«Ein Problem gibt es erst, wenn man zu frieren beginnt»

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Alberto La Mattina ist Bewegungs- und Ernährungsexperte bei Husner Sportbegleitung und –beratung in Zofingen. (Bild: zvg)

Der Winter hält Einzug. Ist es gesund oder ungesund, in der Kälte draussen zu trainieren?

Alberto La Mattina: Es ist weder ungesund, noch gesund. Ich würde einfach sagen, man kann es machen, muss aber einiges beachten. Wichtig ist, sich entsprechend der Witterung zu kleiden. Dann kann man wirklich immer draussen trainieren. In unseren Breitengraden ist die Temperatur selten so tief, dass man nicht rausgehen und sich bewegen könnte. Ich weiss persönlich aber nicht, wie sich ein Training bei minus 20 Grad auswirken würde.

Wer bei tiefen Temperaturen trainiert, hat das Gefühl, das Atmen schmerzt. Gibt es da eine Technik, die Erleichterung verschafft?

Eine konkrete Atemtechnik kann ich da nicht erklären. Das Atmen hängt mit der Anstrengung und der Geschwindigkeit zusammen. Ist die Luft sehr kalt, empfindet man sie beim Einatmen als stechend. Das ist aber nicht gefährlich, sondern Gewöhnungssache. Trainiert man in allen vier Jahreszeiten draussen, passt sich der Körper langsam an die veränderten Bedingungen an. Dann ist die Kälte kein Problem. Wer im Winter neu startet mit Outdoor-Trainings, nimmt es am besten ein wenig piano und locker.

Wenn es draussen kalt ist und man beim Sport schwitzt, besteht da nicht die Gefahr, krank zu werden?

Krank wird man nicht, solange man in Bewegung ist und den Körper aufheizt. Ein Problem gibt es erst, wenn man zu frieren beginnt. Wer «gäbig» in Bewegung bleibt, hat nicht kalt. Auch hier wird man durch Erfahrung klüger und weiss mit der Zeit, wieviel man bei welchem Wetter anziehen soll. Mein Tipp an Trainingsneulinge: Nicht zu viele Kleiderschichten und nicht zu weit weg von Zuhause Runden drehen, sodass man zügig in die Wärme könnte.

Welche Sporttipps haben Sie für Menschen, denen Joggen nicht so zusagt?

Man kann auch draussen Kräftigungs- und Ausdauer-Übungen machen, sich im Wald mit Holzstücken oder Steinen bedienen, wenn man entsprechende Übungen kennt, oder sich einer Outdoor-Trainingsgruppe anschliessen. Oder man kann aufs Velo steigen.

Wer doch lieber drinnen schwitzt – was gilt es beim Hometraining zu beachten?

Wenn man Übungen mit dem eigenen Körpergewicht machen will, ist man nach Liegestützen und Rumpfbeugen relativ schnell ausgeschossen. Zuhause trainieren bedingt Phantasie und wahnsinniger Motivation. Denn daheim steht auch das schöne Sofa und der Fernseher. Mir selber kommt es nie in den Sinn, vor dem TV Dehnübungen zu machen. Da bin ich viel zu relaxt.

Was halten Sie von Youtube-Trainingsvideos?

Im Grundsatz finde ich das nicht schlecht, man muss es einfach kritisch anschauen. Trainer ist kein geschützter Titel. Die Gefahr ist, dass Leute, die viele Übungen kennen, aber vielleicht nicht viel von Anatomie verstehen, Videos posten. Sie haben vielleicht ein flinkes Maulwerk, präsentieren Übungen und beim Nachmachen tun die jemandem dann nicht gut. Wichtig ist: man muss gut auf den eigenen Körper hören. Schmerzt eine Übung auch nur annähernd, dann stimmt etwas nicht und man muss sie anders machen.

Wie können wir alle mehr Bewegung in den Alltag bringen?

Ganz einfach. Die Treppe statt den Lift nehmen, mit dem Velo die Einkäufe erledigen. Sie wollen mit der Familie am Sonntag Kaffee trinken gehen? Dann spazieren Sie gemeinsam hin. Wir sollten den Sport und die Bewegung und die Ernährung dem Leben anpassen und nicht umgekehrt. Dann fällt es einfacher. Selbst wenn man das Gefühl hat, unsportlich zu sein, stimmt das nicht, man hat einfach noch nicht angefangen mit Sport.

 

 

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