Stehen den britischen Royals in nichts nach: Kölliker Paar feiert 70. Hochzeitstag

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13. Dezember 1947: In Kölliken heiraten Annarosa (19) und Jakob Wildi (23). ZVG

Was haben Annarosa (89) und Jakob Wildi (93) mit Queen Elizabeth (91) und Prinz Philip (96) gemeinsam? Richtig, beide feiern in diesem Jahr ihren 70. Hochzeitstag. Das ist aber nicht die einzige Gemeinsamkeit. Als sich die britische Königin bereits im Alter von 13 Jahren in ihren Prinzen verliebte, hatte Annarös Wüest, wie sie damals noch hiess, anderes im Kopf. Köbi Wildi fuhr zwar schon früh und regelmässig mit seinem Velo an ihrem Elternhaus vorbei, doch das Interesse galt anfänglich ihrer Schwester. Sie kochte für die Arbeiter der Bahn, zu denen auch Jakob Wildi gehörte. Doch bald fand der junge Mann mehr Gefallen an Annarös – und sie gebar ihm mit Bruno (heute 70 Jahre alt) das erste von vier Kindern. Es folgten Kurt (68) sowie Alfred und Hans-Ruedi, die beide schon verstorben sind. Auch Queen Elizabeth und Prinz Philip hatten vier Kinder. Prinz Charles ist heute 69, Prinzessin Anne 67, Andrew 57 und Edward 53.

Als Annarös und Köbi Wildi vor 70 Jahren in Kölliken heirateten, hing dicker Nebel über der Region. Die Hochzeitsgesellschaft reiste nach der Trauung nach Beromünster, wo in der Nähe des damaligen Sendeturms von «Radio Beromünster» ein Apéro eingenommen wurde, bevor es zum eigentlichen Fest nach Sursee ins Hotel Hirschen ging. «Heute bekommt man nicht einmal mehr eine Vorspeise für das Geld, das wir damals fürs ganze Hochzeitsmenü pro Person bezahlt haben», sagt Annarös Wildi. «Dabei haben wir uns doch ein rechtes Festmenü ausgesucht.»

120 Schweine gehalten
Annarös und Jakob Wildi bewohnten bis vor knapp zwei Jahren das Elternhaus von Jakob an der Küfergasse 32. Jakob Wildi arbeitete bis zur Pension auf dem Bahnhof in Oberentfelden; in seiner Freizeit züchtete er zusammen mit seiner Frau Schweine. «Bis zu 120 Stück hatten wir maximal», erinnert sich Köbi Wildi. «Und das über 30 Jahre lang.» Später half er einem befreundeten Züchter beim Metzgen und Verarbeiten des Fleisches. «Niemand macht so gute Würste und Burger wie mein Urgrossvater», sagt Urenkel Till. Bei Wildis läuft auch heute oft das Radio. Beide sind am Weltgeschehen, aber auch regionalen Nachrichten und allem rund um die Landwirtschaft und die SBB sehr interessiert. «Ab und zu liest er mir auch Partnerschafts-Inserate aus der Tierwelt vor», sagt Annarös Wildi und fügt lachend an: «Wenn ich nicht artig war, drohte er mir jeweils, mich hier auszuschreiben …» So weit kam es aber in den über 70 Jahren, in denen sie zusammen sind, nie. «Ich gebe sie um keinen Preis», sagt Köbi Wildi, «auch wenn sie nicht mehr so knackig ist wie früher.»

Richtige «Reiseflüdli»
Auch wenn das Paar nie aus Kölliken wegzog, so hat es viel von der Welt gesehen. Nebst einem Grossteil der europäischen Länder bereiste es einige afrikanische Länder und sogar die Malediven. «Wir waren lange richtige Reisefüdli», lacht Annerös Wildi. Nach der Pensionierung war das Paar über Jahre kaum einen Nachmittag zu Hause. «Wir reisten mit dem GA kreuz und quer durchs Land.» Heute geniessen sie es, ab und zu mit der Enkelin einen Nachmittagsausflug zu machen. «Schön, wenn auch die Urgrosskinder dabei sind und es ein feines Dessert gibt.»

Seit bald zwei Jahren lebt das Paar nun im Alterszentrum Sunnmatt in Kölliken. Während es Annarös gefällt, tut sich Jakob damit schwer, dass die Kräfte langsam schwinden und er nur noch mithilfe eines «Ferraris» (Rollator) ins Freie kann. Er, der früher zusammen mit seiner Frau die Alpen erklomm, Gletscher überquerte und dem kein Weg ins Gebirge zu weit war, um Blaubeeren oder Alpenrosen zu pflücken – oder einfach den Ausblick aufs Bergpanorama zu geniessen.

Vor kurzem hat er dem Urgrosskind seinen alten Bergsteigerpickel geschenkt. «Jetzt musst du halt für mich auf die Berge kraxeln, mit meinem ‹Ferrari› komme ich nirgends mehr hoch», sagt er und wischt sich eine Träne aus dem Gesicht.

Während Jakob Wildi seinen Lebensabend zu geniessen versucht, macht Annarös besonders gerne Puzzles. «Je schwieriger, desto besser», sagt sie und setzt die letzten Teile eines weiteren 1000er-Puzzles ein.

Der 70. Hochzeitstag wirkt irgendwie wie ein Jubiläum, mit dem die beiden Jubilaren-Paare selbst nicht mehr gerechnet haben. So feiern Queen Elisabeth und Prinz Philip, aber auch Annarös und Köbi Wildi «im kleinen privaten Kreis». Während die britische Post sechs Sonderbriefmarken zum «Platinum Jubilee» der Queen herausgab, erfreuen sich Wildis am Gratulationsschreiben der Gemeinde und den neusten Zeichnungen ihrer vier Urgrosskinder.

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70 Jahre später: Annarös und Köbi Wildi lieben sich immer noch. RAN
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