Messerstecher lockt Liebhaber der Frau in die Falle: «Schatz, kannst Du kommen?»

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Am 1. September 2016 kam es auf diesem Parkplatz beim Einkaufszentrum a1 in Oftringen aufgrund eines Beziehungsdelikts zur Messerstecherei zwischen zwei türkischen Männern. Während die Polizei am Tatort Spuren und Beweise sicherte, wurden im Hintergrund die Blutspuren entfernt. (Bild: ARCHIV/FUP)

Was am 1. September 2016 zu einer Aussprache unter zwei türkischen Männern hätte werden sollen, endete mit einem versuchten Mord. Ein damals 31-jähriger Mann aus dem Kanton Solothurn stach auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums a1 in Oftringen mit einem Messer mehrfach auf einen Landsmann ein. Dieser hatte sich zuvor heimlich mit der Frau des Angreifers getroffen.

«Der Beschuldigte hat versucht, einen Menschen zu töten», schreibt der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift. «Dabei handelte er besonders skrupellos, indem der Beweggrund der Tat besonders verwerflich war.»

Der Täter war seit rund zehn Jahren mit seiner Frau verheiratet, als sich das Paar auseinanderlebte und es ab Juli 2016 wiederholt zu Streitereien zwischen den beiden kam. In dieser Zeit traf die Frau in den sozialen Medien ihre Jugendliebe wieder. Später kam es auch zu heimlichen Treffen der beiden.

Am Morgen des 31. Augusts 2016 kontrollierte der Ehemann das Mobiltelefon seiner Frau und entdeckte den WhatsApp-Verkehr mit dem neuen Freund. Aus dem Chatverlauf musste er entnehmen, dass sich seine Frau von ihm scheiden lassen wollte. Der in seiner Ehre verletzte Beschuldigte versuchte, seinen Nebenbuhler in eine Falle zu locken, und schrieb ihm vom Mobiltelefon seiner Frau aus: «Hallo Schatz, kannst du zu mir kommen, er hat mich geschlagen.» Der Liebhaber schöpfte Verdacht und reagierte nicht. Daraufhin rief ihn der Ehemann an und beschied ihm, dass er ihn umbringen und «ihm die Extremitäten abschneiden werde».

Der Ehemann, der inzwischen den Vorsatz gefasst hatte, seinen Nebenbuhler umzubringen, rief den Mann erneut an, gab sich betont ruhig und bat um ein Treffen, um sich auszusprechen. Der Freund der Ehefrau hatte ein schlechtes Gewissen, willigte ein und hoffte, die Wogen wieder glätten zu können. Sie vereinbarten am nächsten Tag ein Treffen im a1-Center in Oftringen. Der Nebenbuhler zeigte sich dort reuig und bot dem Beschuldigten laut Anklageschrift an, «dass er ihn verprügeln dürfe, er werde sich nicht wehren». Der Beschuldigte versicherte seinem Opfer, er werde ihm nichts antun.

Am Donnerstagmittag, 1. September 2016, begab sich der Ehemann in Begleitung eines Freundes zum vereinbarten Treffpunkt in Oftringen. Er war mittlerweile fest entschlossen, seinen Nebenbuhler mit einem Messer zu töten, dies aus Rache und um ihn zu eliminieren. Zudem ging es ihm darum, «die Ehre wiederherzustellen». Nach einer kurzen Begrüssung setzte sich der Ehemann auf einen Stein, während der Geschädigte nebenan niederkauerte. Der Beschuldigte wollte nun mehr über die Beziehung zwischen seiner Frau und dem Nebenbuhler wissen. Immer wieder tat er seinen Unmut über ihre Beziehung deutlich kund. Er warf dem Geschädigten wiederholt unehrenhaftes Verhalten vor. Schliesslich erhob sich der angeklagte Türke ruhig und kickte seinem Gegenüber völlig unverhofft und mit voller Wucht einen Fuss ins Gesicht. Dann gab er dem Opfer einen heftigen «Schwedenkuss» und verpasste ihm mehrere Faustschläge ins Gesicht. Der Eingriff eines Begleiters des Beschuldigten verhinderte den weiteren Kampf. Als es den Anschein machte, dass sich die Situation beruhigt hatte, zog der 31-Jährige aber ein Messer und stach mehrfach auf sein Gegenüber ein. Das Opfer versuchte auszuweichen und zu fliehen, strauchelte aber und fiel zu Boden. Daraufhin stach der Ehemann wieder auf ihn ein. Dem Begleiter gelang es schliesslich erneut, ihn zu packen und ihn zurückzuziehen. Der Täter riss sich daraufhin los und floh. Das Opfer blieb mit mehreren Stich- und Schnittverletzungen blutüberströmt am Tatort zurück.

«Nur weil das Opfer ausweichen konnte und der Beschuldigte zurückgehalten wurde, gelang es ihm nicht, seinen Kontrahenten zu töten», schreibt der Staatsanwalt in der Anklage. Er forderte vor dem Bezirksgericht eine Freiheitsstrafe von elf Jahren für den Täter. Die Verteidigung fordert nur 3 Jahre, davon 18 Monate unbedingt, wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Das Urteil ist noch nicht bekannt.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Quatsch

Zeuge
schrieb am 16.02.2018 10:31
Quatsch, als einer der Zeuge teile ich der Gesellschaft mit dass die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft
überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmt. Das Opfer wurde nur am Bein gestochen und konnte schon nach zwei Monate wieder beim Fussballclub antreten.
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