Standing Ovations für Ratspräsident Giezendanner – nächste Station Bern?

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Schlussansprache als Präsident an den Grossen Rat in der letzten Sitzung des Jahres vom 12. Dezember. (FOTOS: SEVERIN BIGLER)

Kaum hat das Präsidentenjahr von Benjamin Giezendanner (SVP) im Grossen Rat begonnen, ist es schon wieder vorbei, die Schlussrede ist verklungen. Für diese erntete er im Rat von links bis rechts stehenden Applaus. Ein deutlicher Hinweis, dass er es gut gemacht hat. Wurde es im Rat auch so empfunden? Dieter Egli, Co-Fraktionschef der SP – also ein unverdächtiger Zeuge –, hat Giezendanner als guten Präsidenten erlebt. Dieser habe die Sitzungen gut und mit Humor geleitet: Er sei politischer aufgetreten als seine Vorgänger, bringt Egli leise Kritik vor. Etwa indem er aufgerufen hatte, den Kanton unternehmerisch zu führen. Bei der Schlussansprache sagte Giezendanner, das Parlament müsse die Ausgangslage verändern, damit der Kanton wieder handlungsfähig werde. Davon ist auch Dieter Egli überzeugt. Anders als die SVP würde er aber nicht primär bei den Ausgaben, sondern bei den Einnahmen ansetzen.

CVP-Fraktionschef Peter Voser sagt, Giezendanner habe sich jeweils seriös vorbereitet und den Rat auf ruhige Art geleitet. Zwischendurch habe er einen trockenen Spruch fallen lassen, der die Stimmung im Saal auflockerte. Bei erhöhtem Lärmpegel kann der Präsident mit einer Glocke für Aufmerksamkeit sorgen. Giezendanner fand auch andere Lösungen. Etwa, indem er einen unüberhörbar mit dem Nachbarn diskutierenden SVP-Grossrat bat, sich am Mikrofon allen mitzuteilen. Worauf es still wurde im Saal – Ziel erreicht.

Giezendanner selbst hat den stehenden Applaus am letzten Sitzungstag als sehr berührend erlebt, und sagt: «Man lernt in diesem Jahr sehr viel, es ist eine echte Horizonterweiterung.» Es sei wichtig, dass man auf Menschen zugehen kann. Im Wissen darum, dass man als SVP-Parlamentarier nicht überall gleich gern gesehen sei. Nach einem Jahr in die Reihen zurückzutreten, sei genau richtig, «damit auch die Familie und die Firma wieder mehr zu ihrem Recht kommen».

Das Ratspräsidium ist ein gutes Sprungbrett nach Bern. Trifft man Giezendanners Namen folglich 2019 auf der Nationalratsliste an? Er würde gern antreten, sagt er geradeheraus. Zuständig für die Nomination sei aber die Partei. Er brauche auch grünes Licht von seiner Frau, die im Frühling ihr zweites Kind erwartet. Giezendanner: «Wäre die Wahl nächstes Jahr, wäre ich mir deshalb nicht so sicher, ob ein Okay käme. Ein Jahr später hoffe ich aber, dass sie Ja sagt.»

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Präsidentenfeierim Januar, v. l.: Stefan Giezendanner mit PartnerinKarin Innerhofer,Benjamin und Ehefrau Jasmine Giezendanner, Ueli Giezendanner(seine heutige Frau Roberta konnte erst später zur Feier kommen), TochterChristine Spichiger mit Ehemann Roger Spichiger.
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