Den Hass im Keim ersticken

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Chefredaktor Philippe Pfister.

In der letzten TV-«Arena» zu «No Billag» flogen die Fetzen – das ist gut so. Nach der Sendung flogen Hass-Bomben – und das ist gar nicht gut.

Unter dem Pseudonym «Stop Lügenmedien» bedrohte ein Twitter-User Moderator Jonas Projer und seine Kinder mit dem Tod. «Mitten in der Nacht werden wir kommen und dich richten!», schrieb die Verfasserin oder der Verfasser. Wer hinter dem Pseudonym steckt, ist unklar.

Projer tat das einzig Richtige: Er reichte mit Unterstützung von SRF bei der Polizei Strafanzeige wegen Drohung ein.

Twitter, Facebook und Co. sind eine wunderbare Sache. Sie verbinden uns mit unseren Freunden weltweit. Ein junger Kollege meinte kürzlich, Klassenzusammenkünfte seien für seine Generation wohl ein Auslaufmodell – dank Facebook fänden sie schliesslich dauernd statt. Der Hass und der Dreck jedoch, der die sozialen Medien vergiftet, gehört mit aller Konsequenz bekämpft. Wenn prominente Opfer wie Projer sich Drohungen und Diffamierungen nicht gefallen lassen und darüber reden, steigt der Druck auf Behörden und Internet-Giganten, die Sache ernst zu nehmen. Es liegt in der Hand der Plattformbetreiber, ihre Regeln zu überarbeiten und Verstösse zu sanktionieren.

Gut auch, dass Jolanda Spiess Hasstiraden und strafbare Ehrverletzungen konsequent einklagt und Hater knallhart zur Rechenschaft zieht; das Argument, sie habe sich so einiges selbst zuzuschreiben, ist billig. Niemand muss sich im Zug oder im Bus anspucken und beschimpfen lassen; genauso muss sich niemand im Internet Hasswellen über sich ergehen lassen.

Wer wissen will, wie Online-Terror ein Leben zur Hölle machen kann, kann sich in einer ruhigen Minute den Erfahrungsbericht des deutschen Journalisten und Bloggers Richard Gutjahr zu Gemüte führen (www.gutjahr.biz); nach der Lektüre denkt man über die Potenz des Internet-Mobs anders als zuvor.

Mit Meinungsfreiheit muss mir jetzt niemand kommen. Meinungsfreiheit hat und hatte Grenzen, schon immer. Die schreibt die Verfassung ziemlich genau fest. Es gibt keinen Grund, diese Grenzen nicht auch im Internet durchzusetzen.

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