Externe Schulevaluation in der Kritik: Grosser Aufwand - geringer Nutzen

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Zum Qualitätsmanagement der Aargauer Volksschulen gehört die Externe Schulevaluation (ESE). Im Auftrag des Kantons überprüft dabei die Fachstelle der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz Qualität und Funktionstüchtigkeit der einzelnen Schulen im Aargau. Jede Schule wird bisher alle sechs Jahre von einem Evaluationsteam besucht. Das Team prüft die Schule aus einer unabhängigen Sicht; dies geschieht durch Interviews, Beobachtungen und durch die Analyse von Dokumenten.

Am 21. November 2017 hat der Grosse Rat beschlossen, dass die Kosten der Evaluation von 1,68 Millionen Franken für 2018 künftig auf 1,32 Millionen gesenkt werden müssen. Dies wird durch eine simple Massnahme erreicht: Die Schulen sollen nicht mehr alle sechs, sondern nur noch alle 9 bis 10 Jahre evaluiert werden.

Doch FDP-Grossrätin Sabina Freiermuth genügt diese Reduktion nicht. Ihre Kritik an der Externen Schulevaluation ist grundsätzlicher Art: «Der zusätzliche Aufwand der Schulen für die Evaluation ist enorm und steht in keinem Verhältnis zum Ertrag», sagt sie. Letztlich resultiere für die eigentlichen Hauptpersonen in den Klassenzimmern – die Schülerinnen und Schüler – kaum ein Mehrwert.

Neues Konzept verlangt
Freiermuth bemängelt auch, dass bei ausgewiesenen Problemen, also bei «orangen» oder gar «roten Ampeln» zu wenig konsequent gehandelt werde. «Es ist nun an der Zeit, die Externe Schulevaluation nach zwei durchgeführten Zyklen zu überdenken und die Verfahren anzupassen», fordert Freiermuth. So könnte etwa die Überprüfung von unproblematischen Schulen künftig mittels standardisierter elektronischer Umfragen durchgeführt werden. Verhindert werden sollen auch bürokratische Leerläufe: «Es darf nicht mehr vorkommen, dass im Frühling eine Schule evaluiert wird, die im Sommer ohnehin geschlossen wird», wundert sich Freiermuth.

Eine Neubeurteilung sei auch vor dem Hintergrund der zu erwartenden Veränderungen im Zusammenhang mit dem Projekt «Neue Ressourcierung der Volksschule» und der Einführung des neuen Aargauer Lehrplans angebracht. Deshalb hat die FDP-Grossrätin eine Motion eingereicht, welche verlangt, dass die Regierung eine neue Leistungsvereinbarung über die Schulevaluation mit der Pädagogischen Fachhochschule aushandelt. Angestrebt wird ein einfacheres, effizienteres Konzept, das Problemfälle eindeutig offenlege und bei diesen gezielt und verbindlich agiere.

Nach Ansicht der Motionärin wäre das verschlankte Konzept der Externen Schulevaluation auch deutlich günstiger zu haben, als es die heutige Form ist. Sabina Freiermuths Vorstoss findet quer durch alle Parteien breite Zustimmung. So haben alle Fraktionen im Grossen Rat – mit Ausnahme der SVPFraktion – die Motion der Freisinnigen unterzeichnet.

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