Wikon richtet sich neu aus - das bewegte 2017 im Kanton Luzern

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Gemeindepräsident René Wiederkehr vor dem Zonenplan Wikons: Als Erstes will er das Siedlungsleitbild anpacken. (Bild: awi)

Für die Gemeinde Wikon war 2017 ein Jahr der Entscheidungen: Im Mai hat der Souverän mit fast einer Zweidrittelmehrheit Nein zur Spychermatte gestimmt und damit die Weichen für das Dorf neu gestellt. Denn geplant war eine Überbauung mit 77 Wohnungen, die die erhofften Neuzuzüger in die Gemeinde hätten bringen sollen. Der entsprechende Landverkauf an den Investor war mit sechs Millionen Franken Buchgewinn für die Gemeindekasse veranschlagt – daraus wurde nun nichts. An der Budget-Gemeindeversammlung Ende November nun beschlossen die Wikoner als Konsequenz und sozusagen zähneknirschend eine Steuererhöhung von 2,1 auf 2,5 Einhei- F ten – um dem strukturellen Defizit in der Gemeinderechnung entgegenzutreten. Mit der Ausarbeitung der Gemeindestrategie habe man unmittelbar nach dem Spychermatte-Nein und mit den neuen Gemeinderäten Ivan Zanin (parteilos) und Wolfgang Kunzelmann (SVP) begonnen, erklärt Gemeindepräsident René Wiederkehr, «und darauf bauen wir auf».

Konkret wird einer der wichtigsten Aspekte die zukünftige Raumplanung sein. «Das Siedlungsleitbild wird angestossen und parallel dazu die Ausschreibung der Zonenplanrevision vorbereitet.» Beim Siedlungsleitbild, das noch im Winterhalbjahr in Angriff genommen werden soll, ist dann die Bevölkerung zur Partizipation eingeladen. Das Siedlungsleitbild bilde den Grundstein zur Zonenplanrevision, erklärt Wiederkehr weiter. Eine so umfassende Planung wie nun angedacht, wäre bei einem Ja zur Spychermatte nicht nötig geworden. René Wiederkehr geht von einer nun viel langsameren Entwicklung in Wikon aus, das sei auch im Finanz- und Aufgabenplan so erläutert. Abhängig beim Wachstum ist man dabei ohnehin von der Initiative von privaten Landbesitzern. Derzeit sei im Gebiet Schlossberg der Bau eines Mehrfamilienhauses aktuell, weitere grössere Baugesuche liegen nicht vor.

Auch andere Bauvorhaben auf vereinzelten freien Parzellen sind noch nicht in einem spruchreifen Stadium. Der Gemeindepräsident wünscht sich dabei in Wikon bei neuen Projekten mehr qualitative Immobilien, günstiger Wohnraum sei schon vorhanden. Eines erscheint jedoch klar: Die Entwicklung soll einen Schwerpunkt im Raum zwischen Luzernerstrasse und Wald finden. Im Zonenplan will man aber auch Gegensteuer zu Landverschwendung geben: Die Wiggertaler Gemeinde wünscht sich in der Arbeitszone bei Neuansiedlungen, dass sich eine kommunale Wertschöpfung daraus ergibt. Flächenintensive Betriebe mit wenigen Arbeitsplätzen gehören definitiv nicht dazu. «Es muss für die Wirtschaft und das Dorf stimmen », so Wiederkehr. In der Gemeindestrategie ist das Arbeiten im Dorf aber einer der Hauptpunkte. Die Gemeinde erachtet Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaftsbetriebe als wichtige Partner: «Innovative Unternehmungen, welche sich für einen sparsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen einsetzen, werden besonders unterstützt», heisst es.

Derzeit keine «Spychermatte II»
Ein redimensioniertes Projekt für die Spychermatte oder für Wohnen im Alter aufzugleisen, ist derzeit kein Thema für den Gemeinderat Wikon. Er ist derzeit ohnehin zu stark mit dem Tagesgeschäft und damit den aktuellen Herausforderungen beschäftigt. «Momentan werden wir nicht aktiv», erklärt René Wiederkehr. Die Auslagerung des Sozialamtes, die Raumplanung, Einführung HRM2, das neue Schulreglement: Die Ratsmitglieder seien für ein Milizsystem gut ausgelastet, so Wiederkehr. Politisch erachtet der Gemeindepräsident zudem ein Mehrfamilienhaus für Wohnen im Alter als nicht mehrheitsfähig. Und etwas Weiteres ist Gemeindepräsident René Wiederkehr noch wichtig: Wikon soll besser an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Die Busverbindung Nr. 4 wünscht er sich als Rundkurs, damit könnte ein Takt mehr an der Luzernerstrasse angeboten werden.

12. Januar: Vor einer Rede zur USR III spricht Bundesrat Ueli Maurer in Dagmersellen mit Nationalrätin Ida Glanzmann. (Bild: awi)
26. Juni: Interimspräsi Bruno Aecherli (rechts) übergibt Blumen an den neuen Gemeindepräsidenten Hans Kunz. (Bild: awi)
12. Juli: Der Vorvertrag zum Fusionsprojekt der Gemeinden Ebersecken und Altishofen wird unterzeichnet. (Bild: zvg)
20. August: Altbüron wird anlässlich der Bergprüfung zum Treffpunkt für die Teams von rund 160 historischen Sport- und Rennwagen. (Bild: Regina Lüthi)
26. August: Reverend Beat-Man unterhält am One Burning Man Festival in Schötz das Publikum. (Bild: pd)
8. November: Zur Eröffnung des grössten Einkaufszentrums der Zentralschweiz, der Mall of Switzerland in Ebikon, kamen in den ersten Stunden bereits Tausende. Schon am Abend gab es einen Alarm. (Bild: key)
28. November: Wikons ehemalige Gemeinderäte Roger Wymann und Esther Ammann werden verabschiedet. (Bild: awi)
Regierungsrat Reto Wyss bei der Einweihung Erweiterung Schulhaus Wauwil mit Schulleiterin Ursula Matter. (Bild: raff)

Das Jahr 2017

4. Januar Ein Autofahrer zieht in Reiden einen Lenkschlitten an einer Leine. Der Schlittenfahrer prallt am Strassenrand in eine abgestellte Ladebrücke und wird leicht verletzt.

12. Januar Bundesrat Ueli Maurer kommt nach Dagmersellen. Er setzt sich bei einem Podiumsanlass vor rund 500 Gästen für die Unternehmenssteuerreform III ein.

31. Januar Die Luzerner Kantonalbank gibt den grössten Gewinn in ihrer 166-jährigen Geschichte bekannt: 186,6 Millionen Franken im Jahr 2017.

12. Februar Bei der eidgenössischen Abstimmung zur erleichterten Einbürgerung scheren die Wahlkreise Entlebuch und Willisau mit 64 und 56 Prozent Nein gegen den nationalen und kantonalen Trend (Ja) aus.

14. Februar Die SVP des Kantons Luzern reicht 4002 beglaubigte Unterschriften ein. Damit muss am 21. Mai über die geplante kantonale Steuererhöhung von 1,6 auf 1,7 Einheiten abgestimmt werden.

25. Februar Tausende Zuschauer verfolgen den traditionellen Fasnachtsumzug in Dagmersellen, bei dem gemäss Speaker Fredi Wyss über 1700 Beteiligte mitmachen.

13. März In Wikon treten die beiden SP-Gemeinderäte Esther Ammann und Roger Wymann zurück.

13./14. April In der Nacht auf Karfreitag greift ein frisch eingelieferter Patient in der Luzerner Psychiatrie in St. Urban einen anderen Patienten an. Das Opfer erliegt seinen schweren Verletzungen wenig später.

4. Mai Wichtige Entscheide fallen in Reiden: Die Gemeindeversammlung beschliesst die Gründung einer neuen Schwimmbadgesellschaft. Und sie lehnt die Gründung einer Betriebsgesellschaft «Wärme Reiden AG» und die Amtszeitbeschränkung für Gemeinderäte ab.

21. Mai Das Grossprojekt für die Überbauung «Spychermatte» in Wikon erleidet Schiffbruch an der Urne: Landverkauf, Teilrevision Zonenplan und Bebauungsplan werden deutlich abgelehnt.

21. Mai In Reiden wird Hans Kunz (CVP) zum neuen Gemeindepräsidenten gewählt. Er erhält 1039 Stimmen, sein Kontrahent Beat Schwander (IG Reiden) 816 Stimmen.

21. Mai Die Erhöhung des kantonalen Steuerfusses von 1,6 auf 1,7 Einheiten wird abgelehnt. 54,3 Prozent der teilnehmenden Stimmberechtigten des Kantons Luzerns votierten mit Nein. 30. Mai In einer Konsultativabstimmung sprechen sich die Altishofer an der Gemeindeversammlung für weitere Abklärungen bezüglich der geplanten Fusion mit Ebersecken aus.

13. Juni Ein Initiativkomitee kündigt die Lancierung von zwei Volksinitiativen zum Schutz der Luzerner Kulturlandschaft an.

19. Juni Der 32-jährige Michael Kurmann (CVP) aus Dagmersellen wird als Kantonsrat vereidigt.

1. Juli Rund 4000 Personen besuchen die Flüügerchilbi 2017 in Beromünster. Eine Landung einer Piper J-3 Cub erinnert an die Erstlandung vor 70 Jahren am 5. Juli 1947.

12. Juli Die Gemeinderäte von Altishofen und Ebersecken unterschreiben den Vorvertrag fürs Fusionsprojekt der beiden Ortschaften.

16. Juli Mit einem Jubiläumsfest feiert in Dagmersellen das Alterszentrum Eiche sein 25-Jahr-Jubiläum.

13. August Etwa 500 der 1000 Einwohner der Gemeinde Altbüron sind beim Empfang der Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl (WM-Teilnehmerin) dabei.

26./27. August Zu der einmaligen Austragung des One Burning Man Festivals in Schötz kommen über 500 Besucher.

2. September In Wauwil werden der Erweiterungsbau des Schulhauses und der neue Pausenplatz offiziell eröffnet. Regierungsrat Reto Wyss ist zu Gast.

12. September Die budgetlose Zeit des Kantons Luzern ist vorbei. Der Kantonsrat heisst den zweiten Voranschlag für 2017 (!) mit 89 zu 21 Stimmen gut. Das Budget sieht ein Minus von 52 Millionen Franken vor.

24. September Das Luzerner Stimmvolk hat die Fremdspracheninitiative mit 57,6 Prozent abgelehnt. Es bleibt in der Primarschule dabei: Englisch ab der 3. Klasse und Französisch ab der 5. Klasse.

28. Oktober Ein spezieller Tag der offenen Tür in Dagmersellen: Die Bevölkerung kann das Grossprojekt FAKT begutachten. FAKT umfasst den Neubau von Schulhaus, Feuerwehrmagazin, Tiefgarage und die Sanierung des Gemeindehauses.

30. Oktober Der Luzerner Regierungsrat soll in Beteiligungen des Kantons eine weiche Geschlechterquote von 30 Prozent in den obersten Leitungsgremien vorsehen. Das fordert eine Mehrheit des Kantonsparlaments.

7. November Die Buchpräsentation von «Weniger ist mehr? 20 Jahre Gemeindereform im Kanton Luzern 1997.2017» findet in Beromünster statt. Herausgeber des 336-seitigen Werkes ist das Staatsarchiv.

8. November In Ebikon wird mit der «Mall of Switzerland» das zweitgrösste Einkaufszentrum des Landes eröffnet.

15. November Die Gemeinde Reiden gibt an einer Pressekonferenz offiziell bekannt, dass das vorgesehene neue Schulhaus fünfstöckig werden soll.

26. November Die Stimmberechtigten der Gemeinde Wikon nehmen mit 64 Prozent Ja die Gesamtrevision der Gemeindeordnung an.

28. November Die Gemeindeversammlung in Wikon stimmt einer Steuererhöhung von 2,1 auf 2,5 Einheiten zu.

5. Dezember Das Parlament stimmt dem Budget 2018 und dem Finanzund Aufgabenplan des Kantons bis 2021 zu. Der Fehlbetrag im Voranschlag für nächstes Jahr ist mit 43,6 Millionen Franken vorgesehen.

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