Vortrag IG ZeitOptimisten: «Geldpolitik fördert Fehlanreize»

«Wir bauen immer präzisere Uhren, haben aber die Zeit nicht im Griff», sagt der Zeitforscher Ivo Muri anlässlich der Begrüssung zur Veranstaltung im Zofinger Stadtsaal. Dort referierten am Dienstagabend Domagoj Arapovic, Ökonom bei der RaiffeisenGruppe Schweiz, Tobias Straumann, Wirtschaftshistoriker und Dozent an der Universität Zü- rich und Ivo Muri, Unternehmer und Zeitforscher über Zeit und Wirtschaft, oder was über die Zeit in der Wirtschaft aus dem Ruder gelaufen ist.

Domagoj Arapovic zeigte drei Dilemmas auf, in der sich die Wirtschaft befindet. «Die Wachstumspotenziale schrumpfen, es gibt weniger zu verteilen», sagt Arapovic. Als weiteres Problem für die hohe Verschuldung in vielen Ländern erachtet der Ökonom die Versprechen der Politiker zu mehr Wohlstand. «Realisiert wird diese in vielen Ländern auf Pump.» Dazu komme, dass Schulden ein lukratives Geschäft seien und «kaum jemand daran interessiert ist, diese abzubauen». Domagoj Arapovic befürchtet, dass die Schulden aus dem Ruder laufen und «sich die nächste Finanzkrise anbahnt».

Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann referierte über die Geschichte der Staatsschulden. Er sprach über Staatsbankrotte, die er als unrealistisch erachte, «wie das Beispiel Griechenland zeigt», über Hyperinflation, die in vielen Staaten vor allem in Kriegs- oder Krisenzeiten herrschten und über die Finanzrepression, in der die Sparer oder Anleger zugunsten des Staates schleichende Verluste erleiden. Seit den 80er-Jahren steige die Staatsverschuldung in vielen Ländern, sagt der Dozent der Universität Zürich. «Auch über 30 Jahre später hat sich noch nicht viel daran geändert», sagt Straumann. «Ich erwarte, dass es so weitergeht.»

Entschleunigend wirkte der Auftritt von Zeitforscher Ivo Muri, der die Kernfrage stellt, ob man den Menschen wieder Arbeitsplätze und Heimat bieten wolle oder einfach nur Jobs? «Wenn wir wieder eine gute Befindlichkeit erlangen und Meister unserer Zeit werden wollen, müssen wir auch mal auf die Bremse treten und nicht immer nur aufs Gaspedal», so sein abschliessendes Fazit.

Bilder: Lorenz Frey

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Staatsschulden und die EU-Konvergenzkriterien

Nikos Traianou
schrieb am 23.01.2018 20:56
Die Gesamtschuld in den EU-Ländern darf gemäss EU-Recht nicht mehr als 60 % des jeweiligen Bruttosozialproduktes (BSP) betragen. Wenn in den jeweiligen EU-Ländern jedoch der Staat "gezwungen" wird, infolge unterschiedlicher Konjunkturzyklen (von einer Hochkonjunktur zu einer Wirtschaftsdepression) in die jeweilige nationale Wirtschaft zu investieren, so steigen per definitionem die Staatsausgaben und damit erhöht sich die die Gesamtstaatsschuld. Hohe Staatsschulden sind für den Bankensektor immer lukrativ, sie können jedoch langfristig die Inflation ansteigen lassen, da immer neues Geld in den Markt gepumpt werden muss. Die Staatsausgaben sollten sich daher immer - soweit möglich - an den jeweiligen Konjunkturzyklen anpassen, um die Inlandsnachfrage zu stimulieren und zu regulieren. Wenn auch heute im Ergebnis wegen der wirtschaftlichen Verflechtung kein Staatsbankrott möglich ist, so ist doch eine übernationale Zusammenarbeit auch auf diesem Gebiet angezeigt, um eine wirtschaftliche Regulierung zu steuern. Dies lehrt uns die Wirtschaftsgeschichte eindeutig am Fall der "Great Depression" in den USA in den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wo eine damalige Massenarbeitslosigkeit durch massiv steigende Staatsausgaben wirksam eingedämmt werden konnte (im sog. "new deal"). Europa reagierte damals mit einer Hyperinflation, welche verzögert auch die damalige Schweiz erfasste.
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