Der Rückblick aufs Regionalsportjahr 2017 - Teil I - Januar bis April

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Gian Kämpf mit dem Meisterpokal auf dem "Meisterplatz". (Bild: ryl)

Es sind die Emotionen, der Jubel und die überwältigende Freude, die noch heute präsent sind. Wenn Gian Kämpf an den 4. April dieses Jahres zurückdenkt, lächelt er und sagt: «Es ist die Szene 1:19 vor Schluss, als Pierrick Pivron das Tor schiesst und der gefüllte Schoren beim Jubeln fast auseinanderbricht.» Der SC Langenthal sicherte sich in jener Situation nach einem unvergleichbaren Auf und Ab gegen die Rapperswil-Jona Lakers den Meistertitel im siebten Spiel. «Ich war immer überzeugt. Nach zwei Dritteln beim Stand von 2:1 sagte ich zu unserem Trainer Jason O’Leary: Wir haben es schon viele Male gezeigt, dass wir ein Drittel torlos überstehen. Das geht auch heute», erinnert sich der SCL-Geschäftsführer. Dass Rapperswil einen 4:2-Vorsprung noch ausgleicht, habe zwischenzeitlich ein wenig auf den Magen geschlagen.

Heute ist die Freude weiterhin da. Wer die SCL-Geschäftsstelle betritt, sieht als Erstes den ausgestellten Meisterpokal. Erinnerungen keimen sofort hoch. Von einer gefüllten Marktgasse beim Meisterumzug und über tausend Leuten, die den SC Langenthal beim Feiern auf dem Wuhrplatz unterstützten. «Der Titel hat Auswirkungen auf heute», sagt Gian Kämpf. Der Einstieg in Sponsorengespräche war oft einfacher, die Stimmung dem SC Langenthal gegenüber sei stets sehr positiv. Und auch in der Stadionfrage seien dank dem Meistertitel durchaus Fortschritte zu erkennen. «Während den Finalspielen haben alle bemerkt, dass es für uns so nicht weitergehen kann.» Würde der SCL aber auf Platz 8 «herumgurken», wäre das Unterfangen «Stadionneubau» schwieriger umzusetzen, so Kämpf.

Fans mit Meisterblues

Der Meistertitel hat aber auch Herausforderungen mit sich gebracht. Die Belastung für das Team und das Umfeld war gross. Während mit dem Trainerwechsel ein sportlicher Meisterblues verhindert werden konnte, ist er bei den Fans durchaus eingetroffen. «Von gefüllten Stadien mit packender Stimmung zurück in den Alltag», bezeichnet Gian Kämpf das Szenario und verweist auf Partien bei 25 Grad Aussentemperatur gegen die Biasca Ticino Rockets mit rund 1500 Zuschauern. Dazu kommt, dass sich die Fan-Dachorganisation wegen Stadionverboten mit dem SCL zerstritten hat und deshalb auf das «Stimmungmachen» verzichtet. «Natürlich hätten wir gerne öfters ein stimmungsvolles, ausverkauftes Haus. Solche Entwicklungen gehören manchmal aber auch dazu», kommentiert der SCL-Geschäftsführer gelassen. Er sei überzeugt, dass sich die Zeiten wieder ändern werden. «Wenn im Januar und Februar die Spiele wichtiger werden, kommen auch mehr Fans und bessere Stimmung. Früher träumten wir von einem Spiel mit über 2000 Zuschauern und im letzten Jahr hatten wir einen Schnitt von rund 2800 Zuschauern», erklärt er und verweist auf eine konstante Entwicklung.

Spieler wieder fit

Diese wird auch auf dem Eis kontinuierlich weitergeführt, sodass Langenthal auch zum Ende dieser Saison als Titelkandidat dastehen dürfte. «Es ist enorm schwer den Titel zu verteidigen. Schon die Saison hindurch ist die Belastung höher, weil dich jeder schlagen will. Dazu kommen Druck und Erwartungen. Aber es ist zweifellos möglich.» Das hat auch damit zu tun, dass die zurzeit verletzten Spieler just vor den Playoffs wieder fit sein werden und der SC Langenthal womöglich von fast einer idealen Ausgangslage profitieren kann. «Diese Saison ist ganz anders. In der letzten Spielzeit sind wir einfach durchgerollt. Jetzt gab es einige Herausforderungen», sagt Kämpf und hängt an: «Das war aber auch lehrreich und letztlich sind wir weiterhin gut unterwegs, sodass eine Titelverteidigung realistisch bleibt.» (Leroy Ryser)

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Rico Peter (rechts) hat mit seinen Anschiebern Thomas Amrhein, Simon Friedli und Alex Baumann (von links) im kommenden Jahr Grosses vor. (Bild: key)

Nach einem Jahr mit vielen schönen Momenten richtet sich der Fokus des Kölliker Piloten Rico Peter auf die Olympischen Winterspiele vom nächsten Februar.

Gegen Ende des Jahres hat es auch ihn erwischt: Wenige Tage nach dem letzten Weltcup-Rennen des Jahres in Innsbruck (Ö) zwang eine Grippe Rico Peter dazu, sein Bett zu hüten. Immerhin war nun die Gelegenheit günstig, um auf die vergangenen zwölf Monate zurückzublicken und sich dadurch etwas von den Glieder- und Kopfschmerzen ablenken zu lassen. Zumal die Erinnerungen mehrheitlich positiver Natur sind. «Es gab viele schöne Momente mit Topresultaten, die wir als Mannschaft erzielt haben», sagt Rico Peter. Vor allem der zweite Platz im Viererbob zum Abschluss der Weltcup-Saison 2016/17 letzten März in Pyeongchang (SKor) blieb im Gedächtnis haften. «Wir sind da aus einem grossen Tief herausgekommen und konnten zum Ende der Saison nochmals zulegen», blickt Peter auf die schwierige Phase zu Beginn des Jahres zurück.

Immer jemand verletzt

Besonders im Zweierbob kamen der 34-jährige Kölliker und seine Anschieber nicht wie gewünscht auf Touren. Bei sechs Versuchen resultieren fünf Klassierungen ausserhalb der Top Ten. «Es war schwierig, weil immer jemand verletzt war», begründet Rico Peter die Baisse. Wenn man bedenke, wie eng die Weltcup-Spitze zusammenliege, wiege eine solche Hypothek doppelt schwer. «Es ist ein harter Kampf, um vorne dabei zu sein», so Peter weiter. Angesichts der geringen Differenzen im Hundertstelsekunden-Bereich könne das Schicksal schnell auf deine Seite kippen. «Oder eben nicht, aber das gehört zum Sport dazu», erklärt Peter.

Intakte Zuversicht

Dass in der letzten Saison der Befreiungsschlag an jenem Ort gelang, an dem im kommenden Februar die Bob-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele ausgetragen werden, sorgte bei Rico Peter für zusätzliches Wohlbefinden. «Im Hinblick auf Olympia hat das bei uns natürlich für viel Zuversicht gesorgt», sagt er. Diese ist jetzt, nach 10 von 18 absolvierten Weltcup-Rennen in der laufenden Saison, nach wie vor intakt. Während Peter im Zweierbob die Olympia-Limite bereits erfüllt hat, fehlt im Viererbob noch eine Top-Acht-Klassierung im Weltcup für das Ticket nach Südkorea. «Wenn alles funktioniert, sind wir sicher weiter als vor einem Jahr», meint der Lastwagenchauffeur.

Trotzdem sind einige dunkle Wolken am Horizont auszumachen. «Unsere Startzeiten müssen besser werden. Denn in der Bahn stimmt es momentan», formuliert Rico Peter die Erwartungen für die kommenden drei Weltcup-Events im Januar in Altenberg (De), St. Moritz und Königssee (De). Gelingt das, sollte die fehlende Viererbob-Limite Formsache sein – und vielleicht gelingt gar erstmals in dieser Saison der Sprung auf das Podest. «Die Top Fünf wären schon super», sagt Peter, «aber unser Ziel ist ganz klar der Gewinn einer olympischen Medaille.» (Pascal Kamber)

JANUAR BIS APRIL

2. Januar: Stefan Tschannen wird Rekordspieler beim SC Langenthal.

13. Januar: Die Frauen des BC Olten-Zofingen verlieren im Schweizer-Cup-Viertelfinal gegen den BC Winterthur.

14. Januar: Der gebürtige Rothrister Kilian Braun renkt sich zum WM-Start die Schulter aus – damit ist die Crashed-Ice-Saison vorzeitig vorbei.

15. Januar: Der Oftringer Jonas Schär gewinnt Bronze an der Junioren-SM.

24. Januar: Der EHC Olten ersetzt den Trainer Maurizio Mansi durch den Schweden Bengt-Ake Gustafsson.

29. Januar: Im Schweizer Cup feiern die Frauen des RHC Vordemwald ihren zweiten Titelgewinn in Serie. 5. Februar: Oftringens 1.-Liga-Volleyballerinnen halten die Klasse.

12. Februar: Der SC Langenthal holt sich den NLB-Qualifikationssieg, der EHC Olten landet auf Platz 5.

15. Februar: Es wird bekannt, dass der TV Zofingen Leichtathletik die Schweizer Meisterschaften der Aktiven 2018 organisiert.

19. Februar: Jan Hochstrasser aus Safenwil wird Schweizer Hallen-Meister über 1500 m.

19. Februar: Die Faustballerinnen des STV Oberentfelden-Amsteg sichern sich Bronze bei der Hallen-SM.

24. Februar: Der RHC Vordemwald gründet mit den White Sox einen zweiten Verein.

26. Februar: Der EHC Olten scheitert in den Playoff-Viertelfinals an Rapperswil-Jona.

1. März: Der FC Aarau verliert Schweizer-Cup-Viertelfinal gegen den FCL.

3. März: Der EHC Olten trennt sich von Sportchef Köbi Kölliker.

3. März: Jan Hochstrasser verpasst bei der Leichtathletik-Hallen-EM in Belgrad den Final.

3. März: Das Judo-Team Brugg siegt bei der Wahl zum Aargauer Sportler des Jahres 2016.

4. März: Das Oftringer Radball-Duo Rafael Stadelmann / Andreas Zaugg gewinnt Bronze im Schweizer Cup.

5. März: Der Zofinger Christian Hotz holt SM-Gold im Tischtennis-Doppel.

11. März: Der IHC Rothrist verliert den Supercup gegen Bienne Seelanders.

12. März: Janine Frei (Bronze) und Nicole Häusler (Gold) aus Pfaffnau brillieren bei den Schweizer Meisterschaften Gewehr/Pistole 10 m.

24. März: Nach 35 Jahren steigen die Tischtennisakteure aus Schöftland aus der Nationalliga ab.

7. April: Unihockey Mittelland steigt in die 1. Liga ab.

9. April: Für die 1.-Liga-Basketball-Frauen des BC Olten-Zofingen geht eine positive Saison zu Ende.

15. April: Nicola Nocita wird nach der Saison Nino Lombardi als Trainer des SC Zofingen ersetzen.

17. April: Rollstuhlsportlerin Manuela Schär gewinnt den Boston Marathon. Sechs Tage später triumphiert die gebürtige Altishoferin auch in London.

28. April: Philipp Zimmerli folgt auf Peter Joller als Trainer der 1.-Liga-Frauen des TV Zofingen Handball.

29. April: Der TV Dagmersellen schliesst die Saison auf Platz sechs der 1.-Liga-Finalrunde ab.

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