Aarburgerstrasse: Die Spitze des Eisbergs

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Michael Wacker (Foto: zVg)

Nicht zum ersten Mal hat der Stadtrat Zofingen im Einwohnerrat eine Strassenbauvorlage zurückgezogen. Mich hat dies nicht erstaunt. Kurz darauf konnte man in dieser Zeitung über aufbegehrende Anwohner lesen – es geht um die Einführung eines Parkverbots – im Gebiet Sonnenrain/Römerhalde. Auch das hat mich nicht erstaunt.

Seit Jahren üben sich Stadtrat und die Abteilung Tiefbau und Planung in Gesprächsverweigerung. Fragen werden öfters schnoddrig beantwortet. Oder man versteckt sich hinter der Aussage, dass entsprechende Richtlinien zu beachten seien. Und bei Kantonsstrassen liege die Federführung beim Kanton.

Beispiele: An der Brittnauerstrasse wurden mit der Einführung von Tempo 30 die Fussgängerstreifen entfernt. Erst auf energisches Verlangen von Anwohnenden und Eltern wurden sie wieder markiert. An der Junkermatt- und Wuhrmattstrasse soll mit der Einführung einer Begegnungszone das Fahrverbot (ausgenommen Zubringerdienst) gegen den Willen der Quartierbewohner entfernt werden. Aktuell liegt das erwähnte Parkverbotsgesuch für die Quartierstrassen Römerhalde und Sonnenrain auf. Dieses soll offensichtlich gegen den Willen der Anwohnenden installiert werden.

Und an der Aarburgerstrasse? Da soll mit der «Sanierung und Aufwertung» der Fussgängerstreifen zwischen Migros und Coop entfernt werden. Dank des Mehrzweckstreifens könne dereinst die Hauptstrasse flächig und sicher überquert werden. Bislang habe ich zu diesem Ansinnen überall nur Kopfschütteln gesehen.

So geht das nicht! Offensichtlich wird in Zofingen an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei verordnet und vollzogen. Und gleichzeitig wird die Diskussion verweigert. Da bleibt den staunenden und übergangenen Betroffenen oft nur der Weg durch die Instanzen. Spätestens bei einer drohenden Kostenfolge endet dieser Weg dann meist. Zurück bleibt die Faust im Sack.

Bei Einführung von Tempo 30 würden Fahrverbote in den entsprechenden Quartieren unnötig. Man wolle keinen Schilderwald, wird seitens der Behörde argumentiert. Dieselbe Behörde will nun in einer Tempo-30-Zone ein Parkverbot signalisieren, um Fremdparkierer zu vertreiben. Wenn schon Schilderwald, wie wär’s mit einem Fahrverbot?

In der Sitzung der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) zur Aarburgerstrasse waren das Entfernen des Fussgängerstreifens, der fehlende Radstreifen sowie der Kreisel Gygerweg/Funkenstrasse die Hauptkritikpunkte. Keine der dazu gestellten Fragen konnte befriedigend beantwortet werden, die Kommission lehnte bereits vor der Detailberatung die Vorlage einstimmig ab. Die Ursache aber nur bei den nicht befriedigenden Antworten zu suchen, greift zu wenig tief. Die zurückgezogene Vorlage war das erste von mehreren direkt zusammenhängenden Projekten, die jedoch noch nie zusammenhängend vorgestellt wurden.

Zum Projekt wurde angeführt, dass die Federführung beim Kanton liege. Es sei bei keinem der im Aargau realisierten Projekte mit Mehrzweckstreifen ein Anstieg der Unfallhäufigkeit zu verzeichnen. Nur: bei allen dieser erwähnten Strassen sind Fussgängerstreifen vorhanden. Vier Strassen haben gar Radstreifen. So sind in Suhr an der Tramstrasse auf 300 Meter Distanz vier (!) Fussgängerstreifen markiert. In Aarau an der Bahnhofstrasse wurden mit dem Mehrzweckstreifen gleichzeitig zusätzliche Fussgängerstreifen sowie Radstreifen markiert. Offensichtlich war da ein anderer Kanton federführend, anders ist die Argumentation in Zofingen nicht zu erklären.

Was können Stadtrat und die Abteilung Tiefbau aus der nicht geführten Debatte im Einwohnerrat mitnehmen? Nichts! – Eine gute Möglichkeit, den Puls der Bevölkerung zu spüren, wurde verpasst. Die Volksvertreter durften sich nicht äussern. Stadtrat und Verwaltung täten gut daran, die Anliegen und Einwände der Bevölkerung ernst zu nehmen und zuzuhören. Kritisierende Personen haben nämlich Interesse am Gespräch und an guten Lösungen. Egal ob an der Junkermattstrasse, an der Römerhalde, an der Brittnauerstrasse oder an der Aarburgerstrasse!

Zur Person

Michael Wacker (49), ist Einwohnerrat der SP und Vizepräsident der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission FGPK in Zofingen.

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