«Burglind» hinterlässt Schlachtfeld: Schwieriger Start für den Forstbetrieb Uerkental

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Die beiden Förster Markus Steiner (l.) und Hans-Ruedi Fischer sind für die Administration und die Planung des Aufrüstens zuständig. (Bild: Rahel Wirz)

Licht durchdringt die kahlen Baumkronen und lässt den Waldboden in einem goldenen Licht erstrahlen. Es wirkt friedlich. Dass Anfang Monat noch «Burglind» über den Wald hinwegfegte, scheint wie ein ferner Albtraum. Nur an manchen Stellen wird die Wucht des Sturms deutlich: Wo vorher Wald war, bedecken jetzt dicke Stämme den Boden. Gut 4000 von insgesamt 8000 Kubikmetern Hiebsatz hat «Burglind» zu Boden gezwungen. So hatte sich Markus Steiner seinen ersten Arbeitstag als neuer Forstbetriebsleiter des Forstbetriebs Uerkental sicherlich nicht vorgestellt und Hans-Ruedi Fischer, der ehemalige Forstbetriebsleiter, sich seinen letzten sicherlich auch nicht. «Jetzt müssen wir halt das Beste aus der Situation machen», sagt Steiner achselzuckend.

Seit Anfang dieser Woche ist das Team des Forstbetriebs Uerkental am Holzen. «Letzte Woche hat es das Wetter nicht zugelassen. Es hat immer wieder gewindet und war sehr nass. Arbeiten im Wald wäre zu gefährlich gewesen», so Steiner. Deswegen räumten die Arbeiter zunächst nur die befahrbaren Strassen frei. Umso kräftiger packen die zwei Forstwarte, der Lehrling und der Vorarbeiter des Forstbetriebs nun bei strahlendem Sonnenschein an. Sie kämen gut vorwärts, sind sich Steiner und Fischer einig.

Schwierige Verhältnisse
Und das, obwohl die weichen Böden die Arbeit zusätzlich erschweren. «Wir können mit den Maschinen nur von der Strasse aus arbeiten. In eigentlich befahrbare Gassen gehen wir nicht», sagt Steiner. Sonst würden sie die Böden schädigen. Stellenweise sind die Arbeiter also gezwungen, von Hand zu arbeiten.

Nach Möglichkeit setzen sie aber den Vollernter ein. Dieser trennt die Äste von den Bäumen ab und misst die Baumlänge. Eingesetzt wird er vor allem bei schwächeren Sortimenten, wie Steiner erklärt. «Sturmholz zu rüsten ist eine gefährliche Arbeit und durch Einsatz des Vollernters erhöhen wir die Arbeitssicherheit. Zusätzlich können wir durch den Vollernter eine grössere Leistung erzielen.» Das ist auch wichtig, denn das Holz muss so bald wie möglich zum Verkauf auf den Markt.

Es ist der halbe Jahreshiebsatz, der auf dem Waldboden verstreut liegt und den sie jetzt verkaufen müssen. Wegen den entwurzelten und umgeknickten Bäumen sind viele kleine Wege, unter anderem auch der Vita Parcours, noch nicht wieder begehbar. Hans-Ruedi Fischer sagt: «Der Spielplatz der Waldspielgruppe ist völlig unter umgestürzten Bäumen begraben. Das wäre schlimm gewesen, hätten sich dort Kinder aufgehalten.»

Eine gewisse Vorsicht sei beim Betreten des Waldes noch geboten. Grundsätzlich können aber alle geräumten Strassen wieder genutzt werden. Steiner sagt: «In die Sturmflächen sollte man aber auf keinen Fall gehen. Es gibt da immer noch Äste, die lose oben in den Bäumen hängen und halbentwurzelte Bäume, die jeden Augenblick umstürzen könnten.» Aus ebendiesen Gründen ist die Arbeit des Aufrüstens nicht gerade ungefährlich. Deshalb gilt es, gewisse Sicherheitsregeln einzuhalten. Beim Sturmholz seien die Spannungen in den Bäumen das Hauptproblem. Beurteilt ein Arbeiter die Lage falsch, kracht es. «Deswegen ist es wichtig, ruhig und überlegt vorzugehen», erklärt Steiner.

Halbentwurzelte Bäume
So auch beim Fällen eines Baumes, der wegen «Burglind» aus einem privaten Garten in Richtung Wald gewindet wurde. Dort verfing er sich in den Ästen der umliegenden Bäume und hing dadurch über dem Fussgängerweg, den die Stadt auf Anfrage der Anwohner aus Sicherheitsgründen sperrte. Denn dieser halbumgestürzte Baum könnte jederzeit fallen.

Hier kommt der Forstbetrieb Uerkental ins Spiel. Es ist ihre Aufgabe, den Baum zu fällen. «Sie berücksichtigen die physikalischen Gesetze und versuchen, das Seil möglichst hoch oben zu befestigen», schildert Steiner die Tätigkeit seiner Mitarbeiter. Fischer ergänzt: «Ich hoffe, es reicht, den Baum mit dem Seil zu Fall zu bringen. Wenn nicht, wird es eine kompliziertere Geschichte.»

Nachdem das Seil befestigt wurde, können die Arbeiter via Fernsteuerung das Seil einziehen. Es knackt laut und der Baum stürzt zu Boden. Ein Auftrag wäre damit erledigt. Im Wald warten aber noch einige Bäume darauf, gefällt und von ihren Ästen befreit zu werden. Arbeit hat der Forstbetrieb Uerkental vorerst noch genügend.

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