Karin Berglas: Machen wir unsere Spitex fit für die Zukunft

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Karin Berglas

> Unsere Spitexen sind für alle da, Jung und Alt! Sie haben den Grundversorgungsauftrag in der Pflege. Sie sind verantwortlich für den Service public! Nach Einführung der Fallpauschalen für Operationen an den Spitälern sind die Leistungsstunden der Spitex stark angestiegen. Entsprechend behandelt die Spitex heute immer mehr Patienten aller Altersklassen mit immer komplexeren medizinischen Pflegeerfordernissen. Die aktuell vom Kanton angekündigte Liste weiterer Operationen, welche neu ab 2018 im Spital ambulant erbracht werden müssen, weist uns die künftige Entwicklung. Entzieht die Gemeinde der gemeinnützigen öffentlichen Spitex den Grundversorgungsauftrag, ist deren Auflösung die Folge. Die Gemeinde hat keinen Einfluss mehr auf das überobligatorische Angebot, die Preisgestaltung und Personalentwicklung.

> Unsere Spitex arbeitet zuverlässig! Für die Klienten ändert sich nichts. Den erhöhten gesetzlichen und demografischen Anforderungen kann in einer regionalen Organisation von sieben Gemeinden den steigenden Anforderungen optimal nachgekommen werden. Den Klienten und den Angehörigen stehen weiterhin die Teams vor Ort zur Verfügung. Die Stützpunkte inklusive ihrer Infrastruktur sollen weiter genutzt werden. Die Kosten für den Leistungsempfänger ändern nicht. Sie sind gesetzlich festgelegt. Ebenso der Bezug der Leistung. Spitex-Leistungen werden ärztlich verordnet, durch die Spitex erfolgt danach eine Bedarfsabklärung und die Versicherer üben eine umfassende Kontrolle aus.

> Eine schlanke, zentral gelegene Geschäftsstelle nimmt den fünf Stützpunkten die Büroarbeit weitgehend ab und fördert so eine effiziente Erbringung der Pflegeleistungen. Das Personal kann sich wieder seiner Kernaufgabe - der Pflege - widmen.

Bis zu einer mittleren Pflegestufe ist die ambulante Pflege günstiger als die stationäre. Wir, die Prämienzahler und Steuerzahler (Gemeinde, Kanton und Bund), müssen die stetig steigenden Gesundheitskosten bezahlen. Die Tarife sind in Bundesgesetzen festgeschrieben. Diese oder gar das gesamte überregulierte Gesundheits- und Finanzierungssystem zu ändern, scheitert seit Jahren an den Pattverhältnissen im Parlament. Auf Stufe Kanton Aargau werden die Spitalkosten durch Kanton und/oder Versicherer getragen. Die Kosten in der Pflege tragen die Gemeinden. Wir, die Bürger, müssen am Ende die Gesamtkosten bezahlen. Unbestritten ist, dass die ambulante Pflege die günstigere ist (Zahlen dazu im Strukturbericht Gesundheit 2016 des Kantons AG). Unbestritten ist auch, dass die Menschen so lange wie möglich zuhause bleiben wollen. Darum werden die gesetzlichen Anforderungen an die Spitex Organisationen immer mehr ausgebaut. Eine professionelle, leistungsfähige, empathische, wirtschaftliche und kompetente Regio Spitex ermöglicht uns dies und gewährleistet uns weiterhin bedarfsgerechte Pflege in optimierter Qualität. Die Planung von teuren Pflegebetten kann damit heruntergefahren werden.

> Die Pflegeheime und die Spitexen konzentrieren sich je auf ihre Kernkompetenz und arbeiten unabhängig voneinander, aber gut vernetzt miteinander. Somit können Zielkonflikte ausgeschlossen werden. Die Pflegeheime sind so in der Lage, freie Betten für höhere Pflegestufen zur Verfügung zu stellen. In einigen Pflegeheimen der Region hat man heute über 50 Prozent der Bewohner in den niederen Pflegestufen 0 bis 3 (die Skala reicht von 1 bis 12, Stufe 3 entspricht 60 Minuten/Tag). Zum Vergleich: Der kantonale Schnitt liegt mit 31,8 Prozent klar darunter. In den Westschweizer Kantonen liegt dieser Wert noch viel tiefer. Im Kanton Genf wurde die Spitex strukturell gestärkt. Im Vergleich zur übrigen Schweiz ist dort die Anzahl der Heimbewohner hingegen sehr tief. Daraus kann abgeleitet werden, dass die Spitex heute in der Steuerung der hohen stationären Kosten eine immer wichtigere Rolle spielt.

> Unsere sechs Spitex-Organisationen wünschen und brauchen den Zusammenschluss, um ihre Personal-Ressourcen optimal einsetzen zu können. Für die Grundpflege braucht es keinen höheren Fachabschluss! Personal mit höherem Abschluss kann sich jedoch vermehrt und konzentriert um die Behandlungspflege kümmern. Bei den heutigen Kleinorganisationen ist die Pflegefachfrau gleichzeitig die Wundspezialistin, die Teambetreuerin, die Personalchefin, die Einsatzplanerin und die IT-Spezialistin. Als gleichzeitig Ausbildungsverantwortliche ist sie zusätzlich äusserst gefordert. Aufgrund des akuten Fachkräftemangels wurde 2016 die Ausbildungsverpflichtung eingeführt. Wer ausbildet, wird mit einem Bonus belohnt. Wer der Ausbildungsverpflichtung nicht nachkommen kann, muss eine Ersatzabgabe bezahlen.

> Die digitale Entwicklung (elektronisches Patientendossier, Zuweisungsplattformen) erfordert zusätzlich Investitionen, die für kleine Organisationen kaum mehr tragbar sind. Die IT ist spezifisch auf ambulante Spitexdienste ausgerichtet. Sie ist beispielsweise nicht kompatibel mit derjenigen eines Pflegeheims.

> Wir sind nicht die Ersten! Mit Erfolg haben sich im Suhrental, im Fricktal, in Brugg die öffentlichen Spitexen zusammengeschlossen. Zahlreiche erfolgreiche Beispiele in der ganzen Schweiz zeigen, dass ein Zusammenschluss die Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Spitex als Marktteilnehmer und Arbeitgeber stärkt und die Spitex fit macht für die Zukunft.

Ist es falsch mit Weitsicht zu planen, die Qualität in der Grundversorgung zu optimieren und die Gesundheitskosten insgesamt im Auge zu haben? Unser Gesundheitssystem muss tragbar bleiben, auch für zukünftige Generationen! Ziel ist, die Gesamtrestkosten in der Pflege zu stabilisieren.

> Geben Sie den 5 Spitex-Organisationen eine Chance. (Brittnau, Strengelbach und Vordemwald sind gemeinsam Träger eines Spitexvereins). Gehen Sie an die Gemeindeversammlungen vom 22. November 2017 in Brittnau, die Gemeindeversammlungen vom 23. November in Oftringen, Rothrist und Vordemwald und am 24. November 2017 in Murgenthal und Strengelbach, lassen sie sich informieren und geben Sie Ihre Stimme ab! Für eine weiterhin qualitativ gute und bezahlbare Pflege!

Lic. iur. Karin Berglas-Zobrist ist seit 2011 Gemeinderätin in Vordemwald, seit 2015 als Frau Vize-Ammann. Sie ist Mitglied der «Steuerungsgruppe Koordination Pflegegesetz» des Regionalplanungsverbandes zofingenregio und Vorstandsmitglied des Spitexverein Brittnau-Strengelbach-Vordemwald.

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