Mops im Ops – Topmedizin für Tiere

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Beat Kirchhofer (Archivbild ZT)

ie Spitzenmedizin ist auf den Hund gekommen – auf die Katze, das Pferd. Fast jede Operation, die an Menschen durchgeführt wird, gibt es auch für Vierbeiner – das Tierreich auf der Intensivstation. Am Zürcher Tierspital steht seit Jahren ein Computertomograph. In Bern werden Pferdekrankheiten mithilfe von modernster Nuklearmedizin diagnostiziert. Endoskopie, Ultraschall, Chemotherapie und künstliche Gelenke gehören zum Repertoire der Veterinä- re. Auch für Hunde und Katzen gibt es Chirurgen, Orthopäden, Haut- und Augenspezialisten.

Die Branche der Tierärzte ist in rasantem Wandel. Noch vor 50 Jahren wurden Tierspitäler ganz auf die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung ausgerichtet. Heute platzen unzählige Kleintierkliniken aus allen Nähten, obwohl sich die Zahl der Kleintierpraxen in den letzten 30 Jahren verzehnfacht hat. Anders die Situation bei den Nutztierärzten – dem Viehdoktor. Kaum jemand will sich heute in diese Richtung spezialisieren. Die Ursache dafür liegt zum Teil an der schweren körperlichen Arbeit. Zum Beispiel beim «Abkalben» (Geburtshilfe) und natürlich in der sehr hohen Präsenzzeit. Die Gründe für die Malaise gleichen frappant jenen, die zum sich auch in der Region Zofingen abzeichnenden Hausärztemangel geführt haben: eine Überalterung in den Reihen der noch aktiven Viehärzte und an den Universitäten unter den Veterinärmedizin-Studierenden ein Frauenanteil von 80 Prozent.

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen wollen viele Frauen Teilzeit arbeiten, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Aus diesem Grund bevorzugen sie Gruppenpraxen mit mehreren Tierärzten, und die sind primär im Kleintierbereich zu finden.

Nutztier- und Kleintiermedizin trennen Welten. Ein Herzschrittmacher für einen Hund kostet 4000 Franken, ein neues Hüftgelenk 4900 Franken und eine Stunde Physiotherapie 80 Franken. Beträge, die Besitzerinnen und Besitzer von Hunden und Katzen zu bezahlen bereit sind. Anders bei Nutztieren. Da wäre auch Spitzenmedizin vorhanden – dort aber sind oft bereits 300 Franken für die Behandlung eines Abszesses zu viel. Die Kuh wandert zur Schlachtbank.

Tierwohl endet für viele Leute in unserem Land auf dem Fleischteller. Trotz Wohlstand sind sie nicht bereit, teureres Weidefleisch zu kaufen. Beim Fleisch ist für diese Menschen «Geiz geil» und Einkaufen von Produkten «in Aktion» beim «Billigheimer» Trumpf.

Aber: Sind 4900 Franken – angesichts vieler Menschen in Not – für einen Hund ethisch vertretbar? Tierbesitzer müssen da kein schlechtes Gewissen haben. Andere Leute bestellen für ihr neues Auto zusätzliche Motorleistung und Ledersitze, verbringen ihre Ferien in Australien – und niemand stellt die Frage nach der Ethik.

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