Mit dem Verkauf des EW Kölliken wird nicht das Haus veräussert

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Guido Beljean (Bild: Rahel Plüss)

In verschiedenen Leserbriefen und Zeitungsberichten hat sich das NeinKomitee zum Verkauf der EWK Energie AG geäussert. Es wurden «StromExperten» zitiert, welche der Meinung sind, die Situation des Strommarktes und der EWK Energie AG zu kennen. Von Seiten der EWK Energie AG möchte ich Klarheit schaffen und falsch dargestellte Aussagen korrigieren. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger müssen über korrekte Aussagen bezüglich dem Entscheid für einen Verkauf verfügen.

Der Strompreis wird im Wesentlichen von vier Kostenfaktoren bestimmt, und zwar der eigentlichen Energie, den Abgaben für die Nutzung des Netzes und die Abgaben an Bund und Gemeinde. Für Kölliken beträgt der Strommix 60 Prozent Wasserstrom und 40 Prozent grauer Strom, beispielsweise Kernenergie. Aarau hingegen setzt zu 100 Prozent auf Wasserstrom. Weil grauer Strom bedeutend günstiger eingekauft werden kann, haben die Kölliker den tieferen Strompreis. Will Kölliken in Zukunft einen grösseren Anteil erneuerbare Energie, steigt der Preis. Unabhängig davon, wem das Netz gehört. Im 2018 müssen zudem alle Energieversorger deklarieren, woher ihr Strom kommt. Dies wird die Strompreise zusätzlich in die Hö- he treiben.

Die goldenen Zeiten der Energieversorger sind vorbei. Das heisst «Die Zeiten des I Goldesels» sind Vergangenheit: Man kann an seinem Schwanz so lange ziehen, wie man will, es kommen nicht mehr Goldtaler heraus» (Zitat der Städtischen Werke Lenzburg in der AZ vom 6. Dezember 2017).

Der Netzpreis wie auch der Energiepreis sind heute stark reglementiert. Beim Netz können nur die effektiven Kosten sowie die Verzinsung des investierten Kapitals geltend gemacht werden. Weil in den letzten Jahren in Kölliken wenig in den Ausbau und die Erneuerung investiert wurde, sind die Netzkosten derzeit sehr tief. Bei der Energie wacht ebenfalls die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) darüber, dass die Kunden in der Grundversorgung keine unfairen Preise erhalten. Die Durchschnitt-Bruttomarge darf dabei 95 Franken pro Rechnungsempfänger nicht übersteigen. Zu hohe Erträge müssen in der ElCom-Rechnung vorgetragen und in Zukunft wieder kompensiert, das heisst den Kunden zurückerstattet werden. Damit sind die Möglichkeiten zur Preisgestaltung sehr stark eingeschränkt. Ohne Investitionen in das Netz können auch die Netznutzungskosten nicht erhöht werden. Für einen höheren Ertrag aus der Netznutzung muss also zuerst viel Geld in das Netz investiert werden. Der Stromfluss erfolgt nicht mehr in eine Richtung, und zwar vom Kraftwerk zum Kunden, sondern im Gegenverkehr wegen der Produktion und Einspeisungen von erneuerbaren Energien ins Netz. Bei der Rückspeisung ins Netz müssen heute Kunden, beispielsweise von Solaranlagen, keine Netznutzungsgebühren leisten. Um den Betrieb weiterhin sicherstellen zu können, kommen auf die EWs grosse Investitionen im Bereich Netzausbau und -erneuerung, Ausbau Trafostationen sowie Erneuerung des gesamten Messsystems zu. Weil es keine grossen Möglichkeiten gibt, das durch Optimierungen zu kompensieren, wird der Strompreis auch in Kölliken in den kommenden Jahren steigen. Ob die EWK Energie AG auch künftig schwarze Zahlen schreiben kann, ist abhängig von den Ausgaben für den künftigen Betrieb. Zusätzliche Investitionen lösen aber immer auch höhere Betriebskosten aus.

Mit dem Verkauf des EW wird nicht das Haus verkauft. Die Gemeinde Kölliken geht mit der eniwa AG einen Konzessionsvertrag über 25 Jahre ein, das heisst, nach 25 Jahren hat die Gemeinde die Möglichkeit, den Konzessionsvertrag zu verlängern, einen anderen Konzessionär zu suchen oder das Netz wieder selber zu betreiben. Mit der «Change-of-Control»- Klausel hat die Gemeinde Kölliken sogar das Recht, bei einem neuen Mehrheitsaktionär der eniwa AG den Konzessionsvertrag aufzuheben.

ZUR PERSON

Guido Beljean ist Verwaltungsratspräsident der EWK Energie AG Kölliken.

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