Karma am Ende

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Kürzlich meinte eine liebe Arbeitskollegin zu mir, ich würde immer «so böse» schauen. Schreibe ich Kolumnen, werde ich manchmal sogar als «Wutbürger» tituliert. Dabei bin ich vielmehr der besonnene, vermittelnde Typ Mann. Das Unschöne dabei: Wer sich um Gelassenheit bemüht, indem er auf sein Umfeld extra viel Rücksicht nimmt, darf nicht erwarten, dass ihm dies mit Gleichem verdankt wird. Im Gegenteil: Gehetzt durch die moderne und kurzatmige Leistungsgesellschaft mit ihren an uns reissenden Begehrlichkeiten ist sich jeder selbst der Nächste und Wichtigste. Wem eine gute Kinderstube viel wert ist, der gehört zu einer aussterbenden Rasse. Karma am Anschlag, könnte man da formulieren.

Übertrieben? Ein Alltagsbeispiel aus dem Bahnhof Olten. Zu Pendlerzeiten wird ein Umsteigen (und dafür ist der Oltner Bahnhof halt nun mal da) zum Hindernislauf. Menschen verbarrikadieren die ganze Breite des Perrons anstatt entlang eines Zugwaggons anzustehen. Jemandem fairerweise den Vortritt lassen? Lieber «einen Stein reissen» und wichtig auf das Handy starren. Auch wer an einem Samstag einkaufen geht, weiss, dass sich manche nur um sich selber kümmern. Dass ihr Wägeli den Weg versperrt ist ihnen egal. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich noch deutlicher beim Verkehr, wo sich das Nichtkümmern um den Rest der Verkehrsteilnehmer in stockendem Verkehr, Staus bis hin zu Unfällen manifestiert. Ob jung oder alt spielt weniger eine Rolle, auch wenn die «hüttigi Jugend» manchmal oberflächlicher nicht sein könnte. Kein Wunder, wenn Unterhaltungen durch neue soziale Medien (also eigentlich asoziale ...) auf 140 Zeichen oder ein Foto beschränkt werden. Wir wissen inzwischen alle längst, dass sich mit so viel Minimalismus sogar Wahlen gewinnen lassen.

Doch auch wenn die Welt einem fies ins Gesicht lacht; und das tut sie doch letztlich jeder Generation einmal – ich lache lieber zurück als den Stinkefinger auszupacken. Denn was wollen wir lieber: Uns nerven oder selbst zum Ärgernis werden? Ich werde mich also verstärkt bemühen, keinen «Stein zu reissen». Ob nun Wutbürger oder nicht...

Bsetzistei ist die wöchentliche Kolumne der Redaktorinnen und Redaktoren des Zofinger Tagblatts und der Luzerner Nachrichten.

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