Aargauer Lehrer bleiben vorläufig Schlusslichter in Sachen Lohn

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Geduld ist angesagt für das Lehrpersonal im Aargau. (Archivbild ZT)

Aargauer Lehrpersonen verdienen klar weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in andern Kantonen. Wenn ein Primarlehrer von Buchs AG nach Schönenwerd SO wechselt, verdient er rund 10000 Franken mehr pro Jahr. Aber auch im Vergleich mit an sich gleichgestellten Angestellten in der öffentlichen Verwaltung verdienen Lehrpersonen im Schnitt zehn Prozent weniger. Das Verwaltungsgericht hat 2014 festgestellt, das Lohnsystem für die Aargauer Lehrer sei nicht mehr zeitgemäss.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler versprach denn auch den langsam ungeduldig gewordenen Lehrpersonen, dass voraussichtlich im Jahre 2020 ein neues, zeitgemässes Lohnsystem eingeführt werde, das deutliche Verbesserungen bringe. Im Herbst 2017 startete die Regierung das Vorprojekt zur Lohnrevision. Sowohl das Lohnsystem für Lehrpersonen als auch das für die Staatsangestellten sollten auf eine neue, gemeinsame Basis gestellt und unter anderem auch der aktuellen Marktsituation angepasst werden.

Finanzierung unsicher
Doch jetzt ist das Projekt bereits wieder sistiert. Wie Michael Umbricht, Generalsekretär im Bildungsdepartement, auf Anfrage bestätigte, findet vorderhand keine Projektauslösung statt. Die Vorarbeiten hätten gezeigt, dass eine umfassende Revision der beiden Lohnsysteme unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen eine grosse Herausforderung bedeute. Zumal der Grosse Rat im November 2017 zwar das Budget für 2018 gutgeheissen, die Planjahre 2019 und 2020 aber nicht genehmigt hat. Das führe zu einer Planungsunsicherheit. Wie es mit der versprochenen Lohnrevision weitergehen soll, darüber wird der Regierungsrat frühestens im März informieren. Weil das Geld für die umfassende Revision fehlt, werde nun auch geprüft, ob in den bestehenden Lohnsystemen noch Optimierungspotenzial bestehe.

Der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband reagiert gelassen auf die Sistierung. «Es ist wenig sinnvoll, eine Revision durchzuziehen, wenn die Finanzierung unsicher ist», sagt Geschäftsführer Manfred Dubach. Als gangbaren Weg sehen sowohl Umbricht als auch Dubach, dass die Revision in Etappen erfolgt: Zuerst erhalten die Lehrpersonen ein neues, zeitgemässes Lohnsystem. In einem zweiten Schritt folgen dann Funktionsbewertung und Lohnsystem für die übrigen Staatsangestellten. Somit ist auch noch nicht klar, ob die Lehrpersonen wie geplant ab 2020 mit faireren Löhnen rechnen können oder ob das doch länger dauert.

VON JÖRG MEIER/AZ

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