschiedene Gegenstände nach genauen Regeln präzise anzuordnen oder bestimmte Dinge immer und immer wieder anzufassen. Gleichzeitig fühle ich mit den Menschen, mit denen es das Schicksal nicht gut gemeint hat und die sich wohl oder übel mit dieser Krankheit auseinandersetzen müssen. Mir jedenfalls würde es definitiv schwerfallen, unter solchen Umständen das Leben geniessen zu können.

So gesehen bin ich froh, wenn ich hin und wieder nur kontrollieren «muss», ob das Licht im Wohnzimmer tatsächlich nicht mehr brennt. Ich will mir nicht ausmalen, wie sich mein Alltag gestalten würde, wenn ich bestimmte Vorgänge krankhaft wiederholen müsste. Ich will mir nicht ausmalen, wie sich mein Alltag gestalten würde, wenn ich bestimmte Vorgänge krankhaft wiederholen müsste. Ich will mir nicht ausmalen, wie sich mein Alltag gestalten würde, wenn ich bestimmte Vorgänge krankhaft wiederholen müsste …

 

 

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