Ein Gewinn für die Gesellschaft

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Ist die demografische Entwicklung, die Zunahme des Anteils älterer Mitbürger an der Bevölkerung nur ein Nachteil, nur eine gesundheits- und sozialstaatliche Herausforderung? Nein. Wie bei einem Referat des Luzerner Regierungsrates Guido Graf diese Woche in Wikon zurecht klar wurde, verzichteten Teile der Wirtschaft mit der Pensionierung von Fachkräften im Alter 65 und der Benachteiligung von über 50-Jährigen in Bewerbungsprozessen - mal von Kaderstellen abgesehen - auf ein enormes Potenzial. Nicht immer lässt sich der Wert einer Person nämlich mit deren Produktivität messen. Die Vermittlung von Erfahrungen und von Werten an die jüngere Generation ist wichtig. Sie ist wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich relevant. Und man stelle sich vor: Die Generation der älteren Mitmenschen wird bevölkerungsanteilmässig grösser und ist damit auch für gewisse Wirtschaftssektoren ein relevanter Kundenkreis.

Die Generation der älteren Mitmenschen hat, wie Guido Graf richtig erwähnt hat, die Weichen einst richtig gestellt, damit es uns allen heute so gut geht. Nun sind wir in der Pflicht, uns solidarisch zu zeigen. Gesellschaftlich: Indem wir die älteren Mitmenschen nicht isolieren, sondern an unserem Leben teilhaben lassen. Wirtschaftlich: Indem wie bereits erwähnt ältere Menschen in den Unternehmen nicht nur als Kostenfaktoren, sondern als Reservoir an Know-how sehen. Und schliesslich politisch: Wir müssen die Sozialwerke stärken. Wenn wir Jüngeren mehr einzahlen müssen, um nicht nur uns selber, auch den bald ins Pensionsalter kommenden Personen die Renten zu garantieren und wenn wir länger arbeiten müssen bis zu unserer eigenen Pensionierung, dann müssen wir dies tun. Das nennt sich Generationenvertrag. Beim Anlass in Wikon wurde zudem auch klar: Ältere Menschen wissen nicht immer genau, wo Hilfe zu suchen ist. Möglicherweise verzichten sie auch aus Scham darauf, weil sie ganz anders erzogen wurden. Hier sind wir Jüngeren erneut in der Pflicht, Brücken zu bauen.

Die Generation der älteren Mitmenschen ist ganz einfach ein Gewinn für die Gesellschaft.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Gesellschaftsvertrag und Generationenvertrag

Nikos Traianou
schrieb am 21.01.2018 20:00
Der demografische Gewinn ist durch einen gezielten Einbezug der älteren Generation in den Wirtschaftsprozess zweifellos gegeben, kann doch die ältere Generation ein hohes Fachwissen im Arbeitsmarkt einbringen, welches sonst brach liegen würde. Insbesondere sind auch ältere Arbeitsnehmer/ -innen gezielt in allen Wirtschaftsbereichen (im primären, im sekundären und im tertieren Wirtschaftssektor) gezielt zu fördern und damit - soweit möglich -
in den primären Arbeitsmarkt einzugliedern. Auch ein gezielter gesellschaftlicher Einbezug ist von Nöten. Es kann somit nicht nur von einem Generationenvertrag (als Schlagwort) gesprochen werden, sondern auch von einem gelungenem Gesellschaftsvertrag im Sinne von J.J. Rousseau (vgl. "le contrat social"). Im "contrat social" von Rousseau werden auch im Sinne eines wirklichen Gesellschaftsvertrages auch gewollt alle Generationen gezielt einbezogen. Nur wenn auch alle Generationen in einer Gesellschaft in einen Entscheidungsprozess einbezogen werden, kann nach Rousseau von einer echten, generationenübergreifenden Zusammenarbeit gesprochen werden. Dies ist auch unter dem Stichwort "politische Entscheidungsprozesse" in einer funktionierenden Gesellschaft zu verstehen.
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