Spitex Debatte: «Keine Experimente auf Kosten von Patienten – deshalb Nein»

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Roger Lussi, Präsident CVP Strengelbach (Archivbild ZT)

Am 4. März entscheidet das Strengelbacher Stimmvolk, ob künftig Spitex-Dienstleistungen, also die Betreuung pflegebedürftiger Personen zu Hause, vom Seniorenzentrum Hardmatt erbracht werden sollen oder nicht. Dabei geht es um wesentlich mehr als nur um die Frage «Hardmatt-Lösung» ja oder nein. Indirekt geht es auch um die Frage des Beitritts zur geplanten regionalen Spitex. Denn wer Nein zur «Hardmatt-Lösung» sagt, muss konsequenterweise später Ja zur regionalen SpitexLösung sagen. Zudem geht es um die Grundsatzfrage, ob es sich die Strengelbacher Bevölkerung leisten will, in einer für die Gemeinde wesentlichen Dienstleistung in der Region im Abseits zu stehen? Strengelbach würde mit der Spitex-Hardmatt-Lösung von Anfang an massiv geschwächt. Der heutige Spitex-Verbund Strengelbach-Vordemwald-Brittnau wird per Ende 2018 aufgelöst. Brittnau und Vordemwald treten der regionalen Lösung bei. Ein Alleingang Strengelbachs bedeutet eine Reduktion der Ressourcen, was ein Auseinanderreissen des Strengelbacher SpitexTeams mit sich bringt. Bisherige Klienten verlieren ihre jahrelangen Betreuungspersonen.

Warum eine Spitex-Organisation mit einem Seniorenzentrum zusammen arbeiten soll, macht künftig noch weniger Sinn als heute. Nach dem neuen Pflegegesetz, welches die Strategie ambulant vor stationär verfolgt, werden künftig nicht nur ältere Patienten zu Hause gepflegt, sondern auch der 30-jährige Hobbysportler, der seinen Beinbruch zu Hause fertig auskurieren muss. Dass die Betreuung des 30-jährigen Sportlers zu Hause nicht viel Gemeinsamkeiten mit der Betreuung einer älteren Person in einem Altersheim hat, liegt auf der Hand. Somit sieht auch das Anforderungsprofil und damit die Ausbildung des dazu nötigen Personals künftig ganz anders aus. Synergien sind kaum mehr möglich. Synergien findet man vor allem in der regionalen Lösung. Nämlich wenn die zunehmende Administration und die hohen Kosten für permanente Weiterbildung des Personals gemeinsam unter den Gemeinden aufgeteilt werden können und die regionale Spitex damit als attraktiver Arbeitgeber am Markt auftritt.

Weiter werden Spitex-Angestellte darauf spezialisiert, Patienten möglichst lange zu Hause zu behalten, dies im Sinne vieler Patienten. Ob dies dann auch das Ziel der Geschäftsführung eines Altersheims ist, muss stark angezweifelt werden, denn diese möchte möglichst ihre Betten füllen und sieht die Spitex dann als wertvollen «Zulieferer». Ein unhaltbarer Zustand für Mitarbeiter und Patienten.

Abrupter Szenenwechsel: Oberstufe Strengelbach. Im Jahre 2012 und 2016 fällt die Oberstufe Strengelbach zweimal hintereinander bei der Qualitätsprüfung des Kantons durch. Einer der Gründe war die mangelnde Grösse der Oberstufe. Zu klein, zu unattraktiv als Arbeitgeber. Es wäre schon 2012 vorausschauend klug gewesen, die Oberstufe mit einer grösseren Oberstufe zusammenzulegen, erfährt man von den Verantwortlichen beim Kanton. Nein, man versuchte es im Alleingang, wie man heute weiss – erfolglos. Die Zeche bezahlten dann beinahe die Eltern.

Das exakt gleiche Bild zeigt sich nun beim Thema der regionalen Spitex. Man versucht auf Biegen und Brechen einen Strengelbacher Alleingang. Wie lange geht das gut und wer «bezahlt» schlussendlich die Zeche? Warum nur tut man sich in Strengelbach derart schwer mit regionalen Lösungen? Diesmal geht es um die Gesundheit und Lebensqualität der Spitex-Klienten! Deshalb keine Experimente auf Kosten von Patienten mit einer Spitex-Hardmatt-Lösung und daher ein klares NEIN!


Lesen Sie, was Jakob Scheibler als Befürworter der Hardmatt-Variante sagt

HINTERGRUND

An der Gemeindeversammlung vom 24. November entschied der Strengelbacher Souverän ganz knapp, bei der geplanten SpitexFusion nicht mitzumachen. Stattdessen wurde der Gemeinderat beauftragt, mit dem Seniorenzentrum Hardmatt eine Leistungsvereinbarung abzuschliessen. Ein Komitee aus Mitgliedern von CVP, FDP und SP sowie Mitarbeiterinnen der Spitex haben daraufhin Unterschriften gesammelt, um das Hardmatt-Modell an die Urne zu bringen. 474 Unterschriften kamen zustande. Am 4. März stimmen die Strengelbacherinnenund Strengelbacher nun darüber ab, ob sie die Hardmatt-Lösung wollen oder nicht.

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