Nach dreijähriger Vorprojektphase feiert Dagmersellen sein durchdachtes Projekt

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«Stolz sind wir besonders auf die dreijährige Vorprojektphase.» – Architekt Luzius Zinsli führt eine Gruppe durch die neuen Schulräume. (Foto: rzu)

Geht man im Feuerwehrmagazin in Dagmersellen einen Gang entlang, landet man plötzlich im Untergeschoss des Gemeindehauses. Geht man in die andere Richtung, kommt man in eine Tiefgarage und endet schliesslich in einem Schulzimmer. Das ist das Projekt FAKT – der Neubau eines Feuerwehrgebäudes, eines Schulhauses, einer Tiefgarage und die Sanierung des Gemeindehauses. Die Gemeinde hat vier Fliegen mit einer Klappe geschlagen und stellte am Freitag und Samstag der Bevölkerung stolz ihr Projekt vor.

«Stolz sind wir besonders auf die dreijährige Vorprojektphase», sagte Luzius Zinsli vom zuständigen Architekturbüro Zinsli Architekten AG. Die Nutzung bestehender Grundstücke und Gebäude stand im Fokus. «Die Gemeinde musste kein zusätzliches Bauland kaufen», sagte Zinsli. So erfolgte beispielsweise der Neubau des Feuerwehrgebäudes nach der Prüfung verschiedener Standorte am bisherigen. Im Frühjahr 2015 wurde das bestehende Gebäude abgebrochen: Es entstand ein Gebäude, das den heutigen Standards entspricht und fünf Bahnen für die Fahrzeuge aufweist. Gruppenräume und Schulungszimmer befinden sich im Untergeschoss des sanierten Gemeindehauses.

Behörde arbeitete in Schulräumen

Gleichzeitig erfolgte auch der Bau des neuen dreistöckigen Schulhauses Weide mit einer Tiefgarage, das vor einem Jahr bezugsbereit wurde. Bevor aber Schüler die sechs Räume bezogen, richtete sich die Gemeindebehörde dort provisorisch ein, damit das Gemeindehaus gleich nebenan saniert werden konnte. Dieses wurde dank guter Grundkonstruktion beibehalten, einzig die Gebäudehülle wurde erneuert, weil die Wärmedämmung als ungenügend eingestuft wurde.

Mit dem Umzug der Behörde konnte das Gebäude binnen eines halben Jahres saniert werden. «Das ist ein gutes Tempo und wäre nicht möglich gewesen, wenn wir die Gemeinde nicht ausgelagert hätten», sagte Martin Lutenauer, Präsident Baukommission FAKT. Seit Sommer ist nun die Behörde wieder im Gemeindehaus. Es riecht noch nach frischer Farbe, ist spürbar gut isoliert, warm und ruhig. Die Räume der Sozialen Dienste verfügen des Weiteren über Fenster, durch die man in den anderen Raum sehen kann. «Als Sicherheit, falls etwas passiert», sagte Architekt Luzius Zinsli. Die vorgängigen Räume entsprachen den Sicherheitsanforderungen nicht mehr. «Ohne Badge läuft hier nichts mehr», sagte Gemeindepräsident Philipp Bucher vor einem Sitzungszimmer. Einen weiteren grossen Eingriff forderte des Weiteren der Einbau eines Personenlifts.

Sicherheit dank autofreier Zone

Im neuen Schulhaus werden seit dem neuen Schuljahr vier Kindergarten- und zwei Förderklassen unterrichtet. Die Klassenräume sind so konzipiert, dass sowohl Kindergärtler wie auch Sekundarstufenschüler unterrichtet werden können. Die Klassenzimmer bestehen jeweils aus dem Unterrichtsraum, einem Gruppenraum und der Garderobe. Feuerwehr, Schule, Gemeindebörde – alle Gebäude sind verbunden durch eine gemeinsame Tiefgarage mit 39 Parkplätzen. In der Nacht und am Wochenende können dort beispielsweise auch Vereinsmitglieder parkieren. Die Zufahrt zur Schule und Gemeindebehörde erfolgt nur noch über die Kantonsstrasse. Die ehemalige Zufahrt über die Kirchfeldstrasse wurde aufgehoben und zur verkehrsfreien Zone erklärt.

Die Kosten für das Projekt konnten vermutlich eingehalten werden, sagte Gemeinderat Urs Fellmann. «Wir haben sicherlich keine grosse Budgetüberschreitung.» Die Gemeindeversammlung genehmigte im September 2014 den Sonderkredit von 6 Millionen Franken für das Projekt. Am Wochenende konnte sie sich ein Bild machen, wie das Geld investiert wurde.

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