Bundesrat will A1 im Aargau früher als geplant auf sechs Spuren ausbauen

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In Spreitenbach ist die Autobahn A1 bereits sechsspurig. Zwischen Aarau Ost und Birrfeld soll sie es bis 2030 ebenfalls sein. (Bild: Alex Spichale)

Mit dem Ausbauschritt 2019 will der Bundesrat 2,267 Milliarden investieren. Geld erhalten vier Projekte: der Bypass Luzern, die Erweiterung des Abschnitts Rotsee-Buchrain, die Engpassbeseitigung im Raum Crissier und die Umfahrung Le Locle. Diese vier Vorhaben sollten innerhalb der nächsten vier Jahre baureif werden.

In einem nächsten Schritt ist dann der Aargau an der Reihe: Der Ausbau der A1 zwischen Aarau Ost und Birrfeld auf sechs Spuren gehört zu den weiteren Ausbauschritten im Realisierungshorizont 2030. Bis anhin plante der Bund den Ausbau bis 2040. Das war dem Aargauer Regierungsrat zu spät. Er drängte letztes Jahr auf eine schnellere Planung des Sechsspurausbaus – mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt. Der Bundesrat rechnet für das Projekt mit Kosten von 372 Millionen Franken.

Grosser Handlungsbedarf
Es bestehe grosser Handlungsbedarf zwischen Aarau Ost und Dietikon, schreibt der Bundesrat. Fehlende Kapazitäten werden bis 2040 zu täglichen Staus mit einer Länge von zwei bis vier Stunden führen, befürchtet er. Deshalb stuft er diesen Abschnitt jetzt in der hohen Problemstufe III ein. Weniger stark betroffen sei der Abschnitt Wiggertal – Aarau Ost (Problemstufe I).

Erweitert werden sollen später auch die Strecken Wiggertal - Aarau Ost, Birrfeld - Wettingen (inklusive vierte Röhre Bareggtunnel) für 564 Millionen Franken sowie Wettingen - Dietikon (Realisierungshorizont 2040, für 243 Millionen Franken). Diese Projekte seien planerisch erst im Frühstadium, schreibt der Bundesrat. Im Gang ist derzeit auch eine Studie zu einer grossräumigen Umfahrung Limmattal.

Zwei Milliarden für Gotthard-Tunnel
Zu den grösseren Vorhaben der nächsten vier Jahre, die der Bundesrat dem Parlament ebenfalls zur Freigabe beantragt, gehört der Gotthard-Strassentunnel. Der Verpflichtungskredit dafür beläuft sich auf 2,084 Milliarden Franken.

Um die Verkehrssituation in den Agglomerationen zu verbessern, beantragt der Bundesrat für die dritte Generation der Agglomerationsprogramme insgesamt 1,12 Milliarden Franken. Damit kann der Bund 32 Agglomerationen dabei unterstützen, Verkehr und Siedlung koordiniert zu planen sowie die verschiedenen Verkehrsmittel in urbanen Gebieten besser aufeinander abzustimmen.

Unterstützung seit 2008
Mit dem Programm Agglomerationsverkehr unterstützt der Bund seit 2008 Städte und Agglomerationen bei der Lösung von Verkehrsproblemen. Bis jetzt hat das Parlament dafür 5,7 Milliarden Franken aus dem zeitlich befristeten Infrastrukturfonds gesprochen.

Finanzierungsgrundlage ist der vor einem Jahr vom Volk genehmigte Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF). In diesem Rahmen ist auch eine Erhöhung des Mineralölsteuerzuschlags um 4 Rappen vorgesehen.

Diese Benzinpreiserhöhung kommt nun später als geplant. Neueste Berechnungen zeigen, dass die zusätzlichen Mittel erst 2024 benötigt werden, wie der Bundesrat in einer Mitteilung schreibt. Ursprünglich war der Schritt für 2019 oder 2020 vorgesehen. (sda/mwa/mku)

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