Via Operationstisch zurück in den Eiskanal: Rico Peter und sein Bob-Team fahren wieder

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Rico Peter ist froh, kann er sich nach dem Sturz in Altenberg wieder auf das Sportliche konzentrieren. (Bild: pka)

Ein Indianer kennt keinen Schmerz – das gilt auch für Bobfahrer. Nur drei Tage nach dem schweren Sturz mit dem Viererbob in Altenberg (De) haben sich Rico Peter und seine Anschieber wieder in den Eiskanal gewagt. Als Vorbereitung auf das Weltcup-Wochenende in St. Moritz hat der Kölliker Pilot zwei Läufe mit dem kleinen und einen mit dem grossen Schlitten absolviert. «Uns geht es den Umständen entsprechend gut. Einzig mein Daumen bereitet beim Einsteigen noch Probleme, deshalb sass ich schon im Schlitten drin und wurde angeschoben», erklärt Peter.

Die schnelle Rückkehr erstaunt insofern, weil Rico Peter noch am Montag zuvor innert 45 Minuten beim Daumenansatz ein abgebrochenes Knochenstück operativ mit einer Schraube fixiert worden ist. «Die Hand ist noch geschwollen und leicht entzündet, aber es geht. Ich hatte einen sehr guten Arzt», sagt Peter, der im Bob eine Schiene als zusätzliche Stütze trägt. «Vielleicht muss ich jetzt etwas öfters auf die Zähne beissen oder ein Schmerzmittel nehmen. Solange aber nichts mehr kaputt geht, ist das in Ordnung», meint der 34-jährige Aargauer und lacht.

Auch die Anschieber Simon Friedli und Alex Baumann, die nach dem Sturz über Kopfschmerzen klagten, konnten in St. Moritz im reparierten Bob wieder mittun. Nur Thomas Amrhein muss wegen seines Schlüsselbeinbruchs bis auf weiteres zuschauen. «Er wurde auch am Montag operiert. Ihm geht es gut, wir stehen in stetem Kontakt», sagt Rico Peter.

Pause war kein Thema
Der Kölliker ist froh, dass die Saison Schlag auf Schlag weiter geht und wenig Zeit für Gedankenspiele übrig bleibt. «Nur schon für das Gefühl und den Teamgeist ist es wichtig, dass wir wieder fahren können», sagt Rico Peter. Ein Verzicht auf die letzten beiden Weltcuprennen vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang (SKor) sei eine Option gewesen, kam aber nie wirklich in Frage. «Dadurch hätten uns wichtige Punkte für eine gute Startnummer gefehlt. Ich bezweifle zudem, ob eine solch lange Pause kurz vor Olympia schlau ist», sagt er. Ihm gehe es ohnehin besser, «wenn ich fahren kann.»

Immerhin muss sich Rico Peter in Sachen Olympialimite keine Sorgen mehr machen. Zwar fehlt ihm im Vierer in dieser Saison noch die zweite Top-8-Klassierung im Weltcup, um die Vorgabe von Swiss Sliding zu erfüllen. Weil er diese aber in der vergangenen Saison – noch dazu in Pyeongchang – erzielt hat, «sollte ein Start mit beiden Schlitten in Südkorea kein Problem sein.» Die definitive Selektion gibt der Verband nächste Woche bekannt.

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