Sturm-Bilanz: «Burglind» kostet bisher über 6 Millionen Franken

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Ausgefeiert: Das stabile Festzelt des FC Kölliken wurde von «Burglind» aus der Verankerung gerissen und in Einzelteile zerlegt. (Bild: Feuerwehr Kölliken)

Innerhalb weniger Stunden ist der Wintersturm Burglind am Mittwoch über den Aargau gezogen. Doch die relativ kurze Zeit genügte, um massive Schäden anzurichten. Bis Donnerstagabend gingen bei der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) wegen «Burglind» bereits über 2000 Meldungen ein. «Die Telefonleitungen laufen heiss», schreibt die AGV in einer Mitteilung. Die Schadensumme der bisher gemeldeten Fälle gibt die Gebäudeversicherung mit über 6 Millionen Franken an. Da laufend neue Meldungen eintreffen, können noch keine Angaben über das gesamte Ausmass der Verwüstung gemacht werden.

Vom schweren Sturm waren vor allem Dächer betroffen, vereinzelt fielen auch Bäume und grössere Äste auf Häuser. So wie zum Beispiel an der Hardstrasse in Kölliken, wo die Feuerwehr drei umgestürzte Bäume beseitigen musste. Auf dem Sportplatz wurde das grosse massive Festzelt in Einzelteile zerlegt. «Die rund einen Meter langen Ankernägel nützten gar nichts», sagt Feuerwehrkommandant Thomas Huber. Ein dritter Schwerpunkt war die Verbindungsstrasse zwischen Kölliken und Gretzenbach, die «ausgeholzt» werden musste.

Grund zur Sorge hatten gestern die Nautiker in Aarburg, denn das Wasser bei der Einmündung Wigger/Aare, wo das Klubhaus steht, kam schon am Nachmittag gefährlich hoch. Über die Feuerwehr besorgte der Verein deshalb Sandsäcke zum Schutz vor dem Hochwasser. Gemäss Klubhauswartin Michèle Wehrli wurde bei Hochwassern in der Vergangenheit schon mehrfach Material beschädigt. Ansonsten blieb es für die Aarburger Feuerwehr ruhig, wie Kommandant Martin Ryser berichtet.

Erst nach Redaktionsschluss am Mittwoch wurde bekannt, dass die Feuerwehr Oftringen noch zwei heiklere Einsätze zu meistern hatte. An der Striegelstrasse riss der Sturm einen Strommast zu Boden: Weil zur Behebung das Elektrische abgeschaltet werden musste, waren zwei Häuser vorübergehend ohne Stromversorgung. Unweit entfernt beim Bahnübergang fielen drei Tannen auf die Geleise: Da der Zug abbremsen musste und die Barriere geschlossen blieb, kam es zu einer Verkehrsbehinderung. «Kreativ» musste die Feuerwehr Oftringen gemäss Kommandant Fernando Volken beim notfallmässigen Abdecken der beschädigten Dächer werden: Die Autodrehleiterfahrzeuge der Feuerwehren Zofingen und Aarau waren bereits besetzt; mithilfe eines Hebebühnenfahrzeuges der Feuerwehr Rothrist und einer Hebebühne der Firma Avesco konnte aber auch dieses Problem gemeistert werden. Gestern dann musste unter anderem an der Stampfistrasse noch eine grosse Tanne auf einem Privatgrundstück zurückgesägt und abtransportiert werden, damit sie nicht auf den öffentlichen Weg fallen konnte.

Die Murgenthaler Feuerwehr hat laut Kommandant Marco Witschi gestern zusammen mit dem Forstamt Bäume weggeräumt. Mit regelmässigen Kontrollgängen wurde der Pegelstand des Rotkanals im Auge behalten. In Brittnau ist die Lage ruhig. «Wir haben wegen des Regens nur Kontrollgänge entlang des Wilibachs und kleinerer Gewässer gemacht», sagt Kommandant Boris Tellenbach.

Die Feuerwehr Uerkental wurde in Wiliberg, Bottenwil und Uerkheim an 15 Orte gerufen. «Wir mussten mehrere Notdächer aufbauen», sagt Kommandant Thomas Räss, der zwischenzeitlich mit bis zu 45 Mann im Einsatz stand.

 

von Raphael Nadler, Patrick Furrer, Caroline Kienberger und Fabian Hägler

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