Hanna Kunz: «Kommunikation habe ich mir als grosses Ziel gesetzt»

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Die Brittnauerin Hanna Kunz verliess die Gemeinde mit 19 Jahren. Nun kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück. (Foto: Caroline Kienberger)

Jetzt ist es definitiv: Die neue Frau Gemeindeammann heisst Hanna Kunz. Gestern endete in Brittnau die Nachmeldefrist für weitere Gemeinderatskandidaturen. Es lagen keine weiteren Bewerbungen vor. Hanna Kunz (parteilos) wurde damit in stiller Wahl gewählt. Am 1. Januar 2018 tritt sie ihr Amt an. Im Interview spricht sie über die Gründe für ihre Kandidatur – und welche Ziele sie verfolgt.

Frau Kunz, Sie sind gewählt, wir gratulieren! Sie wohnen momentan noch in Birr. Wann beziehen Sie Ihr Haus in Brittnau?

Hanna Kunz: Wir stehen kurz vor dem Umzug. Es war schon länger geplant, dass wir mein Elternhaus an der Dorfstrasse übernehmen möchten. Ende September wollten wir einziehen. Beim Umbau gab es hie und da Verzögerungen. Es geht jetzt aber vorwärts.

Sie haben Brittnau im Alter von 19 Jahren verlassen. Wie gut kennen Sie die Gemeinde?

Ich war nie ganz weg. An Wochenenden kam ich oft hierher, um meine Eltern zu besuchen. Von meinem Vater erfuhr ich dann jeweils, was im Dorf los ist. Er war selbst viele Jahre im Gemeinderat. Ich traf auch oft Bekannte und Nachbarn. Da hat man immer das eine oder andere vernommen. Mit meinem Lebenspartner habe ich jeweils diverse Veranstaltungen in Brittnau besucht, etwa die Bundesfeier, den Hostethock oder die Fasnacht.

Warum haben Sie beschlossen, für das Amt im Gemeinderat und als Ammann zu kandidieren?

Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt. Die Zeit dafür hat mir aber gefehlt. Das änderte sich, als im August infolge Strukturwandel meine Arbeitsstelle gestrichen wurde. Das Amt ist eine neue Herausforderung für mich. Es ist heutzutage schwer, Leute für dieses Gremium zu finden. Ich möchte gerne neue Lösungen für mein Heimatdorf mitgestalten. Als mich die Findungsgruppe aber angefragt hat, ob ich auch für den Ammann-Posten bereit wäre, benötigte ich etwas Bedenkzeit. Mir ist bewusst, dass mit diesem Amt eine grosse Verantwortung verbunden ist.

Welche Kompetenzen bringen Sie in den Gemeinderat mit ein?

Durch meinen bisherigen Beruf als Spartenleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung habe ich Erfahrungen in Management, Verkauf und Marketing. Ich hatte zudem ständig Kontakt mit Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern. Die Kommunikation mit verschiedenen Parteien bin ich mir gewohnt. Auch im Gemeinderat ist Kommunikation ein wichtiges Thema.

Inwiefern?

Die Kommunikation zwischen dem Gemeinderat und den Bürgern empfinde ich als ein wichtiges Element. Das Gremium muss manchmal Entscheidungen treffen, die nicht alle begreifen. Darum ist es wichtig, die Bevölkerung über alle Geschäfte stets gut zu informieren. Sonst können sich die Bürger keine fundierte Meinung bilden. Kommunikation habe ich mir darum als grosses Ziel gesetzt.

Welche weiteren Themen liegen Ihnen am Herzen?

Eine Herausforderung wird der Wechsel der Mitglieder im Gemeinderat sein. Wir müssen uns alle kennenlernen, damit wir ein Top-Team bilden können. Ich würde zudem gern das hiesige Gewerbe fördern. Wir haben auch wenig Industrie in Brittnau; es fehlt dazu an Land. Dagegen sollten wir etwas unternehmen. Grundsätzlich ist mir wichtig, dass wir die Bedürfnisse der Bevölkerung ernst nehmen und sie in Entscheidungen miteinbeziehen.

Sie beschreiben Ihre politische Haltung als bürgerlich und offen für Veränderungen. Wie äussert sich dies konkret?

Ich möchte Traditionen im Dorf beibehalten, darunter die Vereine. Sie kämpfen aber mit Nachwuchsproblemen. Wir müssen versuchen, junge Brittnauer und Neuzuzüger dafür zu gewinnen. In Brittnau herrscht noch ein Dorfleben; man kennt einander. Das soll so bleiben. Gleichzeitig braucht es Neues. Aber wir dürfen keine utopischen Projekte in Angriff nehmen. Brittnau ist finanziell nicht gut gebettet. Darum bin ich für machbare Schritte.

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