Die Frage ist: Kann Jurendic Krise?

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Unter Druck: Der Aarauer Trainer Marinko Jurendic braucht gegen Chiasso dringend einen Sieg. (Bild: Freshfocus)

2017 ist nicht das Jahr des Marinko Jurendic. Nicht allein deshalb, weil er mit dem FC Aarau in der Challenge League auf der Stelle tritt und eine Enttäuschung auf die andere folgt. Nein, schon das erste halbe Kalenderjahr ist ganz und gar nicht nach seinem Gusto verlaufen. Noch im März hatte er als Trainer des Tabellenführers SC Kriens in der Promotion League acht Punkte Vorsprung auf den FC Rapperswil-Jona gehabt, zwei Monate später aber war er nur noch Zweiter mit fünf Punkten Rückstand auf den Aufsteiger vom Zürichsee.

Nachdem seine Mannschaft trotz teilweise ansprechender Leistungen in eine Ergebniskrise geraten war, schaffte es Jurendic nicht, sie zurück auf die Siegesstrasse zu führen. Nach zweieinhalb sehr erfolgreichen Jahren, in denen es fast nur aufwärtsgegangen war, schien der 40-Jährige am Ende seines Lateins zu sein. Erinnernd an jene Spezies von Trainern, die eine Mannschaft besser machen können, sie nach oben bringen, aber nur im Erfolg Erfolgstrainer sind. Jedoch nicht in der Lage sind, Gegensteuer zu geben, wenn es dann einmal nicht mehr läuft.

Ist Jurendic noch die richtige Person?
Zwar ist die Situation beim FC Aarau nicht dieselbe, wie sie es beim SC Kriens war, weil die Mannschaft seit Marinko Jurendics Amtsantritt im Brügglifeld gar nie ins Rollen gekommen ist. Dennoch ist es legitim, zu fragen, ob Jurendic eine Mannschaft aus einer Krise führen kann. «Kann Jurendic Krise?», würden in Deutschland die Medien im gängigen Jargon titeln.

Beim SC Kriens sagen die Leute: Am Trainer hat es zuletzt gelegen, dass die Mannschaft eingebrochen ist. «Wir hatten viel Verletzungspech, und nachdem wir zwei Jahre lang am meisten Tore erzielt hatten, wollte der Ball plötzlich nicht mehr ins Tor», schildert der Krienser Sportchef Bruno Galliker, was sich in der Rückrunde zugetragen hatte. «Es war aber auf keinen Fall so, dass Jurendic die Mannschaft nicht mehr erreicht hätte. Nein, der Trainer blieb in jeder Situation souverän und das Verhältnis zum Team dank seiner Sozialkompetenz intakt.»

Captain Daniel Fanger bestätigt Gallikers Sicht: «Jurendic suchte keine Sündenböcke, liess uns Spieler seine Empathie und sein Vertrauen spüren und gab jedem, ob Stammspieler oder Reservist, das Gefühl, wichtig zu sein.» Fanger sagt: «Der Trainer war nicht schuld, dass es mit dem Aufstieg nicht geklappt hat.»

Bruno Galliker sagt, dass Jurendic nur eine Schwäche habe: «Er nimmt alles zu persönlich. Das hat möglicherweise mit seiner Vergangenheit zu tun.» Jurendic war als Achtjähriger aus Bosnien in die Schweiz gekommen. Seine Schwäche erinnert an den Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic, der auch erst lernen musste, Kritik weniger persönlich zu nehmen.

Jurendic sucht keine Ausreden
Marinko Jurendic ist zugutezuhalten, nicht nach Ausreden zu suchen und beispielsweise auf die lange Verletztenliste zu verweisen. Wie in Kriens benennt er auch in Aarau keine Sündenböcke, betont stattdessen, wie gerne er seine Mannschaft habe. «Wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten − dann werden erfolgreichere Zeiten kommen», ist er sich sicher.

Jurendic selber geht mit gutem Beispiel voran. Galliker sagt: «Er arbeitet 7-mal 24 Stunden in der Woche.» Deshalb muss es den Aarauer Trainer besonders getroffen haben, dass seine Mannschaft beim 1:1 am Montag in Wohlen punkto Aggressivität und Einsatz unterlegen war. Das war für Jurendic kein gutes Bewerbungsschreiben für einen Verbleib im Amt.

Die Ambitionen, vorne mitzuspielen, haben der Abstiegsangst definitiv Platz gemacht. Denn wie ein Absteiger sahen die Aarauer phasenweise tatsächlich aus. Am Samstag wird Marinko Jurendic gegen Chiasso gemäss Sportchef Sandro Burki aber weiter auf der Bank sitzen. Wohl auch dank gewissen finanziellen Zwängen des FC Aarau. (von Markus Brütsch)

Noch nie kamen weniger Fans
Die Fussballspiele des FC Aarau und des FC Wohlen interessieren kaum noch. Diese Entwicklung zeigte sich nun auch am Kantonsderby am Montagabend: Gerade einmal 1119 Zuschauerinnen und Zuschauern haben das Spiel der beiden Rivalen im Stadion verfolgt. Mindestens seit dem Aufstieg des FC Aarau in die damalige Nationalliga A im Jahr 1981 kamen immer mehr als 1500 Fans ans Kantonsderby. Statistiken von den 1970er-Jahren und früher sind nicht verfügbar. Es ist aber wahrscheinlich, dass es noch nie ein schlechter besuchtes Spiel zwischen den ewigen Rivalen FC Aarau und FC Wohlen gab. Natürlich waren die Vorzeichen nicht gerade attraktiv: Der Tabellenvorletzte (Wohlen) empfing den Siebtklassierten (Aarau) an einem kalten Montagabend. Und das Spiel wurde im Free-TV auf «Teleclub Zoom» übertragen. «Wir waren von der tiefen Zuschauerzahl überhaupt nicht überrascht», sagt Serena Forgione. Als Leiterin der Geschäftsstelle des FC Wohlen ist sie für die Organisation der Heimspiele des Fanionteams im Freiamt zuständig. (nim)

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