Sturm hinterliess im Bezirk Baden weniger Schäden als im restlichen Kanton – das ist kein Zufall

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Sturm Burglind: Der Bezirk Baden kam glimpflich davon. Auf dem Foto ein umgeknickter Baum in Leibstadt im Bezirk Zurzach. Sandra Ardizzone

In Baden beispielsweise musste die Stützpunktfeuerwehr nur einmal ausrücken. Inzwischen haben auch die Forstbetriebe ihre Wälder begutachtet, und ihre Erkenntnisse bestätigen, dass der Sturm in der Region weniger Schäden verursachte als in anderen Gegenden des Kantons Aargau.

Markus Byland vom Forstbetrieb Wettingen, der auch für die Wälder in Neuenhof und Würenlos zuständig ist, sagt: «Wir hatten Glück, die Schäden hielten sich in Grenzen.» Das Schadensvolumen beträgt rund 400 Kubikmeter, was fünf Prozent der jährlichen Nutzung entspricht. Zum Vergleich: Kantonsweit fällte der Sturm gemäss einer Schätzung des Kantons zwischen 25 und 40 Prozent des Holzes, das im ganzen Jahr geschlagen werden sollte.

Tiefer Anteil an Nadelbäumen

Dass der Sturm hier weniger kräftig wehte, sei zweifellos der Hauptgrund für die tiefen Schäden. Dies allein reiche als Erklärung aber nicht aus, ist Byland sicher. «Im Vergleich beispielsweise zur Region Zofingen, die viele Sturmschäden zu beklagen hatte, ist in unseren Wäldern der Laubholzanteil deutlich höher und der Nadelholzanteil tiefer.» Nadelbäume wie Fichten gehörten zu den Flachwurzlern, seien also weniger robust als beispielsweise Laubbäume wie Eichen. Hinzu komme, dass Laubbäume dem Wind weniger Angriffsfläche bieten, weil sie im Winter keine Blätter tragen. «In unserer Region warf Sturm Lothar 1999 viel Nadelholz, seither haben wir den Anteil dieser Bäume verringert. Auch aus diesem Grund hinterliess ‹Burglind› in Wettingen, Würenlos und Neuenhof weniger Schäden als im Westaargau.»

Badens Stadtoberförsterin Sarah Niedermann berichtet von rund 300 Kubikmetern Bäumen, die umgeworfen wurden. Auch sie bezeichnet den Schaden als verhältnismässig gering, es handelt sich mehrheitlich um Streuschäden. Anders als beispielsweise «Lothar» verwüstete «Burglind» also keine grossen, zusammenhängenden Flächen, sondern fällte über die Waldgebiete verteilt einzelne Bäume. Auch Niedermann erwähnt Sturm Lothar: «Er beschädigte grosse Flächen. Die Bestände an diesen Stellen sind noch jung, gleichzeitig haben wir auf diesen Flächen einen Laubmischwald, der Stürmen besser trotzt als reines Nadelholz.»

Eine Schadholzmenge, die im kantonalen Durchschnitt und somit höher als in Baden oder Wettingen liegt, verzeichnet das Forstrevier Siggenberg. Rund 20 bis 25 Prozent der jährlichen Schlagmenge fielen «Burglind» in Obersiggenthal, Untersiggenthal und Freienwil zum Opfer. Doch auch Revierförster Daniel Hitz sagt: «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.»

Meteorologen kündigten für die Nacht auf heute Dienstag Wintersturm «Evi» an, für das Flachland wurden Böen mit bis zu 90 km/h erwartet. «Burglind» war deutlich stärker, dennoch könnten wieder Äste oder schwache Bäume brechen, erklärten Meteorologen.

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