Nahostkorrespondent Vogel: «Der Streifschuss war ein Alarmzeichen»

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Freier Journalist, Medienberater, Schriftsteller und Nahost-Kenner – der gebürtige Luzerner Artur K. Vogel lebt heute in Bern. (Bild: egu)

Aus Neugier zog es den gebürtigen Luzerner Artur K. Vogel Anfang der 80er-Jahre erstmals in den Nahen Osten. Er reiste in Ägypten, Jordanien, Syrien, Israel und den besetzten Gebieten herum und war damals, mit knapp dreissig, von den Ländern, der Kultur und den Menschen fasziniert. Seither befasst sich der Journalist intensiv mit dem Nahen Osten und kommentiert die Entwicklung und das Geschehen. In Zofingen zeigt Artur K. Vogel heute Abend, wie verheerend der Bürgerkrieg in Syrien sich auswirkt, welche Rolle die USA und Russland spielen und wie es um den Frieden steht.

Arthur K. Vogel, der Nahe Osten ist ein Pulverfass. Diktatoren stürzen, Staaten zerfallen und Bürgerkriege toben. Die Wirtschaft darbt und mit ihr die Bevölkerung, einzig der Jihadismus blüht. Gibt es Hoffnung?
Artur K. Vogel: Anfang der 1990er-Jahre war eine gewisse Hoffnung, nach dem Osloer Friedensprozess hatten sich einige Staaten einander angenähert. Palästinenser schlossen mit Israel Frieden, Jordanien ebenfalls. Inzwischen ist die Situation wieder so vertrackt, dass ich relativ pessimistisch bin.

Für alle Staaten?
Tunesien ist das einzige Land, das nach dem Arabischen Frühling eine gewisse positive Entwicklung durchgemacht hat. Für Syrien dagegen sehe ich im Moment keine Lösung. Die Situation ist so arg verfahren, da gibt es erst Ruhe, wenn die eine Seite total erschöpft ist.

Wann wird das der Fall sein?
Leider bin ich kein Prophet. Das Regime von Bacehr al-Assad gewinnt langsam wieder die Oberhand, dies vor allem dank den Russen. Aber das ist keine Lösung, weil ja die Proteste gerade wegen der extremen Repressionen unter dem Assad-Regime überhaupt begannen. Ich denke, dass der Konflikt noch Jahre andauern könnte, wenn es keine radikalen Veränderungen gibt.

Wer könnte diese denn bringen?
Am ehesten die Islamisten. Das heisst, dass ein Grossteil der Bevölkerung von einem anderen Regime unterdrückt würde. In Ägypten gabs nach Mubaraks Sturz zuerst eine radikale islamistische Regierung, bevor General al-Sisi putschte. Das hat dazu geführt, dass Ägypten heute nicht weiter ist als unter Mubarak. In Syrien ist es ähnlich: Wenn es dort eine islamistische Regierung gäbe, wäre die Opposition enorm. Zurecht, denn eine Verbesserung wäre dies gegenüber dem jetzigen Militärregime nicht, und für gewisse Minderheiten, wie die Christen, sogar eine massive, lebensbedrohliche Verschlechterung.

Wie Arthur Vogel die Rolle der Amerikaner und der Russen sieht, welches seine schlimmsten Momente «im Dienst» waren und wie er sich als freier Journalist über Wasser hält, lesen Sie in der Printausgabe des ZT/Ln vom Donnerstag.

Artur K. Vogel wird heute Donnerstagabend um 20 Uhr auf Einladung der Volkshoschule Region Zofingen einen Vortrag in der Aula des BZZ im Bildungszentrum Zofingen halten. Der Eintritt ist frei.

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