Gibt es bald einen weiteren Stopp zwischen Olten und Solothurn?

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Bald könnten Schnellzüge in Egerkingen nicht mehr nur durchfahren, sondern einen Stopp einlegen. (Bild: Bruno Kissling)

Derzeit plant die Einwohnergemeinde Egerkingen zusammen mit dem Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT), den Busbetrieben und den SBB die Realisierung einer intermodalen öV-Drehscheibe am Bahnhof. Bereits im letzten Jahr nahmen die Pläne für den damit verbundenen Ausbau des Bahnhofs Gestalt an (wir berichteten). Die zusätzlichen vier Haltekanten werden den Busbetrieben bereits per Fahrplanwechsel 2018/2019 zur Verfügung stehen. Die restlichen Arbeiten sollen bis Ende 2023 fertig sein.

Zentral für Erschliessung im Gäu
In Zusammenhang mit diesem Ausbau verlangt die Einwohnergemeinde nun, dass die Schnellzüge auf der Linie zwischen Solothurn und Olten im Halbstundentakt auch in Egerkingen halten sollen. Dies, weil der Bahnhof mit der Verwirklichung der öV-Drehscheibe und dem ausgebauten Busfahrtplan zu einem Knotenpunkt des Regionalverkehrs entstünde, von wo aus der Umstieg in die Schnellzüge in Richtung Olten und Biel erfolgen könne.

«Langfristig gesehen, wäre diese Lösung auch eine Entlastung für Olten», erklärt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi, die voll und ganz hinter dem Projekt stehe. «Die Schnellzughalte in kleineren Ortschaften würden ausserdem eine touristische Botschaft senden», fügt Bartholdi an. Es müssten schliesslich nicht immer nur die grossen Städte angefahren werden.

Momentan ist Oensingen, welches nur zwei Gemeinden weiter liegt, nebst Grenchen Süd der einzige Stopp für Schnellzüge zwischen Olten und Solothurn. Darin sieht die Gemeindepräsidentin jedoch kein Problem: «Oensingen ist für die Erschliessung des Thals unabdingbar. Das wird auch in Zukunft so bleiben.» Die Gemeinde Egerkingen sei zentral für die Erschliessung des gesamten Untergäus. Dies auch durch die Lage der Autobahn.

Vom Kanton unterstützt
Mit dem Strategischen Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur «STEP» will der Bund die Bahninfrastruktur nämlich bis zum Jahr 2035 für die Zukunft fit machen. Laut dem Regierungsrat Solothurn gehört in diesen Schritt auch der adäquate Umgang mit der Jurasüdfuss-Linie zwischen Olten und Biel mit Taktverdichtung und halbstündlichem Halt der Fernverkehrszüge in Grenchen Süd, Oensingen und Egerkingen. Dieser wurde jedoch vom Bund bisher noch nicht bestätigt.

Das Anliegen der Einwohnergemeinde Egerkingen deckt sich jedoch stark mit denjenigen des Kantons, wie Ludwig Dünbier, AVT-Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr, bestätigt. «Das Bundesamt für Verkehr muss jetzt die im Rahmen der Vernehmlassung eingegangenen Antworten auswerten und daraus ein verbessertes Angebotskonzept entwickeln», erklärt Dünbier. «Wir werden uns dabei auf jeden Fall für einen Stopp der Fernverkehrszüge in Egerkingen einsetzen.»

von Sarah Kunz — az

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