Regierungsrätin Franziska Roth: «Die Bottenwiler sind nicht vergessen»

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Regierungsrätin Franziska Roth erklärt, es sei ihr «ein grosses Anliegen, mich für die Bottenwiler einzusetzen.» (Archivbild/Alex Spichale)

Regierungsrätin Franziska Roth, als Vorsteherin des kantonalen Departements Gesundheit und Soziales auch zuständig für das Militär im Aargau, kann den Entscheid eines Armeeeinsatzes im Uerkental nicht selber fällen. Sie betont aber auf Anfrage, es sei ihr «ein grosses Anliegen, mich für die Bottenwiler einzusetzen; sie sind nicht vergessen.» Sie stehe im direkten Kontakt mit Divisionär Hans-Peter Walser, dem Kommandanten der Territorialregion 2. Und an Bundesbern gerichtet, sagt Roth: «Ich wünsche mir, dass die Armee ihre Kräfte in Bottenwil zur Verfügung stellt, sobald sie nach Bondo wieder Kapazitäten hat.»

René Müller, Sektionschef Katastrophenvorsorge in Roths Departement, betont weiter, man habe das Gesuch für Armeehilfe «vollumfänglich unterstützt und unterstützt es auch weiterhin». Ob der Kanton den betroffenen Gemeinden und Privaten auch finanziell unter die Arme greift, ist offen. «Es sind Gesuche um finanzielle Beiträge von verschiedenen Gemeinden eingegangen», so Müller. Am 26. September habe ein erstes Treffen zwischen dem Departement und Vertretungen der betroffenen Gemeinden stattgefunden. Über das weitere Vorgehen entscheide der Kanton nach dem Vorliegen einer definitiven Schadensbilanz.

Andere Prioritäten

Die Armeeleitung in Bern wiederum bedauert sehr, «dass sich die Betroffenen im Stich gelassen fühlen», wie Armeesprecherin Delphine Allemand auf Anfrage ausrichtet. Unterstützungen würden immer das Risiko bergen, dass die Armee anders priorisieren müsse und die Betroffenen deshalb auf eine zivile Lösung, respektive eine Bauunternehmung, zurückgreifen müssten. «Die Truppe arbeitet derzeit unter Hochdruck, damit die Bevölkerung in Bondo möglichst rasch wieder in ihre Häuser zurückkehren kann», erklärt Allemand.

Armee soll aufrüsten für mehr Inland-Hilfe

Der Bergsturz in Bondo ist aber nicht die ganze Erklärung, warum die Armeeleitung in Bern Bottenwil nicht prioritär behandelt. Die Armee beruft sich nämlich auch auf den Befund des Kantons Aargau betreffend Hang- sicherung in Bottenwil: «Im Begehren des Kantonalen Führungsstabs Aargau wird die Situation als nicht kritisch beurteilt», schreibt Armeesprecherin Allemand an die Nordwestschweiz.

Ausserdem habe eine Erkundung vor Ort durch Spezialisten des Lehrverbandes Genie/Rettung ergeben, dass die Hanglage in Bottenwil äusserst anspruchsvoll sei und die Arbeit nur durch einen erfahrenen und sicheren Schreitbagger-Fahrer durchgeführt werden könne. Armeeangehörige mit dieser Funktion würden ausschliesslich im Einsatzkommando Katastrophenhilfe Bereitschaftsverband ausgebildet, erläutert die Sprecherin. Diese Spezialisten sind seit Anfang September nun in Bondo gebunden.

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