Eine gemeinsame Spitex für die Region: Die wichtigsten Punkte zur Fusion

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Die «Spitex Region Zofingen AG», so der Arbeitstitel der Organisation, soll einen 24-Stunden-Service anbieten können. Geplant sind weitere Dienstleistungen wie eine Psychiatrie- oder eine Onkologiespitex. (Symbolbild)

1. Warum sollen die Spitexdienste fusionieren?

Berechnungen zeigen: Im Jahr 2040 werden in der Region Zofingen fast zweieinhalbmal so viele 80-jährige und ältere Menschen leben wie heute. Die Strategie des Kantons Aargau «ambulant vor stationär» sieht vor, dass die Menschen so lange wie möglich daheim leben sollen. Damit steigen die Leistungsstunden bei den Spitex-Diensten. Für die Erfüllung dieser Aufgaben benötigt die Spitex mehr Personal. Die Ansprüche an die Führung steigen ebenfalls. In einer grösseren Organisation können Synergien genutzt werden, so eine Analyse der Steuerungsgruppe «Koordination Pflegesetz» des Regionalverbands zofingenregio.

2. Welche Gemeinden wären bei einer Fusion dabei?

Die Spitexdienste Strengelbach-Vordemwald-Brittnau, Murgenthal, Oftringen, Rothrist und Zofingen. Die Stimmbürger der betreffenden Gemeinden müssen dem Projekt aber erst zustimmen: An den Gemeindeversammlungen (bzw. Einwohnerratsversammlung in Zofingen) im Herbst kommt die Fusion zur Abstimmung.

3. Wie wird die gemeinsame Spitex organisiert sein?

Die regionalen Dienste würden sich zu einer gemeinnützige Aktiengesellschaft zusammenschliessen. Der Arbeitstitel des Projekts lautet «Spitex Region Zofingen AG». Die Steuerungsgruppe hat sich bewusst für diese Rechtsform entschieden: Das Modell der AG sei auf die Führung von Unternehmen zugeschnitten. Die Gemeinden sind darin Eigentümer und Auftraggeber der Spitex. Angebot und Finanzierung werden weiterhin durch eine Leistungsvereinbarung mit den Gemeinden gesteuert.

4. Wie hoch ist das Aktienkapital?

Zofingenregio schlägt für die AG ein Aktienkapital von 500 000 Franken vor, aufgeteilt auf die einzelnen Aktionäre (Gemeinden) nach Einwohnerzahlen. Dass eine Spitex als Aktiengesellschaft funtkioniert, ist nicht neu: Bereits die Spitex Region Brugg AG, die Spitex Fricktal AG und andere ausserkantonale Organisationen sind so organisiert. Neben einer Geschäftsleitung wird es Kerndienste geben, die durch die sechs Stützpunkte in den Gemeinden geleistet werden.

5. Welche Ziele verfolgt die «neue» Spitex?

Zofingenregio hat eine Liste von Anforderungen erstellt, welche die regionalisierte Spitex erfüllen muss. Sie soll vor allem «strukturell gestärkt» und professionalisiert werden. Dies möchte der Regionalverband durch folgende Massnahmen erreichen: Der Leistungsauftrag, den die Spitex mit den Gemeinden eingeht, soll auf einem klar definierten Leistungskatalog basieren. Die operativen Aufgaben übernimmt eine zentrale Geschäftsleitung. Die einzelnen Stützpunkte führen ein gemeinsames Qualitätsmanagement durch und bilden gemeinsam Pflegefachkräfte aus. Services wie Rechnungs- und Personalwesen werden zentral zusammengefasst. Ein einheitliches Informatik- und Telefonsystem soll die Kommunikation vereinfachen. Die Einsatzzeiten sowie das Angebot der Spitex werden verbreitert.

6. Wie verändert sich das Angebot der Spitex nach der Fusion?

Es soll ein «bedarfsgerechter 24-Stunden-Dienst» entstehen, plant der Regionalverband. Zusätzlich hat sich zofingenregio als Ziel gesetzt, weitere Dienstleistungen wie Kinderspitex, Palliative Care, Onkologiespitex und Psychiatriespitex ins Angebot der Organisation aufzunehmen.

7. Kann die Spitex durch die Fusion Kosten einsparen?

Zofingenregio hat eine Vergleichsrechnung mit bestehenden regionalisierten Spitexorganisationen aufgestellt. Diese zeige ein «beträchtliches Einsparungspotential». Der Regionalverband rechnet damit, dass der Aufwand pro verrechnete Stunde um 10 Prozent sinken dürfte. Der Mittelwert liege bei 7,5 Prozent. Weil die Spitex mehr Dienstleistungen anbieten würde, rechnet der Verband zudem mit mehr Ertrag. Weiter rechnet die Steuerungsgruppe damit, dass die Organisation im Personalbereich rund 220 000 Franken sparen wird – dies durch die Zusammenlegung der Geschäftsleitungen. Grundsätzlich führe eine Fusion zu einer Kostensenkung im Gesundheitsbereich: Weil durch das vergrösserte Spitex-Angebot mehr Menschen zuhause betreut werden, müssen die Pflegeheime weniger Betten anbieten und können so ebenfalls Kosten einsparen.

8. Welche Auswirkungen hätte eine Fusion auf das Personal?

Die Spitex wird den Personalbestand aufstocken. Die Koordination der Angestellten werde durch die gemeinsame Führung aber vereinfacht: Spät-, Nacht- und Spezialdienste etwa würden dann gemeindeübergreifend durchgeführt. In den Bereichen Führung, Administration und Logistik allerdings kommt es zu Einsparungen von rund 20 Prozen, so der Projektbericht von zofingeregio. Dies, weil die einzelnen Geschäftsleitungen zu einer gemeinsamen Führung zusammengelegt werden. Ob es dadurch zu Kündigungen kommt, ist noch offen: Viele der Angestellten üben Mehrfachfunktionen aus. Die Anstellungsbedingungen und die Löhne sollen sich für das Personal indes nur gering verändern, schätzt der Regionalverband.

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