Fäälimärt Sursee: Wenn Jäger ihren Sonntag feiern

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Vor allem Rotfuchsfelle werden am Fäälimärt angeboten, aber auch Pelze von Hirsch, Marder und Dachs können gekauft werden. (Bild: Rosmarie Brunner)

Jagdgrün ist die vorherrschende Farbe an diesem Dienstagmorgen. Schätzungsweise 1800 Besucherinnen und Besucher strömen in die Surseer Stadthalle, wo der Zentralschweizer Pelzfellmarkt, kurz Fäälimärt genannt, stattfindet.

Damit ist er einer der grössten Anlässe dieser Art in der Schweiz, sagt Peter Küenzi, seit 2015 Präsident von Revierjagd Luzern. Ein Grossteil sei Luzerner Jäger, die anschliessend an der Generalversammlung des Verbandes teilnehmen würden. «Rund ein Drittel dürfte aus der nicht-jagenden Bevölkerung stammen», sagt Küenzi; darunter gebe es ganz unterschiedliche Klientel: Fasnächtler, die einen bestimmten Balg suchten und Frauen, die auf der Suche nach einem speziell schönen Fell seien.

Nicht nur Felle

Das Angebot wird dominiert von Rotfuchsfellen, aber auch Dachs, Marder und Rothirsch sind zu finden. Jäger und Händler präsentieren ihre Waren, neben Pelzen findet man edle Waffen, Objektive, individuell anpassbare Gehörschütze, Wildtierkameras oder «Murmelifett» im Angebot. Unter den Besuchern sind tatsächlich einige Nicht-Jäger, so wie die Frau, die jedes Jahr kommt, weil sie das Besondere sucht. «Ich habe gerne Pelze», sagt sie, «und hier weiss ich, dass sie von einem Wildtier stammen und nicht von irgendeinem armen Tier, das auf einer Farm gezüchtet wurde und qualvoll sterben musste.» Am Fäälimärt werden nur Pelze von jagdbaren Tieren verkauft. Die Öffentlichkeit habe oft ein falsches Bild der Jäger, sagt Peter Küenzi, gerade was die Fuchsjagd betreffe: «Die Leute glauben, wir würden diese Tiere schiessen, um sie dann wegzuwerfen.» Doch der Pelz wird verwertet. Küenzi weist auf zwei wichtige Gründe hin, um den Fuchs zu jagen – erstens herrsche bei diesen Tieren eine grosse Anfälligkeit für Krankheiten, zweitens müsse die Population in Grenzen gehalten werden. Der Fäälimärt sei deshalb auch ein Ort, an dem die Felle sinnvoll verwertet werden können.

Stolz ist Peter Küenzi auf die Annahme des neuen Jagdgesetzes im vergangenen Jahr, der Kantonsrat hatte das revidierte Gesetz mit 110:0 Stimmen gutgeheissen. Damit habe man einen Meilenstein setzen können, «für eine nachhaltige Jagd und ihre Tradition, aber auch für Waldeigentümer und Freizeit-Waldbenützer». Das revidierte Luzerner Jagdgesetz habe schweizweit Vorbildcharakter.

Zum neunten Mal in Sursee
Früher war der Fäälimärt vor allem eine gute Gelegenheit für die Jäger, ihre Pelze zu verkaufen und damit ihr Einkommen aufzubessern. Das war für viele wichtig. Denn die Luzerner Jagd sei im Gegensatz zu anderen Regionen, vor allem im Ausland, schon seit langem eine Volks- und keine Herrenjagd. «An ihr konnten und können alle teilnehmen», sagt Guido Roos, Präsident der Fäälimärt-Kommission. «Für viele von uns Luzerner Jägern ist es selbstverständlich, dass wir in dem Gebiet Revierpächter sind, in dem wir aufgewachsen sind.»

Der Handel mit Fellen hat an Bedeutung verloren, seitdem der Markt eingebrochen und die Preise «am Boden» sind. Heute ist der Fäälimärt vor allem ein geselliger Treffpunkt für viele Jäger im näheren und weiteren Umkreis, um den Kontakt untereinander zu pflegen. Nicht umsonst heisst der Anlass auch Jägersonntag, obwohl er immer am Dienstag vor dem Schmutzigen Donnerstag stattfindet – und das seit über hundert Jahren. Mehrmals gewechselt hat in dieser Zeit der Ort; erst fand der Anlass an wechselnden Orten in Luzern statt, heuer wird er zum neunten Mal in Sursee durchgeführt. «Wir fühlen uns hier sehr wohl», sagt Guido Roos, «die Stadthalle Sursee eignet sich bestens für unsere Bedürfnisse.»

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