Zum Interview am Wochenende mit Cédric Wermuth: Arbeiten und Werte vorleben

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Eigentlich ist das doppelseitige Interview mit Cédric Wermuth vom letzten Wochenende im ZT eine ziemliche Leserzumutung. Aber es lohnt sich, einige Aussagen von Herrn Nationalrat Wermuth herauszugreifen und mit Taten seiner bisherigen Politiker-Vita beziehungsweise der DNA seiner linken JUSO-Genossen zu vergleichen. Da wäre einmal die Erkenntnis: «Wert wird durch diejenigen generiert, die arbeiten.» Das Kontrastprogramm dazu sind Initiativen aus der jüngeren Vergangenheit. Wäre es nach den Linken gegangen, hätten wir heute die 36-Stunden-Woche, ein Minimum von sechs Wochen bezahltem Urlaub, ein Rentenalter von 62, höhere AHV-Renten. Eine weitere Wermuth’sche Plattitüde aus dem ZT Interview: «Es geht darum, den Kindern den Rücken zu stärken und Werte vorzuleben.» Dazu gibt es die verbriefte Story, wonach die Wermuth-Truppe beim Abstimmungskampf für die Cannabis-Legalisierung Kondome verteilte mit der dezenten Aufschrift «Lieber bekifft figge als bsoffe fahre». Nach dem verkappten Weltbild von Wermuth sind das also die Werte, die es Kindern und Jugendlichen vorzuleben gilt. Derselbe Wermuth, der sich auch per Twitter über die Teilnahme von Trump am WEF enervierte und empfahl, diesen subito auszuladen.

Aktuell passend zu dieser Ausgangslage wäre da nun die Rücktrittsankündigung von Pascale Bruderer aus dem Ständerat. Einer Politikerin notabene, deren «linkes Herz am rechten Fleck schlägt» und die von der politischen Konkurrenz ihres Fairplays wegen respektiert wird. Eine Politikerin auch, deren Werte-Vorstellungen Lichtjahre von denjenigen Wermuths entfernt sind. Bei ihr gibt es keine subversiven Vergangenheits-Spuren illegaler Hausbesetzung oder von geschmacklosen Darstellungen ungeliebter Gegner auf einer Porno-Plattform durch die JUSO. Eine linke Ersatzwahl für Pascale Bruderer in der Person von Cédric Wermuth wäre für den Aargau deshalb ein tiefer moralischer Fall – eigentlich ein absolutes No-Go!

RUDOLF FANKHAUSER, ROTHRIST 

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Werte und "Vorleben von Werten"

Nikos Traianou
schrieb am 31.01.2018 22:30
Das Wichtigste an sich ist überhaupt, dass man irgendwelche Werte hat, egal wie diese ausgestattet sind. Erst eine Gesellschaft, welche über keine Werte verfügt, ist "wertlos" im Sinne von "werte-los". Ob man die eigenen Werte jetzt rein pecuniär, ideel oder wissenschaftlich definiert, ist an sich nicht entscheidungsrelevant. Entscheidend ist allein, ob man überhaupt solche hat und damit auch diese irgendwie fundiert einbringen kann. Eine Diskussion zwischen unterschiedlichen Werten (Wertvorstellungen) muss nicht polemisch, sondern immer kontradiktorisch sein, wenn ein sog. gemeinsamer Nenner ausgeschlossen ist. Eine sogenannte "universelle Wertvorstellung" ist auch meines Erachtens illusorisch.
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