Und hätten wir die Liebe nicht

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Melanie Gamma (Archiv)

Ihr Anruf kommt sonntagabends um 21 Uhr. Ich bin gerade dabei, die letzten Bilder eines Sportevents zu bearbeiten. Der Redaktionsschluss drängt. Trotzdem hebe ich ab. «Hoi, störe ich oder hast du kurz einen Moment für mich?». Ich sage ja, denn ich weiss, wenn sie um diese Zeit anruft, muss es wichtig sein. «Ich will, dass du es direkt von mir erfährst. Wir haben uns getrennt.»

«Was?», entfährt es mir, und beinahe fällt mir das iPhone aus der Hand. Der Redaktionsschluss und die 120 Bilder, aus denen ich eine Auswahl treffen sollte für die Ausgabe des nächsten Tages, rücken in den Hintergrund. Ich frage nach dem Befinden des Paares, das nun also keines mehr sein wird, nach der Reaktion der Kinder, nach Gründen, nach der Endgültigkeit des Entscheides. Das Gespräch ist emotional, obwohl es kurz bleibt – sprich gerade so lange, dass mein Laptop kurz in den Ruhezustand entschwindet.

Mit innerer Ruhe hat mein Gemütszustand rein gar nichts zu tun, als ich auflegen muss, weil die Pflicht ruft. Ernüchtert starte ich den PC wieder auf, widme mich den Bildern und dem Abschlussdienst. Tausend Fragen wirbeln durch meinen Kopf, die so gar nichts mit den sportlichen Fotosujets zu tun haben. Wie können denn die Gefühle füreinander auf einmal erlöschen? Wann lohnt es sich nicht mehr, für eine Beziehung zu kämpfen?

Dann denke ich an meinen Mann und mich. Könnte uns das auch passieren? Vielleicht bin ich wieder einmal unverbesserlich optimistisch. Oder schlicht naiv, wenn ich Nein sage. Nein glauben will. Vertrauen. Anziehung. Liebe. Humor. Wertschätzung. Gemeinsamkeiten. Eigenständigkeit. Herzenswärme. Verständnis. Respekt. Interesse. Das alles muss doch bleiben. Und diese immense Freude, unsere Töchter aufwachsen zu sehen – geteilt ist sie doch umso schöner. Vom gegenseitigen Stützen in kleinen und grossen Krisen ganz zu schweigen.

Und so nehme ich mir, als ich an jenem Abend verwirrt die letzten Bilder ins Redaktionssystem lade und die Zeitungsseite zur Belichtung in den Druck gebe, vor: Geniessen wir die Liebe, solange sie da ist, pflegen wir sie, damit sie bleibt. Und suchen wir sie, wenn wir sie noch nicht gefunden haben. Sie ist doch das Wichtigste im Leben.

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