Kunstmaler Peter Richner: Ein Pinselstrich wie eine grosse Liebe - mit «Bild vs Realität»-Galerie

Susanne «Minusch» Richner vor dem Aquarell «Aarburg unterhalb Höfli, 2002» in der Rathaushalle des Museums Aarburg. patrick furrer

Es ist schwer auszumachen, warum Susanne Richners Augen benetzt glänzen, denkt sie an ihren vor drei Jahren verstorbenen Mann: den Künstler Peter Richner. Aus Stolz vielleicht. Aus Freude über sein Vermächtnis, oder doch aus herzlichem, unverebbtem Weh. «Seine Aquarelle waren für Peter ein Ventil und Seelenpflege zugleich», erzählt Susanne Richner. «Minusch», wie er sie nannte, war es, für die Peter Richner malte. Nicht etwa für die «weite Welt», sondern für seine Frau. Für die Familie, die Enkel, mit denen er stunden-, gar tagelang auf dem Fussboden im Wohnzimmer gemeinsam den Pinsel führte.

Peter Richner war ein Ur-Aarburger. Intelligent. Resolut sicher. Manchmal auch abgeklärt, einige würden sagen verkrampft, «vermurkst». Doch im 1942 im Städtli geborenen, gelernten Spengler schlummerte eine schier brodelnde Empfindsamkeit. Eine Leidenschaft. «Ein tief verwurzelter Wunsch nach Harmonie», nennt es seine lebensfrohe Gattin, mit der er letztlich über 52 Jahre verheiratet war.

Dass Peter Richners Bilder ihm eine Art Ventil waren, ist ihnen anzuspüren: Die satten, leuchtenden, träumerischen Farben brechen aus den Motiven aus. Vielleicht so, wie auch Richner selbst, der sich zum Betriebsfachmann weiterbildete und im Büro doch keine Erfüllung fand, beim Malen emotional aus sich ausbrach. Seine Sujets wählte er mit Bedacht, bannte Aarburg und andere Schmuckstücke auf Leinwand. «Er legte derart viel Gefühl und Hingabe in sein Schaffen, dass es ihn immer auch erschöpfte.» Susanne Richner sagt aber auch: «Und doch: Aus seiner künstlerischen Tätigkeit schöpfte er immer wieder neue Kraft.» Und Selbstvertrauen.

Ein Teil der Bilder wird verkauft
Denn die ersten Schritte als Maler befriedigten den Künstler selber kaum. Vor dem Malen hatte er seinen Ausgleich im Radfahren gesucht und gefunden: bei Wettkämpfen, auf Bergpässen, auf dem Chasseral oder in der Provence. «Er empfand das Radfahren als Herausforderung für Körper und Geist – in der freien Natur ausgeübt – gleichermassen auch als Seelenpflege», weiss Susanne Richner. Ihr Mann sei stets ein Suchender gewesen. Vom Fahrrad wechselte er zur Kunst. Seinen eigenen Stil fand der damals Mittfünfziger aber nicht auf Anhieb. Erst die Schulung durch Cedric Meyer habe Peter Richners Hand und Geist gelockert; er habe gelernt, loszulassen und nach seinen Empfindungen zu malen. Ausstellungen machten ihm Mut, stärkten das Selbstvertrauen. In Kursen bei dem Schöftler Maler Wilhelm Fikisz verfeinerte und festigte er seinen ausdruckstarken Pinselstrich. Die kräftigen Farben kontrastierten mit der Fadheit des Alltags. Eines haben all seine Bilder gemeinsam, wie Susanne Richner zusammenfasst: «Sie strahlen Licht und Wärme aus. Ja, sie sind sogar verträumt.» Sie untermalen eine Sehnsucht, der Peter Richner stets folgte. Eine Suche, die er bis zum Tode vielleicht nie ganz beendete. In seinen Aquarellen lebt ein Teil des Künstlers weiter. Auch deshalb hat sich Susanne Richner mit ihm gemeinsam noch zu seinen Lebzeiten entschlossen, einige der Aquarelle zu verkaufen. «Er wollte dies lange nicht», sagt Susanne Richner, «er hing an jedem einzelnen Bild». Die Lieblingswerke der Familie hängen indes nicht im Heimatmuseum. Sondern zu Hause. Dort, wo Peter seiner Frau während Jahrzehnten immer wieder seine neuesten Aquarelle an die Wand stellte. Kaum war die Farbe trocken. Auch wenn er Kritik nicht immer gut vertragen habe, die Meinung seiner «Minusch» war und blieb ihm stets die wichtigste.

Bilderausstellung «Aarburg mit den Augen von Peter Richner»: Heimatmuseum Aarburg, Sa 24.2. 10-14 Uhr und So 25.2. 10-16 Uhr.
Ein Teil des Verkaufserlöses geht an das Museum.
Kontakt: Susanne Richner: 062 791 37 44.

 

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