Geri Müller empfiehlt Erich Obrist zur Wahl – das sorgt für Befremden

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Geri Müller ist noch bis Ende Jahr Badener Stadtammann «Ich war mir im Vorfeld bewusst, dass diese Abwahl ein mögliches Szenario ist. Natürlich war ich schockiert, habe mich aber schnell gefangen.»

«Ich war mir im Vorfeld bewusst, dass diese Abwahl ein mögliches Szenario ist. Natürlich war ich schockiert, habe mich aber schnell gefangen», sagt Geri Müller gegenüber der Zeitung «Rundschau». «Meine Niederlage habe ich inzwischen verdaut. Ich gebe das Amt Ende Jahr ab, das Leben geht trotzdem weiter.»

Auf die Frage, ob er sich ein Leben ohne Politik überhaupt vorstellen könne, antwortete er: «Um in der Politik tätig zu sein, braucht es kein Amt. Ich hatte rund 15 Jahre kein politisches Amt inne und habe trotzdem Politik betrieben.» In Baden gebe es sehr viele Gruppierungen und Organisationen, die keiner Partei angehörten und die Stadt trotzdem weiterbringen würden.

Er wolle sich bis Ende Jahr nochmals voll und ganz als Stadtammann engagieren und sich nach der Verabschiedung in Ruhe überlegen, wie es in Zukunft weitergehe, sagt Geri Müller «Ich bin überzeugt, dass ich einen guten Plan B finden werde.»

Bemerkenswert: Geri Müller bezieht für den zweiten Wahlgang vom 26. November, an dem er nicht mehr teilnehmen darf, deutlich Stellung zur Frage, wen er unterstützt. «Ich bin überzeugt, dass Erich Obrist für das Amt als Stadtammann die beste Wahl wäre.» Es gebe sehr viele Anspruchsgruppen zu gewinnen, Baden sei «mehr als nur seine Parteien», deshalb räume er Obrist (parteilos) gute Chancen ein, sein Nachfolger zu werden.

Obrist: «Ich stehe links»

Angesprochen auf den Support Geri Müllers, sagt Obrist: «Seine Unterstützung freut mich sehr.» Geri Müller war anwesend, als das Team Baden die Hearings mit den Stadtammannkandidaten durchführte. «Ich könnte mir vorstellen, dass er ein gutes Wort für mich einlegte», sagt Obrist.

Erfreulicherweise unterstütze ihn nun das «Team Baden». Zu den Gründen für diesen Support sagt Obrist, der einst für die SP politisierte: «Auch wenn ich politisch näher in die Mitte gerückt bin, stehe ich links und werde auch so wahrgenommen.» Entsprechend stehe er Geri Müller sowie dem Team politisch näher als Markus Schneider.

Stadtammannkandidat Markus Schneider (CVP) sagt: «Es ist befremdend, dass der amtierende Stadtammann eine Wahlempfehlung betreffend seine Nachfolge abgibt. Ich kann mich nicht erinnern, dass dies in Baden je ein Politiker gemacht hat, und mir persönlich käme es nie in den Sinn, dies zu tun.» Die Meinungen der Parteien seien aber wichtiger als diejenige eines abgewählten Stadtammanns, sagt Schneider. «Die diversen Parteibeschlüsse mit Wahlempfehlungen für mich sowie Stimmfreigaben zeigen meine breite Unterstützung.»

Müller äusserte sich auch zur Kandidatur der frisch gewählten Stadträtin Sandra Kohler (parteilos). «Auch wenn grundsätzlich nichts dagegen spricht, ist es relativ selten, dass jemand auf Anhieb, ohne politischen Background, Stadtammann wird.» Für dieses Amt brauche es ein gewisses Mass an Erfahrung, da im Gegensatz zu einem wirtschaftlichen Unternehmen in einer Stadt viele Aufgaben angegangen werden müssen, die sich rein ökonomisch betrachtet nicht lohnen, es aber für eine Stadt sehr wichtig sei, dass diese so gut ausgeführt werden, wie dies zurzeit in Baden der Fall sei. «Für diese Entscheidungen braucht es Fingerspitzengefühl und Erfahrung», sagt Geri Müller.

Sandra Kohler findet es legitim, dass sich Müller zum zweiten Wahlgang äussert. Sie gewinnt seiner Aussage Positives ab: «Es freut mich, dass ein so erfahrener Politiker wie Geri Müller findet, grundsätzlich spreche nichts dagegen, auch ohne politischen Background Stadtammann zu werden.» Denn bei den Hearings mit den Stadtparteien, die sehr konstruktiv gewesen seien, sei ihr oft gesagt worden, sie solle nun erst politische Erfahrungen sammeln. Sie ergänzt: «Auch als Führungsperson in der Privatwirtschaft musste ich immer wieder auch schwierige Entscheidungen treffen, die sehr viel Fingerspitzengefühl voraussetzen, das braucht es definitiv nicht nur in der Politik.»

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