35-Jahr-Jubiläum Tambouren Oberentfelden: «Es sieht einfacher aus, als es ist»

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2015 trommelten sie an der Eröffnungsfeier der Olma in St. Gallen. Bild: SANDRA ARDIZZONE

Am Anfang war die Waschpulverdose. Dann die verschmähte Blockflöte. Und schliesslich die Mutter, die ein Einsehen hatte und ihren Drittklässler in den Tambourenkurs schickte. Vom Trommeln ist Ralph Hasler (46) seither nicht mehr losgekommen. Und als die Musikgesellschaften Oberentfelden und Muhen 1982 beschlossen, eine Tambourengruppe aufzuziehen, war Hasler einer der 28 Schülerinnen und Schüler.

35 Jahre ist das her, aus der Tambourengruppe ist 2007 ein eigenständiger Verein geworden, die Tambouren Oberentfelden-Muhen, kurz T-O-M. «Ich habe diesen Verein als einer der Hauptinitianten gegründet», sagt Hasler und lacht. «Wie viele Leute können schon von sich behaupten, einen Verein gegründet zu haben?»

Mehr als Marschtrommeln
Wer von Tambouren hört, der denkt vielleicht als erstes an Marschmusik mit Musikgesellschaften, oder an die Fasnacht. Doch für Hasler und seine Tambouren ist es viel mehr. «Heute wollen wir an den Drummershows mit technischer Perfektion, Rhythmik, Dynamik und visuellen Showelementen beste Unterhaltung bieten.» Da wirbeln leuchtende Trommelschlegel um die Handgelenke, da stieben Funken, da ist Rauch. Und wenn die Tambouren den Vorverkauf für ihre «Rhythm of T-OM»-Show starten, rennen die Leute ihnen die Bude ein. In den letzten Jahren waren die Konzertabende immer ausverkauft.

«Wer hätte das vor 35 Jahren gedacht», sagt Hasler. Damals, als die Anfängergruppe noch belächelt wurde für ihren Ehrgeiz. Die Ambition, mehr als nur Marschmusikbegleitung zu sein und die Technik voranzubringen. Und ein paar Jahre später das Staunen, als die Tambouren vorstellig wurden und sich als Ersatz für die gemieteten Trommeln echte Basler Trommeln wünschten, weil die besser klingen. Ein Wunsch, den ihnen schliesslich die Ortsbürger erfüllten. Mit den neuen Trommeln bewegten sich die Amateure Ende der Achtzigerjahre weg vom klassischen Marschtrommeln und wagten sich an mehrstimmige Perkussionsvorträge, probierten Neues, Ungewohntes. Beispielsweise Winkelschleifer und Funkenregen statt braver Trommelwirbel. Die Rechnung ist ganz einfach, sagt Hasler: «Wer Aufmerksamkeit will, muss Showelemente einbauen und Rhythmen wählen, die Freude machen.»

Heute gehören den T-O-M 21 Stammtambouren an, den Nachwuchs bilden die Jungtambouren. Der Weg zum Stammspieler ist hart. «Trommeln sieht einfacher aus, als es ist», sagt Hasler. «Es zu lernen, ist mühsam und braucht viel Ausdauer.» In der Regel dauert es sechs bis acht Jahre, bis ein Jungtambour zum Stammspieler wird. Acht Jahre, in denen viele die Geduld verlieren und sich für ein anderes Hobby entscheiden. Trotzdem haben die T-O-M keine Nachwuchsprobleme. Und eben wurde der Verein für die Mühen der strengen Ausbildung belohnt. Zwei der schweizweit nur zwanzig Plätze als Militärtambouren gingen dieses Jahr an ihn; Robin Rösch und Matthias Dössegger haben die militärische Fachprüfung bestanden. «Das sind wahnsinnig begehrte Plätze», sagt Hasler. Der Präsident platzt fast vor Stolz.

Nicht ohne Kondition
In einer Woche stehen die T-O-M wieder auf der Bühne. Nach vier Jahren Abstinenz, trotz Riesenerfolg 2013. Warum machen sie sich so rar? «Würden wir jedes Jahr die eigene grosse Show durchführen, wäre die Vorfreude auf den Anlass nicht dieselbe – und vermutlich auch die Begeisterung des Publikums nicht», sagt Hasler. Ausserdem sei es vom Aufwand her nicht anders machbar. «Wir studieren pro Jahr zwei bis drei neue Stücke ein, da braucht es seine Zeit, bis eine neue Show mit rund 16 Stücken steht.» Eines ist Ehrensache bei den Tambouren: «Wir spielen alles auswendig.»

Noch feilen die T-O-M an der Show; nicht an den Stücken, sondern an den Abläufen auf der Bühne. Denn während der Show wechseln die Tambouren mehrmals ihre Instrumente, da muss hinter der Bühne alles am richtigen Ort deponiert und abgeholt werden, damit es kein Durcheinander gibt. Und sie üben Kondition – nicht für die Arme, sondern für den Kopf. «Kraft braucht es beim Trommeln nicht viel, aber höchste Konzentration», sagt Hasler. «Wer aus dem Takt gerät, kann sich nicht verstecken.»

Rhythm of T-O-M
Freitag und Samstag, 17. und 18. November, 20 Uhr in der Turnhalle Dorf in Oberentfelden. Infos und Tickets auf www.t-o-m.ch

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