Philatelistenverein Wiggertal: Es geht nicht nur ums Basler Dybli

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Peter Bichsel und seine stehende Helvetia. MARTIN ZÜRCHER

Früher war es ganz sicher so: Jeder Bub begann früher oder später damit, Briefmarken zu sammeln. Vielleicht, weil sein Vater oder sogar sein Grossvater die kleinen Kunstwerke sammelte. Was aber war der Anreiz, diese zu sammeln? Beim einen waren es die schö- nen Farben, beim andern die fernen Länder oder der Wert einer Marke und wieder ein anderer sammelte die schö- nen Motive. Die Geschichte vom sagenumwobenen Basler Dybli kennt so manch einer und man kann heute noch staunen. In den schlauen Büchern stehen alleine für ein besonders schönes Basler Täubchen Werte bis 45000 Franken. Kurz gesagt, es gibt unendlich viel Möglichkeiten und Gründe, warum man Briefmarken sammeln soll. Dass man früher mit einer Briefmarkensammlung beim weiblichen Geschlecht besonders gut punkten konnte, ist wohl eher ein Gerücht.

Peter Bichsel, heute 69 Jahre jung und topfit, ist tatsächlich durch seine Schulkollegen als Fünftklässler zum Sammeln gekommen. Schnell bemerkte er, dass sein Interesse grösser ist als das seiner Kollegen. In einem Jugendkurs, bei dem einem das Sammeln bis ins Detail erklärt wird, lernte Bichsel das Sammlerhandwerk von der Pike auf. «Man muss sich auf ein bestimmtes Sammelgebiet beschränken und dies dafür richtig machen», lautet der Tipp von Bichsel für einen Sammelanfänger. Ihm hat es die stehende Helvetia besonders angetan. Unendlich viele Versionen gibt es davon. Und dann nimmt Peter Bichsel tatsächlich das legendäre Basler Täubchen aus der Tasche. «Ja, man kann das Basler Täubchen kaufen. Es ist unbestritten die bekannteste, aber bei weitem nicht die wertvollste Schweizer Marke», sagt Bichsel.

«Vor gut 30 Jahren hatten wir noch weit über 200 Mitglieder im Philatelistenverein Wiggertal. Heute sind wir noch 80. Man muss es klar und realistisch sehen. Der Rückgang ist nicht auf Austritte zurückzuführen. Unsere älteren Mitglieder leben nicht mehr.» Bichsel und seine Vereinskameraden hoffen aber immer noch darauf, dass es wieder Nachwuchs gibt in ihren Reihen. Was man auch wissen sollte: «Das richtige Briefmarken-Sammeln ist eine anspruchsvolle Sache, bei der man sehr viel lernen kann.» In der Szene kennt man sich, schätzt sich, hilft sich gegenseitig beim Suchen und man hat Freunde in der ganzen Schweiz.

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