«Nein zum Lehrplan 21»: «Die Veränderungen sind nur Kosmetik»

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Harold Ronge und Elfy Roca, Initianten von «Nein zum Lehrplan 21», wollen Entwicklungen in der Bildungspolitik weiterhin kommentieren. (Bild: ARCHIV/CHRIS ISELI)

Eigentlich hätte die Aargauer Regierung den neuen Lehrplan gar nicht in die Vernehmlassung geben müssen. Einzig die Frage nach der Finanzierung der zwei zusätzlichen Lektionen Französisch untersteht der obligatorischen Anhörung. Über den Rest könnte der Regierungsrat einfach bestimmen. Dass verschiedene Interessensgruppen trotzdem zur ausführlichen Stellungnahme eingeladen wurden, ist möglicherweise auch auf zwei Aargauer Lehrpersonen zurückzuführen: Elfy Roca und Harold Ronge. Sie gehören zum Komitee «Ja zu einer guten Bildung – Nein zum Lehrplan 21» und heizten mit ihrer Initiative die Diskussion um die Schule der Zukunft letztes Jahr an. Roca und Ronge tingelten durch den ganzen Aargau, um einen neuen Lehrplan auf Basis des Lehrplans 21 zu verhindern. Gelungen ist es nicht: Das Stimmvolk versenkte die Initiative am 12. Februar 2017 deutlich. Im kantonalen Schulgesetz wurden keine einzelnen Fächer festgeschrieben, die in den Schulen in Zukunft unterrichtet werden müssen.

In einer Stellungnahme zur neuen Stundentafel und zur Umsetzung der nationalen Sprachenstrategie meldet sich das Initiativkomitee von damals zurück. Die Bedenken seien immer noch dieselben wie damals. «Die Veränderungen des Aargauer Lehrplans zum Lehrplan 21 sind nur Kosmetik», schreiben sie in der Stellungnahme. Deshalb würden sie auch unter dem neuen Namen «Bildungsforum Aargau – Schule im Fokus» kontinuierlich daran arbeiten, die «Fehlentwicklungen in der Bildungspolitik zu kommentieren und zu korrigieren».

Weniger Zeit pro Kind
Sollte die neue Stundentafel wie von der Regierung vorgeschlagen umgesetzt werden, forciere dies einen weiteren Bildungsabbau, schreiben sie in ihrer Stellungnahme. Ausserdem befürchtet das Bildungsforum Aargau, dass Lehrpersonen künftig weniger Zeit pro Kind zur Verfügung haben, weil der Regierungsrat den Unterricht in Halbklassen reduzieren möchte. «Das beweist, dass Schüler künftig vermehrt selbst gesteuert lernen sollen.» Weiter werde der Leistungsdruck durch die zusätzlichen Lektionen zunehmen.

In der Oberstufe finde ein Ausbau der Fächer und Inhalte «zulasten der heutigen Fächer» statt. Es stelle sich die Frage, ob die Stundentafel nicht stärker auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Oberstufenzü- ge ausgerichtet sein sollte. So lehnt das Bildungsforum Aargau die Sammelfächer «Natur und Technik» und «Räume, Zeiten, Gesellschaften» ab und verlangt weiterhin Unterricht in Einzelfächern. 

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