Spitex: Seniorenzentrum setzt sich in Strengelbach durch

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Der Antrag des Hardmatt kam mit 83 Ja- zu 78 Nein-Stimmen zur Abstimmung und wurde dann mit 90 Ja- zu 67 Nein-Stimmen angenommen. (Archivbild/Andi Leemann)

Eine Stunde früher als gewohnt begann die Strengelbacher Gemeindeversammlung in der oberen Turnhalle. Grund dafür seien die vielen und intensiven Traktanden, erklärte Gemeindeammann Stephan Wullschleger. Ein besonders intensiv diskutiertes Thema war die Beteiligung Strengelbachs an der geplanten Spitex-Fusion. Gemeinderätin Karin Nauer präsentierte den anwesenden 170 Stimmberechtigten (von total 2931) das Modell der regionalen Spitex und das Angebot des Seniorenzentrums Hardmatt. Das Heim möchte für die Gemeinde künftig sämtliche gesetzliche Spitex-Dienstleistungen erfüllen. Der Entscheid gegen das Modell des Seniorenzentrums sei dem Gemeinderat schwergefallen, meinte Nauer. Eine Neuausrichtung der Spitex sei aber aus diversen Gründen nötig – zum Beispiel aufgrund der steigenden Anforderungen im Pflegebereich, der Strategie «ambulant vor stationär» oder dem Kostendruck. «Wir möchten etwas Tragfähiges mit Zukunft schaffen.»

Kosten andernorts gestiegen

Jakob Scheibler, Vorstandspräsident des Seniorenzentrums Hardmatt, ergriff das Wort. Er monierte die Kostenentwicklung des Projekts und präsentierte Zahlen der Gemeinde Windisch, deren Kosten nach dem Beitritt zur Spitex Region Brugg AG gestiegen seien. Er stellte den Antrag, dass der Gemeinderat eine Leistungsvereinbarung mit dem Seniorenzentrum abschliesst.

«Es wurden Zahlen herumgereicht, die nicht fundiert sind», meinte Karin Nauer. Es gehe dabei um eine Verwirrungstaktik. «Sehen Sie, wer sich für und wer sich gegen die Regionalisierung ausspricht.» Dafür seien die Leute an der Front, die Spitex-Mitarbeitenden. Dagegen seien vorwiegend die Heime und ihre Vorstände. Roger Müller, Geschäftsführer des Hardmatt, trat daraufhin vor das Mikrofon: «Es heisst oft, wir wollen bloss die Betten unserer Heime füllen und unsere Interessen vertreten – aber auch wir haben Qualitätsanforderungen.» Ernst Hasler, ebenfalls gegen die Regionalisierung, meinte: «Wir bekommen dazu keine Zahlen. Nur deshalb gibt es diesen Zahlensalat.»

Spitex-Mitarbeitende bezogen an der Gmeind ebenfalls Stellung. Sie arbeite in einem Spitex-Betrieb, wo die Fusion bereits stattgefunden habe, meinte Monika Mahr. «Aus meiner Erfahrung funktioniert es gut.» Die Spitex habe gute Ergebnisse erwirtschaften und sich professionalisieren können.

Nach der Diskussion mussten sich die Stimmbürger zwischen dem Antrag des Gemeinderats und jenem des Seniorenzentrums entscheiden. Das Resultat fiel knapp aus: Der Antrag des Hardmatt kam mit 83 Ja- zu 78 Nein-Stimmen zur Abstimmung und wurde dann mit 90 Ja- zu 67 Nein-Stimmen angenommen.

Neben der Spitex-Debatte hatte der Souverän unter anderem auch über den Schulvertrag mit Brittnau und Zofingen zu befinden. Bis die Schüler aller drei Gemeinden in rund zehn Jahren gemeinsam das Oberstufenzentrum Rebberg in Zofingen besuchen, braucht es eine Zwischenlösung: Die Oberstufen Brittnau und Strengelbach werden in Brittnau zusammengeführt. Der Strengelbacher Werner Kurth störte sich an den Kosten von rund 400‘000 Franken, die dabei für die Gemeinde entstehen. «Der Standort Brittnau profitiert so vom Schülerzuwachs.» Man werde über die genauen Kosten noch verhandeln, erklärte Stephan Wullschleger. Die Stimmbürger nahmen den Vertrag schliesslich mit vereinzelten Gegenstimmen an.

Alle Beschlüsse im Überblick

-Kreditabrechnung Zonenplanrevision: Ja

-Verpflichtungskredit Sanierung Aeschwuhrweg (1, 404 Mio. Franken): Ja

-Verpflichtungskredit Sanierung Wasserleitung Sägetstrasse, Abschnitt Milchhüsli bis Eggasse (200‘000 Franken): Ja

-Zusatzkredit Revision Reglement zur Finanzierung von Erschliessungsanlagen (20 000 Franken): Ja

-Erweiterung Auftrag Projektierungskredit Gemeindesaal: Ja

-Reglement zur familienergänzenden Kinderbetreuung (KIBeR): Ja

-Schulvertrag Brittnau-Strengelbach-Zofingen: Ja

-Neuorganisation Spitexdienstleistungen: Ja zum Angebot Hardmatt

-Budget 2018: Ja

-Einbürgerungen: Ja

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