Pferdetherapeutin Sonja Bucher liebt Pferde - und kann ihre Leiden erkennen

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«Als ich zum ersten Mal auf einem Pony sass, war es um mich geschehen», sagt Sonja Bucher. Die 45-jährige Pferdetherapeutin und Reitlehrerin betreibt in Riken ihren eigenen Hof. ZVG

Wind in der Mähne, trabende Hufe auf dem Waldboden und freudiges Wiehern: Was klingt wie eine Szene aus einem «Federica de Cesco»-Roman, ist Sonja Buchers Alltag. Vor fünf Jahren zog die Pferdetherapeutin und Reitlehrerin mit ihrem Mann und drei Pferden nach Riken, um ihren eigenen Hof zu betreiben. «Meine Mutter erzählt immer: Von dem Moment an, als ich zum ersten Mal auf einem Pony sass, war es um mich geschehen», sagt die gebürtige Oftringerin und schmunzelt.

Vom Hobby zum Beruf
Zunächst blieben die Pferde ein nebenberufliches Hobby. Bucher studierte Alte Geschichte in Bern, danach arbeitete sie als Informationsspezialistin bei grossen Konzernen. «Ungefähr vor 20 Jahren habe ich damit begonnen, im Büro zu reduzieren und mir parallel dazu meine Reitschule, ‹Gentle Riding›, aufzubauen», erzählt die 45-Jährige. Gleichzeitig liess sich Bucher ständig weiterbilden. 2010 habe sie die Geschäftswelt schliesslich ganz an den Nagel gehängt. Sie absolvierte ein Studium in alternativer Veterinärmedizin in Deutschland und liess sich zur Pferdeosteopathin ausbilden. 2012 dann der Umzug nach Riken.

Seit dem Sommer ist Bucher zusätzlich als Pferdetherapeutin mit «Bona Valetudine» unterwegs. Sie bietet Bildungslehrgänge an, welche von ihr und Gastdozenten geleitet werden und die Teilnehmer betreffend Verhalten, Emotionen, Biomechanik und Anatomie des Pferdes schulen. Das Lehrgangsangebot von «Bona Valetudine» empfiehlt Bucher allen Pferdebesitzern. «Meine Philosophie ist, dass Pferdebesitzer selber mehr wissen sollen», sagt sie. Schliesslich seien sie es, die jeden Tag mit ihren Tieren verbringen. Der nächste Lehrgang mit dem Hauptthema Biomechanik startet im Februar 2018.

«Ich habe gemerkt, dass es zwar sehr viele, sehr gute Pferdetherapeuten gibt, deren Therapieerfolg aber leider nicht voll ausgeschöpft werden kann, weil die Pferdebesitzer zu wenig wissen, um im Alltag den Therapieerfolg zu erhalten», sagt Bucher. Deswegen packe sie die Pferdetherapie anders an –und binde den Besitzer aktiv ein. Sie starte immer mit einer Analyse des Gesundheitszustandes des Pferdes. Dazu gehören auch die Haltungsbedingungen, die Fütterung, die Gruppe, in der das Tier lebt und das Training. Danach bestimme sie die Therapieform, wobei der Pferdebesitzer intensiv eingebunden wird.

Unterwegs wie Doktor House
Nicht jeder Fall ist auf den ersten Blick erkennbar. «Eine Stute hatte seit Jahren immer wieder Probleme mit dem Bewegungsapparat», erzählt Bucher. Unzählige Untersuchungen in diversen Pferdekliniken konnten die Ursache für die Lahmheiten und das ständige Stehenbleiben der Stute nicht klären. Verzweifelt wandten sich die Besitzer an Sonja Bucher. «Ich studierte zunächst alle Vorberichte», erinnert sie sich, danach hielt sie Rücksprache mit den behandelnden Tierärzten. Dies sei ihr besonders wichtig, betont sie. Sie besuchte die Stute und stellte beim osteopathischen Abtasten schnell fest, dass die Nebenniere sehr auffällig war. Wie sich herausstellte, war diese gestört. Die Stute produzierte in Folge zu viel Testosteron, was ihr Muskelschmerzen bescherte. «Das ist das Spannende an meiner Arbeit: Manchmal muss man richtig detektivisch à la Doktor House tätig werden, um eine Ursache zu finden», erklärt Bucher.

Weniger detektivisch hingegen gehen einige Pferdebesitzer vor, wenn sie ihrem Tier selber eine Diagnose stellen. «Das ist das Problem des Internets», weiss Bucher. Daraus lasse sich keine seriöse Analyse schliessen und die Gefahr, dem Tier nicht nur Gutes zu tun, sei gross. Viele Probleme liessen sich durch gute Prävention verhindern. «Deswegen empfehle ich besonders auch Reitlehrern, sich kontinuierlich und fundiert weiterbilden zu lassen», sagt Bucher. Denn heute gebe es kaum mehr gesunde Pferde, bedauert sie. «Der Mensch ist weit weg von der Natur und versteht vielfach gar nicht, wie sehr die heutige Umgebung ein Pferd stresst.» Deshalb hat sie es sich zur Lebensaufgabe gemacht, als Übersetzer aus Sicht des Pferdes zu agieren und die Gesundheit dieser sensiblen Wesen zu festigen. 

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