Italienisch statt Fisch: Aarauer Erfolgsgastronom klont seine «Riviera» am Hallwilersee

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Straffer Zeitplan: Acht Wochen nach Einreichung des letzten Baugesuchs soll eröffnet werden. (Bild: Michael Küng)

Als Gault-Millau-Koch Christoph Braschler (13 Punkte) im Herbst 2016 den Verkauf der «Seebrise» bekannt gab, befürchteten viele das Schlimmste: die Umwandlung der traumhaft gelegenen Gastronomie- in eine Wohnliegenschaft.

Doch, und das ist für einmal eine erfreuliche Geschichte aus der Welt der Restaurants, so weit kommt es nicht. Über ein Jahr stand die «Seebrise» leer, monatelang wurde sie umgebaut. Im Frühling geht sie wieder auf. Nicht mehr als Fischrestaurant, sondern als «Italiener».

Wer investiert? Der in Aarau bestbekannte Gastronomie- und Immobilien-Unternehmer Zülfü Ilkhan. Er hat 16 Jahre lang das «Riviera» (ex «Vaccani») im Schachen geführt und ist noch heute dessen Besitzer. Und in Wöschnau hat er ein grösseres Projekt mit dem «Frohsinn».

Im «Riviera» kam sein Erfolgsrezept für eine gehobene italienische Küche sehr gut an. «Ich kopiere mein Konzept aus dem ‹Riviera› in der ‹Seebrise› eins zu eins», kündigt er an. Interieur, Bedienung, Menükarte: «Abgesehen von ein paar kleinen Unterschieden wird alles beinahe identisch sein.» Wie viel er am Hallwilersee investiert, mag Ilkhan nicht verraten. Aber: «Es ist sehr viel.»

Eröffnung in einem Monat?
Der Zeitplan ist sportlich: Vorgestern lief die Einsprachfrist des Baugesuchs für die Umgebungsgestaltung ab. Ab morgen wird auf der Gemeinde ein Gesuch für die Vergrösserung der Terrasse aufliegen: Zülfü Ilkhan plant, die schmale Ecke der bestehenden Terrasse bis zum Ende der restlichen Terrasse zu verbreitern.

Der Restaurantbesitzer hofft, dass die Verfahren reibungslos ablaufen werden. Sein Ziel ist es, im Frühling zu öffnen – dann, wenn alles fertig ist. Die Einsprachefrist für den Terrassenausbau dauert bis zum 27. März.

Zülfü Ilkhan hat einiges vor: Fanden früher 55 Gäste Platz auf der Aussichtsterrasse, rechnet er künftig mit etwa 100 Sitzplätzen. In ähnlichen Dimensionen denkt er im Innenbereich. Sein Vorgänger Christoph Braschler bediente dort bis zu 70 Gäste, Ilkhan will bis zu 150 Sitzplätze einrichten. «Davon nutzen will ich aber nur etwa 120», sagt er.

Die Plätze verteilen sich über drei Räume, die Zukunft des vierten Raums der Lokalität ist noch nicht sicher. «Das könnte ein abgetrennter Raum für Vereine werden, vielleicht entschliessen wir uns aber auch dazu, die Pizzabäckerei dort einzubauen», sagt Ilkhan. Die Pizzas dürfen auch bestellt und abgeholt werden. «Ein Catering planen wir aber nicht. Sollte sich zeigen, dass es dafür eine Nachfrage gibt, sind wir allerdings für vieles offen.»

Grosse Fussstapfen
Das Restaurant Seebrise in Birrwil gehörte lange zu den besten Adressen am See. Betreiber Christoph Braschler wurde mit 13 Gault-Millau-Punkten und dem Goldenen Fisch ausgezeichnet, bevor er nach 17 Jahren in Birrwil das Übernahmeangebot von Zülfü Ilkhan bekam. Nach einigen schlaflosen Nächten packte er die Chance, ein neues Kapitel aufschlagen zu können.

Auch, weil sich einiges verändert hatte: Lenzburg hatte sich zur Gastronomie-Hochburg entwickelt, und auch die nahe «Schifflände» sorgte für mehr Konkurrenz. Heute ist Christoph Braschler Leiter Gastronomie und Berglodge bei den Engelberger Brunni-Bahnen. In Birrwil hat er grosse Fussstapfen hinterlassen. Zülfü Ilkhan könnte sie füllen.

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