Fusion Attelwil-Reitnau: «Wir Jungen sind schon vereint»

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Gegenseitig gratuliert: Attelwils Gemeindeammann Roger Lehner und Reitnaus Frau Gemeindeammann Regina Lehmann-Wälchli beglückwünschen sich nach der knappen Entscheidung. Nun fiebern beide dem Urnengang am 26. November entgegen. (Bild: rc)

Reitnaus Frau Gemeindeammann Regina Lehmann-Wälchli wird am Tag nach der Fusionsabstimmung schon früh aus den Federn geholt. Radio SRF fühlt ihr den Puls, will wissen, wie sie das knappe Resultat aus Attelwil – 51 Ja zu 41 Nein – deutet. «Wenn rund 45 Prozent der Bevölkerung an der Gmeind teilnimmt, geheim abstimmt, und es dann immer noch ein Ja für die Fusion gibt, ist das ein sehr solides Resultat», sagt Regina Lehmann. Auch Attelwils Gemeindeammann Roger Lehner kommt erst spät zur Ruhe. «Die Gmeind war bewegend und emotional», blickt er zurück. «Im Vorfeld war es verdächtig ruhig, weshalb mich die vielen Wortmeldungen nicht erstaunten.» Auch er ist glücklich, dass die Bevölkerung dem Zusammenschluss zustimmt. Ruhig und souverän führt er durch die teilweise hitzigen Diskussionen und hat auf fast alle Fragen eine Antwort. Und Fragen gibt es viele. Immer wieder wird das liebe Geld angesprochen, das Ortsbürgerland oder die Melioration. Vor allem ältere Stimmberechtigte werden immer wieder emotional. «Wir opfern doch nicht unsern Adler (Ortswappen, Anm. der Red.) für einen Storch», sagte zum Beispiel Alt Gemeindeammann Ernst Baumann. Ein anderer Kritiker sagt: «Wovon profitiert Attelwil? Ich sehe nur, das wir in allen Bereichen verlieren, vom Namen bis zum Vermögen. Ausserdem, wie geht das weiter? Bald kommen doch Kirchleerau und Moosleerau hinzu, dann werden wir zu Leerbern und später sicher irgendwann zu Schöftlern.»

Es gibt aber auch Stimmen für die Fusion: «Es tut mir auch weh, den Namen Attelwil und das Wappen aufzugeben. Das sind aber momentane Erscheinungen. Wir sind doch schon lange keine eigenständige Gemeinde mehr. Wir haben alles ausgelagert. Die Zeit ist reif. Wir müssen eben ein paar Kröten schlucken. Besser jetzt als in 10 Jahren.» Ein junger Mann um die 20 sagt: «Für uns Jungen, die hier zu Schule gegangen sind, ist Attelwil und Reitnau bereits eine Gemeinde. Diese starke Identifizierung mit Attelwil gibt es für mich gar nicht.»

Nach rund eindreiviertel Stunden kommt es zur geheimen Abstimmung. Die Spannung steigt. Die Reitnauer, die nach 45 Minuten dem Zusammenschluss mit 128:0 zustimmen, sitzen bereits im Restaurant Schiedstube in Attelwil. Sie warten bis sie gemeinsam auf die Fusion anstossen können. Dann die Erlösung, auch Attelwil sagt Ja. Die beiden Gemeindeammänner beglückwünschen sich. «Es bleibt ein offenes Rennen», sagt Roger Lehner. «Es gibt auch an der Urne ein Ja», ist Regina Lehmann überzeugt.

Damit dieses an beiden Orten erfolgt, muss noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden. Vor allem die Verlustangst der Attelwiler gilt es zu entkräften. «Viele haben Angst etwas zu verlieren», sagt ein Befürworter. «Welche Nachteile aber ein Nein mit sich bringen, sind sich viele nicht bewusst.»

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